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Duales Studium Polizei Schweiz: Ausbildung, Gehalt, Voraussetzungen und Karriere

10. Aug.
12 Min. Lesezeit



Wer nach einem dualen Studium bei der Polizei in der Schweiz sucht, wird schnell feststellen, dass sich der Ausbildungsweg deutlich von Deutschland unterscheidet. Während in Deutschland je nach Bundesland ein duales Studium bei der Polizei mit einem Bachelorabschluss ein typischer Einstieg in den gehobenen Polizeidienst sein kann, existiert dieses Modell in der Schweiz in dieser Form nicht. Trotzdem wird häufig nach Begriffen wie „Duales Studium Polizei Schweiz“, „Polizei Studium Schweiz“ oder „Polizeiausbildung Schweiz“ gesucht. Gemeint ist meistens die professionelle Grundausbildung zur Polizistin oder zum Polizisten, bei der theoretischer Unterricht und praktische Polizeiarbeit miteinander kombiniert werden.


Die Schweizer Polizeiausbildung ist dabei besonders interessant, weil die angehenden Polizistinnen und Polizisten bereits während ihrer Ausbildung angestellt sind und einen regulären Lohn erhalten. Je nach Kanton können während der Polizeischule bereits deutlich mehr als 5'000 CHF brutto pro Monat verdient werden. Gleichzeitig bietet der Polizeiberuf langfristig zahlreiche Möglichkeiten, beispielsweise im Streifendienst, bei der Kriminalpolizei, Verkehrspolizei, Prävention, Fahndung, im Bereich Cybercrime oder später in Führungsfunktionen.


Wer eine Karriere bei der Polizei in der Schweiz plant, sollte allerdings einige Besonderheiten kennen. Ausbildungsweg, Voraussetzungen, Staatsangehörigkeit, Altersgrenzen und Gehälter sind nicht bei allen Polizeikorps identisch. Besonders für Deutsche, die in die Schweiz auswandern und dort Polizist werden möchten, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die einzelnen Kantone.



Was ist ein duales Studium bei der Polizei in der Schweiz?


Ein klassisches duales Polizeistudium mit Bachelorabschluss ist in der Schweiz nicht der normale Ausbildungsweg. Die Schweizer Grundausbildung zur Polizistin oder zum Polizisten dauert grundsätzlich zwei Jahre und kombiniert schulische Ausbildung mit praktischer Arbeit innerhalb eines Polizeikorps.


Damit besitzt die Ausbildung viele Eigenschaften, die man aus einem dualen Studium kennt. Die Auszubildenden lernen nicht nur theoretische Grundlagen, sondern wenden ihr Wissen zunehmend im echten Polizeialltag an. Gleichzeitig erhalten sie während dieser Zeit bereits einen Lohn.


Formal handelt es sich jedoch nicht um ein Hochschulstudium. Die Ausbildung führt stattdessen zur eidgenössischen Berufsprüfung und zum eidgenössischen Fachausweis Polizist/in. Der Abschluss gehört damit zur höheren Berufsbildung in der Schweiz und ist kein Bachelorabschluss einer Universität oder Fachhochschule.


Dieser Unterschied ist besonders für Bewerber aus Deutschland wichtig. Wer dort nach dem Abitur ein duales Studium bei der Polizei erwartet, sollte nicht gezielt nach einer Schweizer Polizeihochschule mit einem dreijährigen Bachelorprogramm suchen. Der typische Weg führt stattdessen über die Bewerbung bei einem konkreten Polizeikorps. Wird das Auswahlverfahren bestanden, erfolgt anschliessend die Polizeiausbildung.


Das Schweizer System ist stark praxisorientiert. Bewerber werden nicht einfach Studierende einer Hochschule, sondern treten ihre Ausbildung im Zusammenhang mit einem Polizeikorps an. Genau deshalb kann die Polizeiausbildung finanziell deutlich attraktiver sein als ein klassisches Hochschulstudium.


Wie läuft die Polizeiausbildung in der Schweiz ab?


Die professionelle Polizeiausbildung in der Schweiz dauert grundsätzlich zwei Jahre. Das Ausbildungsmodell wurde schweizweit vereinheitlicht und verbindet eine erste überwiegend schulische Phase mit einer zweiten Phase im Polizeikorps.


Im ersten Ausbildungsjahr besuchen angehende Polizistinnen und Polizisten eine Polizeischule. Welche Schule zuständig ist, hängt unter anderem vom Polizeikorps beziehungsweise Kanton ab. Hier werden die fachlichen, rechtlichen, taktischen, kommunikativen und körperlichen Grundlagen vermittelt, die später für den Polizeialltag notwendig sind.


Der Begriff „Schule“ darf allerdings nicht mit klassischem Frontalunterricht verwechselt werden. Bereits während dieser Phase spielen praktische Übungen eine erhebliche Rolle. Polizeiliche Situationen werden trainiert, Einsätze simuliert und Verhaltensweisen unter realitätsnahen Bedingungen geübt.


Nach der ersten Ausbildungsphase erfolgt eine Prüfung der Einsatzfähigkeit. Anschliessend beginnt das zweite Ausbildungsjahr, das wesentlich stärker auf die praktische Polizeiarbeit ausgerichtet ist. Die Aspirantinnen und Aspiranten arbeiten nun im Polizeikorps und sammeln unter Anleitung Berufserfahrung.


Sie begleiten Einsätze, lernen die Abläufe einer Polizeiorganisation kennen und wenden die zuvor erlernten Inhalte zunehmend in realen Situationen an. Am Ende der Ausbildung steht die eidgenössische Berufsprüfung. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Absolventinnen und Absolventen den eidgenössischen Fachausweis Polizist/in.


Das Modell ähnelt damit funktional einem dualen Studium, obwohl es formal keines ist: theoretisches Wissen und praktische Berufsausbildung werden eng miteinander verbunden, während gleichzeitig bereits ein Gehalt bezahlt wird.


Welche Inhalte werden während der Polizeiausbildung vermittelt?


Die Polizeiausbildung ist wesentlich vielseitiger, als es die öffentliche Wahrnehmung des Polizeiberufs teilweise vermuten lässt. Körperliche Fitness, Selbstverteidigung, Schiessausbildung und Einsatztraining spielen zwar eine wichtige Rolle, stellen aber nur einen Teil der Ausbildung dar.


Ein Schwerpunkt liegt auf juristischem Wissen. Polizistinnen und Polizisten müssen genau wissen, welche Massnahmen sie unter welchen Voraussetzungen durchführen dürfen. Themen wie Strafrecht, Strafprozessrecht, Polizeirecht, Verkehrsrecht, Menschenrechte und rechtmässige Zwangsanwendung sind deshalb von zentraler Bedeutung.


Daneben spielt Kriminalistik eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise die Aufnahme von Sachverhalten, Spurensicherung, Befragungen, Rapportierung und das korrekte Vorgehen an Tat- oder Unfallorten.


Ein weiterer Schwerpunkt ist Kommunikation. Polizisten befinden sich häufig in Situationen, in denen Menschen emotional aufgewühlt, aggressiv, verängstigt, verletzt oder alkoholisiert sind. Professionelle Gesprächsführung, Konfliktmanagement und Deeskalation können deshalb genauso wichtig sein wie körperliche Fähigkeiten.


Hinzu kommen Einsatztraining, Verkehr, Fahrausbildung, Schiessen, Selbstverteidigung, Erste Hilfe, Sport und psychologische Themen.


Die Anforderungen an Polizeibeamte sind entsprechend hoch. Gute körperliche Fitness allein reicht nicht aus. Ebenso wichtig sind psychische Belastbarkeit, Rechtsverständnis, Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Konzentration und die Fähigkeit, auch unter erheblichem Zeitdruck rationale Entscheidungen zu treffen.


Gehalt während der Polizeiausbildung in der Schweiz


Einer der grössten Unterschiede zu einem klassischen Studium ist die finanzielle Situation. Wer in der Schweiz die Polizeiausbildung absolviert, erhält normalerweise bereits während der Ausbildung einen Lohn.


Eine einheitliche Schweizer Gehaltsangabe gibt es allerdings nicht. Die Polizeikorps sind kantonal beziehungsweise kommunal organisiert und besitzen unterschiedliche Lohnsysteme. Zusätzlich können Alter, Berufserfahrung und bisheriger Werdegang Einfluss auf die Einstufung haben.


Ein besonders attraktives Beispiel ist die Kantonspolizei Zürich. Dort liegen die veröffentlichten Bruttolöhne während der Polizeischule aktuell ungefähr zwischen 5'892 CHF und 6'866 CHF pro Monat. Entscheidend für die konkrete Einstufung ist unter anderem das Alter.


Bei 13 Monatslöhnen entspricht dies bereits während der Polizeischule einem Bruttojahreseinkommen von ungefähr 76'600 CHF bis 89'300 CHF.


Im anschliessenden Praxisjahr steigen die veröffentlichten Grundlöhne in Zürich auf ungefähr 6'087 CHF bis 7'061 CHF monatlich. Hochgerechnet auf 13 Monatslöhne entspricht dies rund 79'100 CHF bis 91'800 CHF brutto pro Jahr. Je nach Tätigkeit können zusätzliche Dienstzulagen hinzukommen.


Bern zeigt gleichzeitig, wie gross die kantonalen Unterschiede sein können. Bei der Kantonspolizei Bern werden die Ausbildungsgehälter ebenfalls nach Alter gestaffelt. Im ersten Ausbildungsjahr bewegen sich die veröffentlichten Monatslöhne 2026 ungefähr zwischen 4'594 CHF und 5'597 CHF brutto.


Bei 13 Monatslöhnen ergibt dies etwa 59'700 CHF bis 72'800 CHF brutto pro Jahr.

Im zweiten Ausbildungsjahr steigt der Lohn bei der Kantonspolizei Bern je nach Einstufung deutlich an und kann ungefähr zwischen 5'310 CHF und 7'184 CHF monatlich liegen.


Die Beispiele zeigen, warum Aussagen wie „Ein Polizeischüler verdient in der Schweiz 6'000 CHF im Monat“ zu pauschal sind. Der tatsächliche Lohn hängt wesentlich davon ab, bei welchem Polizeikorps die Ausbildung absolviert wird.


Eine grobe Orientierung anhand der veröffentlichten Löhne aus Zürich und Bern sieht folgendermassen aus:

Ausbildungsphase

Bruttolohn pro Monat

Bruttojahreslohn bei 13 Monatslöhnen

Polizeischule Zürich

ca. 5'892–6'866 CHF

ca. 76'600–89'300 CHF

Praxisjahr Zürich

ca. 6'087–7'061 CHF

ca. 79'100–91'800 CHF

Polizeischule Bern

ca. 4'594–5'597 CHF

ca. 59'700–72'800 CHF

Praxisjahr Bern

ca. 5'310–7'184 CHF

ca. 69'000–93'400 CHF


Für Interessierte lohnt es sich daher, nicht nur Ausbildungsplätze, sondern auch die Anstellungsbedingungen verschiedener Polizeikorps miteinander zu vergleichen.


Wie viel verdient ein Polizist in der Schweiz nach der Ausbildung?


Auch nach Abschluss der Ausbildung unterscheiden sich die Gehälter je nach Kanton, Alter, Berufserfahrung, Funktion und Dienstmodell.


Bei der Kantonspolizei Zürich bewegen sich die veröffentlichten Grundgehälter nach bestandener eidgenössischer Berufsprüfung beispielsweise ungefähr zwischen 6'431 CHF und 7'461 CHF brutto pro Monat. Bei 13 Monatsgehältern entspricht dies einem Grundgehalt von ungefähr 83'600 CHF bis 97'000 CHF jährlich.


Bei der Kantonspolizei Bern liegen die veröffentlichten Grundgehälter nach Abschluss der Ausbildung abhängig von der Einstufung ungefähr zwischen 5'693 CHF und 7'431 CHF brutto monatlich. Daraus ergeben sich bei 13 Monatslöhnen rund 74'000 CHF bis knapp 96'600 CHF brutto im Jahr.


Zusätzliche Zulagen können das effektive Einkommen erhöhen. Polizeiarbeit findet schliesslich nicht nur von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr statt. Nachtarbeit, Wochenenddienste, Feiertagsdienste, Pikett- oder spezielle Einsatzdienste können zusätzlich vergütet werden.


Ein realistischer Gehaltsvergleich sollte deshalb zwischen dem Grundlohn und dem tatsächlichen Jahreseinkommen inklusive Zulagen unterscheiden.


Gleichzeitig handelt es sich bei den genannten Zahlen um Bruttolöhne. Vom Bruttogehalt werden unter anderem Beiträge für AHV, IV, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung und Pensionskasse abgezogen. Wie hoch der tatsächlich verfügbare Nettolohn ausfällt, hängt zusätzlich von der individuellen steuerlichen Situation ab.


Pauschale Angaben zum „Netto-Gehalt eines Polizisten in der Schweiz“ sind deshalb nur begrenzt sinnvoll.


Warum unterscheiden sich die Polizeigehälter zwischen den Kantonen?


Die Schweiz besitzt kein landesweit einheitliches Lohnsystem für sämtliche Polizistinnen und Polizisten. Die einzelnen Kantone beziehungsweise Städte beschäftigen ihre Mitarbeitenden nach eigenen Lohnsystemen.


Dadurch können sich Grundgehälter, Erfahrungsstufen, Zulagen und Beförderungssysteme unterscheiden. Auch Berufserfahrung vor dem Eintritt in die Polizei kann je nach Arbeitgeber unterschiedlich berücksichtigt werden.


Wer sich bei mehreren Polizeikorps bewerben könnte, sollte deshalb nicht nur auf den veröffentlichten Monatslohn achten. Relevant sind auch der 13. Monatslohn, Pensionskassenleistungen, Schichtzulagen, Arbeitszeitmodelle, Ferien, Weiterbildungsmöglichkeiten und langfristige Lohnentwicklung.


Gerade in der Schweiz kann ausserdem der Arbeitsort Einfluss darauf haben, wie attraktiv ein bestimmtes Gehalt tatsächlich ist. Ein höherer Lohn in Zürich muss beispielsweise im Verhältnis zu den dort häufig höheren Wohnkosten betrachtet werden.


Trotzdem gehört die bezahlte Polizeiausbildung zu den finanziell interessanten Ausbildungswegen in der Schweiz. Bereits während der Ausbildung Einkommen zu erzielen, anstatt Studiengebühren und Lebenshaltungskosten vollständig selbst finanzieren zu müssen, ist ein erheblicher Vorteil.


Voraussetzungen für die Polizeiausbildung in der Schweiz


Wer Polizist in der Schweiz werden möchte, muss verschiedene formale und persönliche Voraussetzungen erfüllen. Auch hier gibt es keine vollständig identischen Regeln für alle Polizeikorps.


Typischerweise wird eine abgeschlossene berufliche oder schulische Ausbildung verlangt. Dies kann beispielsweise eine Berufslehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis, eine Matura oder eine als gleichwertig anerkannte Ausbildung sein.


Daneben werden ein einwandfreier Leumund, ausreichende körperliche Leistungsfähigkeit, psychische Belastbarkeit und gute Sprachkenntnisse erwartet. Ein Führerausweis der Kategorie B gehört bei vielen Polizeikorps ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen.

Bei der Kantonspolizei Zürich wird beispielsweise Schweizer Bürgerrecht verlangt. Bewerber müssen beim Eingang der Bewerbung aktuell mindestens 20 und höchstens 39 Jahre alt sein. Eine Mindestkörpergrösse gibt es dagegen nicht.


Andere Kantone besitzen andere Regelungen. Basel-Stadt verzichtet beispielsweise auf eine obere Altersgrenze und verlangt ebenfalls keine bestimmte Mindestkörpergrösse.

Gerade deshalb sollten Bewerber nicht davon ausgehen, dass eine Voraussetzung, die sie bei einem bestimmten Polizeikorps finden, automatisch für die gesamte Schweiz gilt.


Auswahlverfahren bei der Schweizer Polizei


Das Erfüllen der formalen Voraussetzungen bedeutet noch nicht automatisch, dass ein Ausbildungsplatz vergeben wird. Die Polizeikorps führen umfangreiche Auswahlverfahren durch.


Geprüft werden je nach Korps unter anderem Sprache, Allgemeinwissen, logisches Denken, Aufmerksamkeit, Persönlichkeit und körperliche Leistungsfähigkeit.

Zusätzlich können Vorstellungsgespräche, Assessments, psychologische Untersuchungen und sportmedizinische beziehungsweise medizinische Untersuchungen Bestandteil des Auswahlprozesses sein.


Auch der persönliche Hintergrund spielt eine wichtige Rolle. Von zukünftigen Polizistinnen und Polizisten wird ein einwandfreier Leumund erwartet. Je nach Korps werden deshalb entsprechende Abklärungen durchgeführt und Referenzen geprüft.


Die Anforderungen gehen deutlich über gute Schulnoten hinaus. Die Polizei sucht Personen, denen sie weitreichende Befugnisse übertragen kann und die auch in schwierigen Situationen zuverlässig, verhältnismässig und verantwortungsvoll handeln.


Wer sich auf ein Auswahlverfahren vorbereitet, sollte deshalb sowohl seine körperliche Leistungsfähigkeit als auch Sprachkenntnisse, logisches Denken und sein Wissen über den Polizeiberuf trainieren.


Kann man als Deutscher Polizist in der Schweiz werden?


Für Deutsche, die in die Schweiz auswandern möchten, gehört dies zu den interessantesten Fragen. Die Antwort lautet: Es hängt vom Polizeikorps und vom Aufenthaltsstatus ab.

Bei einigen Polizeikorps ist das Schweizer Bürgerrecht zwingende Voraussetzung. Die Kantonspolizei Zürich verlangt beispielsweise Schweizer Bürgerrecht. Ein deutscher Staatsbürger ohne Schweizer Pass kann sich dort entsprechend nicht regulär für die Polizeiausbildung bewerben.


Andere Kantone verfolgen teilweise offenere Modelle. Basel-Stadt akzeptiert beispielsweise grundsätzlich auch Personen mit Niederlassungsbewilligung C. Zusätzlich wurden dort Möglichkeiten geschaffen, unter bestimmten Voraussetzungen auch Bewerbungen von Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung B zu prüfen.


Damit gibt es für Deutsche keinen schweizweit einheitlichen Weg in den Polizeiberuf.

Wer aus Deutschland kommt und langfristig Polizist in der Schweiz werden möchte, sollte deshalb frühzeitig prüfen, welche Polizeikorps hinsichtlich Staatsangehörigkeit und Aufenthaltsbewilligung infrage kommen.


Auch eine bereits absolvierte deutsche Polizeiausbildung bedeutet nicht automatisch, dass man ohne weitere Prüfung direkt in einem Schweizer Polizeikorps eingesetzt werden kann. Polizei- und Strafprozessrecht sowie institutionelle Strukturen unterscheiden sich. Anerkennung und Einstufung müssen deshalb individuell geprüft werden.

Für Deutsche lautet die wichtigste Empfehlung daher: Nicht allgemein nach „Polizei Schweiz Bewerbung“ suchen, sondern gezielt die Anforderungen des gewünschten Kantons überprüfen.


Welche Karrierechancen gibt es nach der Polizeiausbildung?


Mit dem eidgenössischen Fachausweis endet die berufliche Entwicklung nicht. Vielmehr bildet die Grundausbildung die Basis für eine Vielzahl möglicher Laufbahnen.

Viele Polizistinnen und Polizisten beginnen zunächst im uniformierten Polizeidienst beziehungsweise in der Grundversorgung. Dort sammeln sie Erfahrungen mit Einsätzen, Verkehrskontrollen, Konfliktsituationen, Unfällen, Straftaten und der Zusammenarbeit mit anderen Behörden.


Mit zunehmender Berufserfahrung können zahlreiche Spezialisierungen möglich werden.

Dazu gehören beispielsweise Kriminalpolizei, Fahndung, Verkehrspolizei, Seepolizei, Prävention, Hundeführer, Polizeigrenadiere, Einsatzleitzentralen, Instruktion oder verschiedene Führungsfunktionen.


Auch Bereiche wie Cybercrime und digitale Forensik gewinnen zunehmend an Bedeutung. Kriminalität verlagert sich teilweise in digitale Räume, wodurch technisches Know-how für Polizeibehörden immer wichtiger wird.


Ein weiteres Spezialgebiet ist Wirtschaftskriminalität. Ermittlungen rund um Betrug, Geldwäscherei, komplexe Unternehmensstrukturen oder Finanztransaktionen erfordern zusätzliche fachliche Kenntnisse.


Für entsprechende Funktionen existieren auch Hochschulweiterbildungen. Schweizer Fachhochschulen bieten beispielsweise CAS-Programme in Bereichen wie Financial Investigation, Cyber Investigation oder Digital Forensics an.


Das Schweizer Ausbildungsmodell schliesst akademische Weiterbildung daher keineswegs aus. Der typische Weg verläuft lediglich anders: Zuerst erfolgt eine praxisorientierte Polizeiausbildung mit eidgenössischem Fachausweis. Später können abhängig von Funktion und Interesse spezialisierte Weiterbildungen hinzukommen.


Ist die Polizei in der Schweiz ein sicherer Beruf?


Der öffentliche Dienst wird häufig mit einer hohen Arbeitsplatzsicherheit verbunden. Grundsätzlich bieten Polizeikorps langfristige berufliche Perspektiven, allerdings sollte daraus keine Garantie für eine bestimmte Karriere abgeleitet werden.


Polizeiliche Aufgaben werden dauerhaft benötigt. Gleichzeitig verändern Digitalisierung, gesellschaftliche Entwicklungen und neue Formen der Kriminalität das Berufsbild.

Cyberkriminalität, Onlinebetrug, internationale Finanzkriminalität und digitale Beweismittel gewinnen beispielsweise zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig bleiben klassische Bereiche wie Verkehrssicherheit, öffentliche Ordnung, Strafverfolgung und Prävention zentral.


Für Beschäftigte bedeutet dies, dass lebenslanges Lernen auch im Polizeiberuf wichtig ist.

Wer fachlich flexibel bleibt und sich weiterentwickelt, kann innerhalb grosser Polizeikorps zahlreiche unterschiedliche berufliche Wege einschlagen, ohne den Arbeitgeber beziehungsweise den öffentlichen Sicherheitsbereich vollständig verlassen zu müssen.


Welche Nachteile hat der Polizeiberuf?


Bei einem Gehalt von teilweise mehr als 80'000 oder 90'000 CHF bereits relativ früh in der Karriere wirkt der Polizeiberuf finanziell attraktiv. Eine Entscheidung sollte trotzdem nicht allein anhand des Gehalts getroffen werden.


Schichtarbeit gehört für viele Funktionen zum Berufsalltag. Nachtdienste, Wochenenden und Feiertage sind nicht automatisch frei. Dadurch kann die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und sozialem Leben schwieriger werden als bei einem klassischen Bürojob.

Hinzu kommt die psychische Belastung. Polizistinnen und Polizisten werden regelmässig mit Situationen konfrontiert, die andere Menschen nur selten erleben: schwere Verkehrsunfälle, Gewalt, Suizide, familiäre Konflikte, verletzte Menschen, Todesfälle oder aggressive Personen.


Gleichzeitig stehen Polizeibeamte unter hoher rechtlicher und gesellschaftlicher Verantwortung. Entscheidungen müssen teilweise innerhalb weniger Sekunden getroffen werden, können aber später ausführlich juristisch oder öffentlich bewertet werden.

Auch körperliche Auseinandersetzungen können Teil des Berufs sein.

Die vergleichsweise attraktive Vergütung ist deshalb nicht losgelöst von den besonderen Anforderungen und Belastungen des Polizeiberufs zu betrachten.


Lohnt sich die Polizeiausbildung finanziell?


Rein finanziell betrachtet kann die Polizeiausbildung in der Schweiz sehr attraktiv sein. Der entscheidende Vorteil besteht darin, dass bereits während der Ausbildungszeit ein reguläres Einkommen erzielt wird.


Wer stattdessen drei Jahre ein Vollzeitstudium absolviert, muss während dieser Zeit möglicherweise Lebenshaltungskosten finanzieren und kann nur eingeschränkt arbeiten. Polizeiaspirantinnen und Polizeiaspiranten erzielen dagegen abhängig vom Kanton teilweise bereits während des ersten Ausbildungsjahres ein Jahresbrutto von deutlich mehr als 60'000 oder sogar 70'000 CHF.


Nach Abschluss der Ausbildung sind Grundgehälter im Bereich von etwa 75'000 bis rund 95'000 CHF bei den betrachteten grossen Polizeikorps durchaus realistisch. Je nach Dienstmodell und Zulagen kann das tatsächliche Jahreseinkommen höher ausfallen.

Mit wachsender Berufserfahrung, Spezialfunktionen oder Führungsverantwortung kann sich das Einkommen weiterentwickeln.


Trotzdem sollte der Polizeiberuf nicht als Methode betrachtet werden, möglichst schnell ein hohes Schweizer Gehalt zu erzielen. Für eine langfristig erfolgreiche Karriere müssen Interesse an Polizeiarbeit, Belastbarkeit und persönliche Eignung vorhanden sein.


Duales Studium Polizei Schweiz oder klassische Polizeiausbildung?


Wer aus Deutschland kommt, muss sich zunächst von der Vorstellung eines klassischen dualen Polizeistudiums lösen.


Der Schweizer Weg ist anders aufgebaut. Es gibt nicht automatisch einen dreijährigen Bachelorstudiengang, nach dessen Abschluss man in einen gehobenen Polizeidienst eintritt.

Stattdessen erfolgt der Einstieg typischerweise über ein Polizeikorps, eine zweijährige Ausbildung und die eidgenössische Berufsprüfung.


Für viele Bewerber kann dieses System sogar Vorteile haben. Die Ausbildung ist sehr praxisnah und wird bezahlt. Bereits nach relativ kurzer Zeit sammeln die Aspirantinnen und Aspiranten echte Berufserfahrung.


Gleichzeitig bestehen später zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung und Spezialisierung.

Wer also nach einem „dualen Studium Polizei Schweiz“ sucht, sollte sich nicht von der Tatsache abschrecken lassen, dass dieser Begriff formal nicht korrekt ist. Inhaltlich bietet die Schweizer Polizeiausbildung genau das, was viele mit einem dualen Bildungsweg verbinden: Theorie, Praxis, Gehalt und einen direkten Übergang in den Beruf.


Fazit: Duales Studium Polizei in der Schweiz – attraktive Ausbildung mit gutem Gehalt


Ein klassisches duales Studium bei der Polizei mit Bachelorabschluss ist in der Schweiz nicht der reguläre Ausbildungsweg. Wer Polizistin oder Polizist werden möchte, absolviert stattdessen grundsätzlich eine zweijährige professionelle Polizeiausbildung, die mit der eidgenössischen Berufsprüfung und dem eidgenössischen Fachausweis Polizist/in abgeschlossen wird.


Die Ausbildung verbindet theoretische Inhalte mit intensivem Praxistraining und tatsächlicher Arbeit im Polizeikorps. Genau deshalb ähnelt sie in vielen Punkten einem dualen Studium.


Besonders attraktiv ist die finanzielle Situation. Bereits während der Polizeischule wird ein regulärer Lohn bezahlt. Je nach Kanton, Alter und Einstufung sind während der Ausbildung Monatsgehälter von deutlich über 5'000 CHF möglich. Bei der Kantonspolizei Zürich reichen die veröffentlichten Ausbildungsgehälter aktuell sogar bis knapp 6'900 CHF brutto monatlich.

Nach bestandener Ausbildung bewegen sich veröffentlichte Grundgehälter grosser Polizeikorps wie Zürich oder Bern abhängig von der Einstufung grob zwischen rund 74'000 und 97'000 CHF brutto pro Jahr. Dienst-, Nacht- und Wochenendzulagen können zusätzlich hinzukommen.


Mindestens genauso wichtig wie das Gehalt sind jedoch die Voraussetzungen. Körperliche Fitness, psychische Belastbarkeit, sehr gute Sprachkenntnisse, ein einwandfreier Leumund und ein hohes Verantwortungsbewusstsein sind zentrale Bestandteile des Anforderungsprofils.


Für Deutsche ist zusätzlich entscheidend, welches Polizeikorps gewählt wird. Während beispielsweise die Kantonspolizei Zürich Schweizer Bürgerrecht voraussetzt, bestehen in Basel-Stadt unter bestimmten Bedingungen auch Möglichkeiten für Personen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft.


Wer eine Polizeikarriere in der Schweiz plant, sollte daher zunächst die Anforderungen verschiedener Kantone vergleichen und danach gezielt entscheiden, wo eine Bewerbung sinnvoll ist.


Die Schweizer Polizeiausbildung bietet letztlich eine interessante Kombination: eine bezahlte Ausbildung, hohe Praxisorientierung, einen eidgenössisch anerkannten Abschluss, gute Einstiegsgehälter und langfristig zahlreiche Spezialisierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich für Sicherheit, Recht und die Arbeit mit Menschen interessiert und gleichzeitig bereit ist, Verantwortung sowie die besonderen Belastungen des Polizeiberufs zu tragen, findet hier eine anspruchsvolle und langfristig interessante Karriere.



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