top of page

Bundeshaus Bern: Geschichte, Parlament und Besuch 2026

3. Sept. 2023
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Okt.

Das Bundeshaus in Bern ist eines der bekanntesten politischen Bauwerke der Schweiz. Hier tagen Nationalrat und Ständerat, während Teile der Bundesverwaltung und der Regierung in den Bundeshausflügeln arbeiten. Die imposante Kuppel ist ein Symbol des Bundesstaats, doch die Geschichte des Gebäudekomplexes wird oft falsch dargestellt.

Dieser Artikel erklärt die Entstehung des Bundeshauses, die Aufgaben der politischen Institutionen und wie Du das Parlamentsgebäude besuchen kannst. Anders als ein allgemeiner Artikel über die Schweizer Gesetzgebung liegt der Schwerpunkt hier auf dem Gebäude und dem Besuch vor Ort.

Wann wurde das Bundeshaus gebaut?

Das heutige Parlamentsgebäude mit der markanten Kuppel entstand von 1894 bis 1902 nach Plänen des Architekten Hans Wilhelm Auer. Die feierliche Einweihung erfolgte am 1. April 1902. Es ist also falsch, den gesamten heutigen Kuppelbau auf die Jahre 1852 bis 1857 zu datieren.

Der Westflügel wurde bereits zwischen 1852 und 1857 errichtet, der Ostflügel folgte 1888 bis 1892. Erst danach entstand der zentrale Parlamentsbau. Die drei Teile bilden zusammen den Bundeshauskomplex. Nach Angaben des Parlaments stammten rund 95 Prozent der beim Parlamentsbau verwendeten Materialien aus der Schweiz; dies sollte auch die Vielfalt des Landes sichtbar machen.

Architektur und Symbolik der Kuppelhalle

Die Kuppelhalle verbindet die beiden Ratssäle. Gestaltung, Steinmaterialien und künstlerische Darstellungen verweisen auf Geschichte, Regionen und politische Ordnung der Eidgenossenschaft. Der Bau sollte nicht bloss funktional sein, sondern den 1848 gegründeten modernen Bundesstaat repräsentieren.

Zwischen 2006 und 2008 wurde das Parlamentsgebäude umfassend renoviert. Wer es heute besichtigt, sieht deshalb historische Architektur und moderne Infrastruktur nebeneinander. Die Ausstattung ist nicht nur dekorativ: Sitzungsräume, Besucherbereiche und Sicherheitseinrichtungen müssen auch einem aktiven Parlamentsbetrieb dienen.

Wer arbeitet im Bundeshaus?

Die Bundesversammlung besteht aus Nationalrat und Ständerat. Der Nationalrat hat 200 Mitglieder und vertritt die Bevölkerung. Der Ständerat umfasst 46 Mitglieder und vertritt die Kantone. Beide Räte beraten politische Geschäfte und entscheiden über Bundesgesetze. Die Sitzungen sind grundsätzlich öffentlich.

Auch der siebenköpfige Bundesrat ist Teil der politischen Institutionen im Bundeshauskomplex. Er bildet die Regierung und leitet die Bundesverwaltung. Parlament und Bundesrat sind jedoch unterschiedliche Staatsorgane. Wer verstehen möchte, wie Gesetze beschlossen werden, sollte die Aufgaben von Legislative und Exekutive auseinanderhalten.

Kann man das Bundeshaus kostenlos besichtigen?

Ja. Die Parlamentsdienste bieten kostenlose Führungen durch das Parlamentsgebäude an. In sessionsfreien Zeiten finden regulär Führungen statt; die verfügbaren Tage, Sprachen und Plätze sind über die offizielle Reservationsseite ersichtlich. Die Dauer beträgt nach den Angaben des Parlaments maximal 60 Minuten.

Eine Reservation ist erforderlich. Einzelpersonen und kleinere Gruppen können Führungen nach den jeweils publizierten Buchungsfristen reservieren. Beachte, dass während der Sessionen andere Besuchsregeln gelten. Wer über 16 Jahre alt ist, muss für die Sicherheitskontrolle ein akzeptiertes amtliches Ausweisdokument mitbringen; zudem ist ausreichend Zeit vor dem Einlass einzuplanen.

Debatten während einer Session verfolgen

Das Parlament tagt in der Regel viermal jährlich in ordentlichen Sessionen, jeweils während drei Wochen. Während dieser Zeit können Besucherinnen und Besucher unter den geltenden Reservations- und Sicherheitsregeln Debatten von den Zuschauertribünen aus verfolgen. Die Parlamentsdienste informieren online über verfügbare Plätze.

Wenn Du nicht nach Bern reisen kannst, stehen Liveübertragungen sowie das Amtliche Bulletin mit Wortprotokollen zur Verfügung. Das ist besonders hilfreich, wenn Du ein konkretes politisches Geschäft verfolgen möchtest. Die Besuchsmöglichkeiten für Gruppen und Einzelpersonen unterscheiden sich; plane deshalb anhand der aktuellen offiziellen Angaben.

Anreise und praktische Tipps

Das Bundeshaus liegt in der Berner Altstadt, unweit des Bahnhofs. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist für viele Besucher praktisch. Plane für die Sicherheitskontrolle mehr Zeit ein und prüfe vorab, ob eine Führung oder ein Tribünenbesuch für Deinen gewünschten Termin tatsächlich angeboten wird.

Fotografie, Gepäck und Zugang zu einzelnen Bereichen können aus Sicherheits- und Betriebsgründen eingeschränkt sein. Verlasse Dich nicht auf veraltete Reiseblogs mit pauschalen Öffnungszeiten, sondern auf die aktuellen Informationen der Parlamentsdienste. Auch ein Spaziergang über den Bundesplatz und die Bundesterrasse lohnt sich unabhängig von einer Innenbesichtigung.

Häufige Fragen

Ist das Bundeshaus dasselbe wie das Parlament? Nicht ganz: Das Bundeshaus ist der Gebäudekomplex, während die Bundesversammlung das Parlament als Institution bezeichnet. Das Parlamentsgebäude bildet den zentralen Teil des Komplexes.

Warum ist Bern die Bundesstadt? Bern ist seit der Gründung des modernen Bundesstaats 1848 Sitz der Bundesbehörden. Die Bezeichnung Bundesstadt ist im schweizerischen Sprachgebrauch üblich; das Bundeshaus steht damit im Zentrum des politischen Bundesbetriebs.

Fazit

Das Bundeshaus vereint Architekturgeschichte und gelebte Demokratie. Der zentrale Parlamentsbau wurde 1902 eingeweiht und ist heute zugleich politischer Arbeitsort und öffentlich zugängliches Symbol. Für eine Besichtigung solltest Du die offiziellen Führungs- und Sessionstermine prüfen und die Sicherheitsvorgaben beachten.

Weiterführende Artikel

Amtliche Quellen

Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz!

Kommentare


bottom of page