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Mietpreise Schweiz 2026: Leerstand, Kosten und Mietrecht

24. Sept. 2023
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Die Mietpreise in der Schweiz unterscheiden sich stark nach Region, Wohnungsgrösse, Zustand und Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Besonders in nachgefragten Städten und Agglomerationen kann die Suche schwierig sein. Aktuelle Leerstandszahlen und die Regeln des Mietrechts helfen dir, Angebote realistischer einzuschätzen.

Wie angespannt ist der Schweizer Wohnungsmarkt 2026?

Am 1. Juni 2026 standen laut Bundesamt für Statistik 45'493 Wohnungen leer. Die Leerwohnungsziffer lag bei 0,93 Prozent und damit erstmals seit mehreren Jahren unter einem Prozent. Gegenüber 2025 nahm die Zahl der Leerwohnungen um 2'962 ab. Die Erhebung umfasst auch zum Verkauf stehende Wohnungen und Einfamilienhäuser.

Bei den zur Miete angebotenen leer stehenden Wohnungen wurden 34'690 Einheiten gezählt, 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Stichtagszahlen zeigen die Angebotsknappheit, sind aber weder eine vollständige Zahl aller Online-Inserate noch ein Mietpreisindex.

Welche Regionen sind besonders teuer?

Hohe Nachfrage trifft insbesondere in wirtschaftsstarken Zentren auf begrenzte Wohnflächen. Die Leerwohnungsziffer lag 2026 im Kanton Zug bei 0,20 Prozent und in Genf bei 0,31 Prozent. In der Grossregion Zürich betrug sie 0,52 Prozent. Dagegen lag der Wert im Jura bei 3,35 Prozent.

Leerstand und Miethöhe hängen zusammen, sind aber nicht identisch. Ein niedriger Leerstand kann die Wohnungssuche erschweren, ohne dass daraus ein bestimmter Quadratmeterpreis folgt. Vergleiche deshalb tatsächliche Angebote nach Lage, Zustand, Wohnfläche und Nebenkosten statt pauschaler Kantonsdurchschnitte.

Angebotsmiete und Bestandsmiete unterscheiden

Ein neu ausgeschriebener Mietzins kann deutlich vom Mietzins langjähriger Mietverhältnisse abweichen. Inserate zeigen häufig Angebotsmieten, amtliche Mietpreisstatistiken können dagegen bestehende Mietverhältnisse abbilden. Beide Zahlen beantworten unterschiedliche Fragen.

Beim Vergleich musst du zudem auf Nettomiete, Akontozahlungen für Heizung und Warmwasser, weitere Nebenkosten und gegebenenfalls Parkplatzkosten achten. Ein scheinbar günstiges Angebot kann durch zusätzliche Positionen teurer werden. Entscheidend ist der vertraglich geschuldete Gesamtbetrag.

Weitere Informationen und Hintergründe findest du in den folgenden Abschnitten.

Referenzzinssatz: Was gilt im Herbst 2026?

Der vom Bundesamt für Wohnungswesen veröffentlichte hypothekarische Referenzzinssatz beträgt seit September 2025 1,25 Prozent und blieb bei der Publikation vom 1. September 2026 unverändert. Er ist ein Faktor für Mietzinsanpassungen bei bestehenden Mietverhältnissen, aber kein allgemeiner Höchstmietzins.

Ein sinkender Referenzzinssatz führt nicht automatisch bei allen Mietparteien zur gleichen Senkung. Massgeblich sind der bisher im Mietzins berücksichtigte Referenzzinssatz und weitere zulässige Kostenfaktoren. Bei einer Senkung um 0,25 Prozentpunkte ergibt sich grundsätzlich ein rechnerischer Senkungsanspruch von 2,91 Prozent auf den Nettomietzins, vor Berücksichtigung anderer Faktoren.

Wie beantragst du eine Mietzinssenkung?

Prüfe zunächst, auf welchem Referenzzinssatz dein aktueller Nettomietzins basiert. Ein Senkungsbegehren solltest du schriftlich an die Vermieterschaft richten. Diese muss innert 30 Tagen Stellung nehmen. Lehnt sie ab oder antwortet nicht, kann innert weiterer 30 Tage die Schlichtungsbehörde angerufen werden.

Bei angekündigten Mietzinserhöhungen gelten andere Fristen und Formvorschriften. Eine Erhöhung kann grundsätzlich innert 30 Tagen nach Mitteilung bei der zuständigen Schlichtungsbehörde angefochten werden. Bei Unsicherheit ist eine individuelle Prüfung sinnvoll, statt pauschale Prozentwerte ungeprüft anzuwenden.

Kaution, Startkosten und Budget

Nach Artikel 257e des Obligationenrechts darf die Sicherheitsleistung für Wohnräume höchstens drei Monatszinse betragen. Wird eine Geldkaution verlangt, ist sie auf einem Konto oder Depot im Namen der Mietpartei zu hinterlegen. Bei einem Umzug können zusätzlich Transport, Einrichtung und zeitweise doppelte Mietkosten anfallen.

Rechenbeispiel: Bei einer monatlichen Nettomiete von CHF 2'000 und einer Kaution von drei Monatsmieten werden bereits CHF 6'000 für das Depot benötigt. Das ist keine Aussage über typische Schweizer Mieten, sondern eine Illustration des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs. Krankenkasse, Steuern und Pendelkosten gehören separat ins Haushaltsbudget.

So suchst du effizient nach einer Wohnung

Definiere zuerst einen maximalen Gesamtmietzins und einen akzeptablen Pendelweg. Vergleiche mehrere Gemeinden und prüfe Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Steuern. Für Bewerbungen werden häufig Einkommensnachweise und weitere Unterlagen verlangt; gib sensible Dokumente nur an nachvollziehbare, seriöse Stellen weiter.

Besichtige die Wohnung nach Möglichkeit persönlich, lies den Mietvertrag einschliesslich Nebenkostenregelung und dokumentiere den Zustand beim Einzug. Zahle keine Kaution auf private Konten, bevor die rechtlichen Grundlagen und die Gegenpartei geklärt sind. Eine sorgfältige Vorbereitung ist gerade in angespannten Märkten wichtiger als schnelle Zusagen.

Weiterführende Ratgeber

Amtliche Quellen und Datenstand

Redaktionsstand: 30. Oktober 2026. Zahlen mit Prognosecharakter sind ausdrücklich als Prognosen bezeichnet. Für rechtliche Einzelfälle gelten die jeweils aktuellen amtlichen Grundlagen.

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