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Passives Einkommen mit Dividenden in der Schweiz – Grundlagen, Strategien und Praxiswissen

Dividenden gelten in der Schweiz als eine der stabilsten Formen des langfristigen Vermögensaufbaus. Gerade in einem Umfeld mit hoher Kaufkraft, stabiler Währung und vergleichsweise soliden Unternehmen rücken dividendenstarke Aktien und ETFs zunehmend in den Fokus von Privatanlegern. Doch was steckt wirklich hinter Dividenden, wie funktionieren sie im Schweizer Kontext und welche Strategien sind sinnvoll?


Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über das Investieren in Dividenden – von den Grundlagen über steuerliche Aspekte bis hin zu Dividenden-ETFs und dem Aktionärsleben in der Schweiz.




Warum überhaupt investieren?


Nicht zu investieren bedeutet in vielen Fällen, schleichend Kaufkraft zu verlieren. Auch in der Schweiz, trotz vergleichsweise niedriger Inflation, wirkt der Wertverlust von Geld über lange Zeiträume erheblich. Klassische Sparkonten bieten kaum noch reale Rendite, während Lebenshaltungskosten kontinuierlich steigen.


Investieren ermöglicht die Beteiligung an produktiven Unternehmen und deren wirtschaftlichem Erfolg. Anstatt Vermögen passiv zu parken, wird Kapital aktiv eingesetzt, um Wertschöpfung zu erzeugen. Dividenden spielen dabei eine besondere Rolle, da sie nicht auf Kursgewinnen basieren, sondern auf real erwirtschafteten Gewinnen.


Für viele Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz ist Investieren daher weniger Spekulation als vielmehr eine Form der langfristigen Vermögenssicherung und Ergänzung zum Arbeitseinkommen.



Dividenden als Einkommensstrategie


Dividenden sind regelmäßige Gewinnausschüttungen von Unternehmen an ihre Aktionäre. Sie stellen eine planbare Einnahmequelle dar und können über Jahre hinweg wachsen. Im Gegensatz zu Kursgewinnen sind Dividenden nicht vom Verkaufszeitpunkt abhängig, sondern fließen unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.


Gerade im Schweizer Markt sind Dividenden historisch tief verankert. Viele Unternehmen verfolgen eine konservative Ausschüttungspolitik und legen Wert auf Kontinuität. Für Anleger bedeutet das eine vergleichsweise hohe Verlässlichkeit – vorausgesetzt, die Unternehmen sind wirtschaftlich solide aufgestellt.


Eine Dividendenstrategie zielt darauf ab, ein Portfolio aufzubauen, das regelmäßig Erträge liefert und langfristig stabil bleibt.



Einkommensquellen sinnvoll aufbauen


Dividenden sind eine von mehreren möglichen Einkommensquellen. Während das Arbeitseinkommen zeitlich begrenzt und an persönliche Leistung gekoppelt ist, entstehen Dividenden aus Kapitalbeteiligungen. Sie können im Laufe der Zeit wachsen, ohne dass zusätzlicher Arbeitsaufwand erforderlich ist.


Im Kontext des Vermögensaufbaus werden Dividenden häufig genutzt:


  • zur Ergänzung des laufenden Einkommens

  • zur Reinvestition und Vermögensvermehrung

  • als Baustein der Altersvorsorge


Besonders im Schweizer Vorsorgesystem, das stark auf Eigenverantwortung setzt, gewinnen private Kapitalerträge zunehmend an Bedeutung.



Dividenden von A bis Z erklärt


Dividenden werden in der Regel einmal jährlich ausgeschüttet, teilweise auch halbjährlich oder quartalsweise. Die Entscheidung über die Ausschüttung trifft die Generalversammlung auf Vorschlag des Verwaltungsrats.


Wichtige Begriffe im Überblick:


  • Dividende: Gewinnanteil pro Aktie

  • Dividendenrendite: Verhältnis von Dividende zum Aktienkurs

  • Ausschüttungsquote: Anteil des Gewinns, der ausgeschüttet wird

  • Ex-Dividenden-Datum: Stichtag, ab dem die Aktie ohne Dividendenanspruch gehandelt wird


Eine hohe Dividendenrendite allein ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend sind Stabilität der Gewinne, finanzielle Gesundheit des Unternehmens und langfristige Ausschüttungspolitik.



Eine nachhaltige Dividendenstrategie entwickeln


Eine erfolgreiche Dividendenstrategie basiert nicht auf kurzfristigen Renditeversprechen, sondern auf langfristiger Planung. In der Praxis bewähren sich Strategien, die auf Qualität, Diversifikation und Geduld setzen.


Zentrale Elemente einer soliden Dividendenstrategie sind:


  • Investitionen in etablierte Unternehmen mit stabilen Cashflows

  • breite Streuung über Branchen und Regionen

  • regelmäßige Überprüfung der Fundamentaldaten

  • Reinvestition der Dividenden zur Nutzung des Zinseszinseffekts


Gerade in der Schweiz, wo viele Unternehmen global tätig sind, lassen sich internationale Erträge mit einem stabilen Heimatmarkt kombinieren.



Aktien und Dividenden gezielt finden


Die Auswahl geeigneter Dividendenaktien erfordert mehr als einen Blick auf Ranglisten. Wichtige Kennzahlen sind unter anderem:


  • freier Cashflow

  • Verschuldungsgrad

  • Gewinnentwicklung über mehrere Jahre

  • historische Dividendenstabilität


Darüber hinaus spielt das Geschäftsmodell eine zentrale Rolle. Unternehmen mit wiederkehrenden Umsätzen, klaren Wettbewerbsvorteilen und defensiver Marktstellung sind oft zuverlässigere Dividendenzahler als zyklische Titel.


Für Schweizer Anleger ist zudem relevant, ob ein Unternehmen in Schweizer Franken ausschüttet oder Fremdwährungsrisiken bestehen.



Steuern auf Dividenden in der Schweiz


Dividenden unterliegen in der Schweiz der Einkommenssteuer. Zusätzlich wird bei Schweizer Aktien eine Verrechnungssteuer von 35 % erhoben. Diese kann bei korrekter Deklaration in der Steuererklärung vollständig zurückgefordert werden.

Bei ausländischen Dividenden fällt häufig eine Quellensteuer im Ausland an. Dank Doppelbesteuerungsabkommen kann ein Teil dieser Steuer angerechnet oder zurückgefordert werden, der administrative Aufwand variiert jedoch je nach Land.

Für eine realistische Renditebetrachtung ist es entscheidend, Dividenden stets nach Steuern zu bewerten.


Aktionäre und Generalversammlungen (gratis Essen)


Aktionäre haben Mitspracherechte. In der Schweiz umfasst dies insbesondere das Stimmrecht an Generalversammlungen. Dort werden unter anderem Dividenden, Verwaltungsratsmitglieder und strategische Weichenstellungen beschlossen.


Auch wenn viele Privatanleger nicht aktiv teilnehmen, bieten Generalversammlungen wertvolle Einblicke in Unternehmensführung, Transparenz und langfristige Ausrichtung.



Warum Dividenden nicht immer die beste Wahl sind


Dividenden gelten oft als „sicheres Einkommen“, doch sie sind nicht in jeder Situation die optimale Investitionsform. Ein zentraler Nachteil liegt in der steuerlichen Behandlung: Dividenden werden in der Schweiz als Einkommen besteuert und erhöhen damit die persönliche Steuerlast. Kursgewinne hingegen sind für Privatpersonen in der Regel steuerfrei, sofern keine gewerbsmässige Handelstätigkeit vorliegt.


Ein weiterer Punkt ist die geringere Flexibilität. Dividenden werden ausgeschüttet, unabhängig davon, ob der Anleger aktuell Einkommen benötigt oder nicht. Das kann insbesondere in hohen Einkommensjahren steuerlich nachteilig sein. Wachstumsaktien ohne Dividende erlauben dagegen eine zeitlich steueroptimierte Realisierung von Gewinnen.

Auch aus Unternehmenssicht sind Dividenden nicht immer effizient. Ausgeschüttete Gewinne stehen dem Unternehmen nicht mehr für Investitionen, Innovation oder Schuldenabbau zur Verfügung. Gerade in wachstumsstarken Branchen kann eine geringe oder fehlende Dividende langfristig zu höheren Kursgewinnen führen als regelmäßige Ausschüttungen.


Hinzu kommt, dass hohe Dividendenrenditen teilweise ein Warnsignal sein können. Sinkende Kurse bei gleichbleibender Dividende erhöhen rechnerisch die Rendite, spiegeln aber häufig wirtschaftliche Probleme wider. Dividendenkürzungen oder -streichungen sind in solchen Fällen keine Seltenheit.


Dividenden eignen sich daher nicht für jede Lebensphase und nicht für jedes Anlageziel. Sie sind ein Werkzeug – kein universeller Standard.


Steuern auf Dividenden in der Schweiz – was Anleger wissen müssen


Dividenden unterliegen in der Schweiz vollständig der Einkommenssteuer. Sie werden zum steuerbaren Einkommen hinzugerechnet und mit dem persönlichen Grenzsteuersatz besteuert. Dies betrifft sowohl Dividenden aus Schweizer als auch aus ausländischen Aktien.


Verrechnungssteuer bei Schweizer Dividenden


Bei Dividenden von Schweizer Unternehmen wird zusätzlich eine Verrechnungssteuer von 35 % direkt an der Quelle abgezogen. Diese Steuer dient als Sicherungsinstrument des Staates und kann von in der Schweiz steuerpflichtigen Personen vollständig zurückgefordert werden, sofern die Dividende korrekt in der Steuererklärung deklariert wird.


Die Rückerstattung erfolgt nicht automatisch, sondern über die ordentliche Veranlagung. Wer Dividenden nicht deklariert, verliert den Anspruch auf Rückerstattung.


Ausländische Dividenden und Quellensteuer


Bei ausländischen Dividenden wird häufig eine Quellensteuer im jeweiligen Herkunftsland erhoben. Die Höhe variiert je nach Staat und liegt oft zwischen 15 % und 30 %. Dank Doppelbesteuerungsabkommen kann ein Teil dieser Steuer in der Schweiz angerechnet werden.


Allerdings ist die Rückforderung oder Anrechnung je nach Land unterschiedlich aufwendig. In vielen Fällen bleibt ein Teil der ausländischen Quellensteuer definitiv verloren, was die effektive Nettorendite reduziert.


Dividenden in der Vermögenssteuer


Neben der Einkommensbesteuerung unterliegen dividendenzahlende Aktien auch der Vermögenssteuer. Massgeblich ist der Steuerwert der Aktie per Jahresende. Dividenden führen somit zu einer doppelten steuerlichen Belastung: einmal als Einkommen und einmal über das gehaltene Vermögen.

Steuerliche Einordnung für die Strategie


Aus steuerlicher Sicht sind Dividenden insbesondere für Anleger attraktiv,


  • die bewusst laufendes Einkommen generieren möchten

  • die Dividenden in steuerlich begünstigten Vorsorgelösungen halten können

  • oder die planbare Cashflows höher gewichten als steuerliche Optimierung


Wer den Fokus auf maximale Nachsteuerrendite legt, sollte Dividenden immer im Gesamtkontext von Einkommen, Vermögen und Anlagehorizont betrachten.



Aktienregister und Namensaktien


Viele Schweizer Unternehmen geben Namensaktien aus. Aktionäre müssen sich ins Aktienregister eintragen lassen, um Stimmrechte auszuüben oder an Generalversammlungen teilzunehmen.


Der Eintrag ins Aktienregister ist in der Regel unkompliziert, erfordert jedoch eine bewusste Entscheidung des Anlegers. Für langfristig orientierte Investoren kann dies ein Vorteil sein, da die Eigentümerstruktur transparenter wird.



Dividenden-ETFs als einfache Lösung


Dividenden-ETFs ermöglichen es, mit einem einzigen Produkt in eine Vielzahl dividendenstarker Unternehmen zu investieren. Sie eignen sich besonders für Anleger, die:


  • breit diversifizieren möchten

  • keinen Fokus auf Einzeltitelauswahl legen wollen

  • regelmäßige Ausschüttungen bevorzugen


Wichtig sind dabei Kriterien wie Kostenquote, Indexmethodik, Ausschüttungsfrequenz und Währungsstruktur. Auch bei Dividenden-ETFs gilt: Nicht jede hohe Ausschüttung ist nachhaltig.



Fazit


Dividendeninvestments bieten im Schweizer Markt eine solide Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen und regelmäßige Erträge zu erzielen. Wer Dividenden systematisch versteht, steuerliche Aspekte berücksichtigt und auf Qualität setzt, kann ein stabiles Fundament für finanzielle Unabhängigkeit schaffen.

Entscheidend ist nicht die kurzfristige Rendite, sondern ein durchdachter, langfristiger Ansatz, der zum eigenen Lebensmodell passt.



Hast du Fragen zu der Thematik? Dann schreibe uns gern eine Mail an auswandernschweiz.ch@gmail.com

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