Wie lange dauert es, bis man Millionär in der Schweiz ist?
- Roman Welzk

- vor 2 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Die Frage, wie lange es dauert, bis man Millionär in der Schweiz ist, gehört zu den meistgestellten – und gleichzeitig zu den am meisten missverstandenen – Fragen rund um Vermögensaufbau, FIRE und Frugalismus. Viele erwarten eine konkrete Zahl: zehn Jahre, zwanzig Jahre, ein bestimmtes Einkommen. Doch die Realität ist komplexer – und gleichzeitig einfacher, als viele denken.
Denn Millionär wird man in der Schweiz nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch ein System aus Zeit, Sparquote, Investitionen und Lebensstil.
Was bedeutet „Millionär“ überhaupt – besonders in der Schweiz?
Zunächst eine wichtige Klarstellung: In diesem Kontext sprechen wir von Nettovermögen. Also dem Vermögen, das nach Abzug aller Schulden übrig bleibt. Immobilien, Wertschriften, Vorsorgegelder und Cash zählen dazu – Konsumgüter in der Regel nicht.
In der Schweiz ist die Million zudem relativ zu betrachten. Eine Million Franken bedeutet hier etwas anderes als in Ländern mit niedrigeren Lebenshaltungskosten. Dennoch bleibt sie ein psychologisch wie finanziell relevanter Meilenstein – insbesondere auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit.
Die drei entscheidenden Faktoren: Zeit, Sparquote, Rendite
Wie lange es dauert, Millionär zu werden, hängt fast ausschließlich von drei Variablen ab:
Zeit
Zeit ist der stärkste Hebel. Wer früh beginnt, braucht weniger Kapital, weniger Risiko und weniger Stress. Der Zinseszinseffekt entfaltet seine volle Wirkung erst über Jahrzehnte – nicht über Jahre.
Sparquote
Nicht das Einkommen entscheidet, sondern der Anteil, den du investierst. In der Schweiz können hohe Einkommen schnell verpuffen, wenn der Lebensstil entsprechend mitwächst. Umgekehrt kann eine hohe Sparquote selbst bei durchschnittlichem Einkommen erstaunliche Ergebnisse liefern.
Rendite
Langfristig breit diversifiziertes Investieren – etwa über globale Aktienmärkte – liegt historisch im Bereich von fünf bis sieben Prozent realer Rendite pro Jahr. Kurzfristige Schwankungen sind irrelevant, langfristige Disziplin ist entscheidend.
Konkrete Szenarien: Wie lange dauert der Weg zur Million?
Szenario 1: Durchschnittseinkommen, hohe Disziplin
Angenommen, jemand investiert in der Schweiz 1.500 CHF pro Monat, also 18.000 CHF pro Jahr, mit einer langfristigen Rendite von sechs Prozent.
Ergebnis:→ Die Million wird nach etwa 30–32 Jahren erreicht.
Dieses Szenario zeigt: Auch ohne Spitzengehalt ist die Million möglich – aber sie erfordert Geduld und Konsequenz.
Szenario 2: Gutes Einkommen, frugaler Lebensstil
Bei 3.000 CHF monatlicher Investition (36.000 CHF jährlich) verkürzt sich der Zeitraum drastisch.
Ergebnis:→ Die Million ist nach etwa 20–22 Jahren erreichbar.
Hier zeigt sich die Macht von Frugalismus: Nicht Verzicht, sondern bewusste Kontrolle über Ausgaben beschleunigt den Vermögensaufbau massiv.
Szenario 3: FIRE-orientiert, sehr hohe Sparquote
Wer 5.000 CHF oder mehr pro Monat investiert – etwa durch hohes Einkommen plus frugalen Lebensstil – erreicht die Million deutlich schneller.
Ergebnis:→ 12–15 Jahre sind realistisch.
Dieses Szenario ist typisch für viele FIRE-Anhänger in der Schweiz, die bewusst unter ihren Möglichkeiten leben und Investitionen priorisieren.
Warum die Schweiz besondere Chancen bietet
Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, in denen der Weg zur Million strukturell begünstigt ist:
hohe Löhne in vielen Branchen
steuerfreie private Kapitalgewinne
stabile politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
guter Zugang zu günstigen Investmentprodukten
Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten hoch. Genau deshalb entscheidet der Lebensstil über Erfolg oder Stillstand. Wer den Schweizer Konsumstandard automatisch übernimmt, verlängert den Weg zur Million drastisch – oft unbemerkt.
Frugalismus: Der unsichtbare Beschleuniger
Frugalismus wirkt doppelt. Er erhöht nicht nur die Sparsumme, sondern senkt auch die benötigte Zielsumme für finanzielle Unabhängigkeit. Wer weniger braucht, ist schneller frei – auch mit weniger als einer Million.
Viele, die frugal leben, stellen auf dem Weg fest, dass die Million zwar erreichbar, aber gar nicht mehr zwingend notwendig ist. Das Ziel verschiebt sich von „viel Geld haben“ zu „viel Freiheit haben“.
Der größte Fehler: Zu spät anfangen
Der häufigste Grund, warum Menschen in der Schweiz nie Millionär werden, ist nicht ein zu niedriges Einkommen, sondern ein zu später Start. Zehn verlorene Jahre am Anfang lassen sich später kaum kompensieren – selbst mit deutlich höheren Beträgen.
Wer mit 25 beginnt, braucht deutlich weniger Einsatz als jemand, der erst mit 40 startet. Zeit lässt sich nicht kaufen – nur nutzen.
Millionär sein ≠ reich fühlen
Ein weiterer Punkt wird oft übersehen: Millionär zu sein bedeutet nicht automatisch ein sorgenfreies oder luxuriöses Leben. Gerade in der Schweiz ist Vermögen oft still, unspektakulär und unsichtbar.
Der wahre Gewinn liegt nicht im Kontostand, sondern in den Optionen:
Nein sagen können
Arbeit frei wählen
Zeit selbst gestalten
In diesem Sinne ist die Million kein Endziel, sondern ein Nebeneffekt guter finanzieller Entscheidungen.
Fazit: Wie lange dauert es wirklich?
Die ehrliche Antwort lautet:Zwischen 12 und 35 Jahren – abhängig von deinem Startpunkt, deiner Sparquote und deinem Lebensstil.
In der Schweiz ist es realistisch, Millionär zu werden. Nicht durch Glück, nicht durch Spekulation, sondern durch:
frühes Investieren
konsequenten Frugalismus
langfristiges Denken
Die eigentliche Frage ist daher nicht, wie lange es dauert, sondern: Wann du anfängst.
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