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Gefragte Berufe Schweiz 2026: Arbeitsmarkt und Löhne

18. Juli 2023
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Welche Berufe sind in der Schweiz besonders gefragt?

Die Nachfrage nach Fachkräften ist nicht in jeder Branche gleich hoch. Der Fachkräftemangel-Index Schweiz 2025 von Adecco und der Universität Zürich meldete einen deutlichen Rückgang des Mangels gegenüber dem Vorjahr. Besonders gefragt blieben qualifizierte Fachkräfte in Gesundheit, Bau und Technik, während sich die Lage in Teilen von Büroarbeit, ICT und Finanzberufen entspannte. Das ist eine Momentaufnahme aus 2025 und keine Garantie für eine offene Stelle im Jahr 2026.

Wenn du in die Schweiz auswandern möchtest, solltest du nicht nur auf pauschale Listen mit «Top-Berufen» schauen. Entscheidend sind deine konkrete Ausbildung, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse, die Region, das Arbeitspensum und mögliche Zulassungsvoraussetzungen. Ein Unternehmen in Basel kann andere Profile suchen als ein Spital im Tessin oder ein Industriebetrieb in der Ostschweiz. Die Stellenausschreibung ist deshalb wichtiger als eine allgemeine Rangliste.

Gesundheitsberufe und Pflege

Pflegefachpersonen, bestimmte ärztliche Fachrichtungen und weitere qualifizierte Gesundheitsberufe sind in vielen Einrichtungen gefragt. Gleichzeitig variieren die tatsächlichen Stellenangebote stark nach Spezialisierung, Schichtmodell und Region. Im Gesundheitswesen reicht ein ausländisches Diplom nicht immer aus: Für reglementierte Tätigkeiten können Anerkennungsverfahren erforderlich sein. Für Ärztinnen und Ärzte ist beispielsweise die MEBEKO relevant; andere Gesundheitsberufe haben eigene zuständige Stellen.

Beim Lohnvergleich solltest du neben dem Grundgehalt auch Nacht- und Wochenendzulagen, den dreizehnten Monatslohn, das Pensum und die Pensionskassenleistungen beachten. Eine Pflegefachperson mit Schichtdiensten lässt sich nicht sinnvoll mit einer ambulanten Tätigkeit ohne Zuschläge vergleichen. Frage im Gespräch nach dem vertraglichen Jahresbrutto, der Wochenarbeitszeit, dem Ferienanspruch und den üblichen Diensten. Ein hoher Nominallohn sagt allein wenig über das verfügbare Einkommen aus.

Bau, Handwerk und technische Berufe

Im Baugewerbe und in technischen Berufen spielen Berufsabschlüsse, Sicherheitsanforderungen und praktische Erfahrung eine grosse Rolle. Beispiele sind bestimmte Tätigkeiten in Elektroinstallation, Gebäudetechnik, Bauplanung, Maschinenbau und Instandhaltung. Ob tatsächlich ein Mangel besteht, unterscheidet sich je nach Berufsgruppe und Region. Die Fachkräftemangelstudie zeigt Trends; konkrete Nachfrage lässt sich erst mit aktuellen Stellenausschreibungen und Arbeitgeberkontakten prüfen.

Bei der Bewertung einer Offerte zählen neben dem Lohn auch Reisezeiten, Spesen, Pikettdienst, Einsatzorte und allfällige Gesamtarbeitsverträge. Manche Funktionen erfordern zusätzliche schweizerische Zulassungen oder Sicherheitsnachweise. Ein deutscher oder anderer ausländischer Berufsabschluss kann fachlich sehr wertvoll sein, doch die Anerkennungsfrage muss bei reglementierten Tätigkeiten getrennt geprüft werden. Vermeide es, deinen Abschluss im Lebenslauf ohne Grundlage in einen Schweizer Titel umzudeuten.

ICT, Büro, Finanzwesen und Dienstleistungen

In ICT, Finanzwesen und kaufmännischen Berufen ist der Arbeitsmarkt differenziert. Einzelne Spezialkompetenzen bleiben gefragt, während in anderen Bereichen mehr Bewerberinnen und Bewerber um Stellen konkurrieren. Der Fachkräftemangel-Index 2025 berichtet gerade für Büro-, ICT- und Finanzberufe von nachlassender Knappheit. Das bedeutet nicht, dass es dort keine attraktiven Stellen mehr gibt; es bedeutet lediglich, dass eine pauschale Mangelaussage unzutreffend wäre.

Bewirbst du dich auf eine Stelle in Softwareentwicklung, Treasury, Controlling, Administration oder Verkauf, zählt die konkrete Passung. Fachsprache, eingesetzte Systeme, Kundenkontakt und regulatorische Kenntnisse unterscheiden sich deutlich. Wer aus dem Ausland kommt, sollte den Schweizer Markt mit realen Stellenanzeigen analysieren und im Lebenslauf klar benennen, welche Tätigkeiten und Programme tatsächlich beherrscht werden. Sprachkenntnisse in Deutsch, Französisch oder Italienisch können je nach Standort entscheidend sein.

Was verdient man in der Schweiz? Der BFS-Medianlohn

Das Bundesamt für Statistik beziffert den standardisierten Bruttomedianlohn der gesamten Schweizer Wirtschaft für das Erhebungsjahr 2024 auf 7'024 Franken pro Monat bei Vollzeit. Diese Zahl wurde im November 2025 veröffentlicht. Der Median bedeutet, dass die Hälfte der beobachteten Löhne darüber und die andere Hälfte darunter liegt. Er ist weder ein gesetzlicher Mindestlohn noch ein realistischer Einstiegslohn für jede Berufsgruppe. Region, Branche, Qualifikation, Geschlecht, Alter und berufliche Stellung beeinflussen die Verteilung.

Der BFS-Monatswert ist standardisiert und berücksichtigt unter anderem anteilige dreizehnte Monatslöhne und bestimmte regelmässige Zahlungen. Du kannst ihn deshalb nicht ohne Weiteres mit einem einzelnen Monatslohn auf einer konkreten Abrechnung vergleichen. Für ein persönliches Angebot sind Jahresbrutto, Beschäftigungsgrad und sämtliche vertraglichen Komponenten die bessere Vergleichsbasis. Zudem fallen in der Schweiz je nach Wohnkanton, Krankenkasse, Steuerstatus und Familiensituation unterschiedliche private Ausgaben an.

So nutzt du Salarium statt erfundener Berufslöhne

Der offizielle statistische Lohnrechner Salarium des BFS schätzt für ein konkretes Profil einen monatlichen Bruttolohn und einen Bereich. Die zugrunde liegenden Daten stammen aus der Lohnstrukturerhebung 2024; das Instrument verwendet Daten aus dem privaten Sektor. Du wählst unter anderem Branche, Berufsgruppe und Region und passt die weiteren Merkmale an. Das Ergebnis ist eine statistische Orientierung, keine verbindliche Lohnempfehlung und keine Zusage eines Arbeitgebers.

Vergleiche mindestens zwei bis drei reale Stellenanzeigen und prüfe, ob sie überhaupt dieselbe Verantwortung und Arbeitszeit beschreiben. Bei einer 80-Prozent-Stelle muss ein Jahresgehalt auf das Pensum bezogen werden. Für eine seriöse Verhandlung kannst du Salarium, konkrete Arbeitgeberinformationen und nachweisbare eigene Erfahrung kombinieren. Behaupte nicht, ein bestimmter Beruf verdiene generell einen fixen Betrag. Besonders grosse Unterschiede gibt es zwischen Berufseinstieg, Spezialistenfunktion und Führungsebene.

Arbeitsmarktchancen vor dem Umzug einschätzen

Starte mit einer Liste konkreter Arbeitgeber in deiner Zielregion. Prüfe aktuelle Vakanzen, formale Voraussetzungen, gewünschte Sprachen, mögliche Arbeitsbewilligungen und die Lebenshaltungskosten am Standort. EU-/EFTA-Staatsangehörige und Drittstaatsangehörige unterliegen unterschiedlichen Zulassungsregeln; eine gefragte Qualifikation ersetzt keine notwendige Bewilligung. Plane ausreichend Zeit für Bewerbungen und gegebenenfalls die Anerkennung eines Berufsabschlusses ein.

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