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Schweizer Kurzgeschichten: Zum Straiche des Morgens



Die Frage, ob ich je in der Lage wäre, im magischen Schein des Basler Morgestraich eine Geschichte zu weben – selbst wenn es nicht wirklich von Bedeutung wäre –, durchzog meine Gedanken, als ich mich in den frühen Morgenstunden in den engen Gassen Basels einfand. Die Stadt, die sich normalerweise im sanften Schlummer der Nacht wiegt, erwachte an diesem besonderen Tag zu einem Spektakel von Licht und Farben.


Die Kühle der Dunkelheit hüllte die Stadt ein, als ich mich durch die stille Altstadt zum Marktplatz begab. Über mir spannten sich die Wappenschilder der Zünfte, die im Tageslicht verborgen blieben. Ein flüchtiger Blick auf die Rathausuhr verriet, dass die Zeit kurz vor vier Uhr morgens war. Ein gespanntes Flüstern lag in der Luft, während sich Menschen in dicken Jacken und mit Laterne bewaffnet versammelten, bereit, am einzigartigen Schauspiel des Morgestraich teilzunehmen.


Punkt vier Uhr brach die Stadt in vollkommene Dunkelheit aus. Ein Knall, begleitet von einem Aufschrei der Menge, markierte den magischen Moment, in dem sämtliche Lichter gelöscht wurden. Basel versank in einem schwarzblauen Farbenmeer, nur durch das matte Glühen der Laternen erhellt.


Die Klänge der Trommeln und Pfeifen begannen, die Stille zu durchbrechen. Die Cliquen, kunstvoll kostümiert und mit leuchtenden Laternen geschmückt, zogen durch die Gassen. Ein Meer von bunten Lichtern, begleitet von einem rhythmischen Trommeln, bahnte sich den Weg durch das nächtliche Basel.


Die Straßen wurden zur Leinwand, auf der die Geschichten der Cliquen zum Leben erwachten. Von geschichtsträchtigen Szenen bis hin zu humorvollen Darstellungen erstreckte sich das Spektrum der kunstvollen Inszenierungen. In den wogenden Menschenmassen fand ich mich inmitten einer faszinierenden Collage aus Tradition, Kunst und Gemeinschaft.


Die Basler, in ihren bunten Fasnachtskleidern, sangen Lieder, die seit Generationen weitergegeben wurden. Die Morgenluft vibrierte von einer unsichtbaren Energie, während die Stadt in einem einzigartigen Rhythmus pulsierte. Es war, als ob die Zeit für einen kurzen Moment stillstand, eingefangen im magischen Bann des Morgestraich.


Die Atmosphäre war durchtränkt von einer Mischung aus Nostalgie und Aufbruchsstimmung. Die Teilnehmer und Zuschauer, vereint in der Dunkelheit, bildeten eine schweigende Gemeinschaft, in der die Grenzen zwischen den Menschen verschwammen. Der Basler Morgestraich war nicht nur ein Spektakel, sondern ein ritueller Tanz, der die Seele der Stadt feierte.


Als schließlich die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont krochen, erfasste mich ein Gefühl der Ehrfurcht. Die Lichter wurden wieder entzündet, die Stadt erwachte aus ihrem dunklen Zauber. Der Basler Morgestraich, ein flüchtiger Traum im Zwielicht der Nacht, hatte meine Sinne berührt und eine Erinnerung geschaffen, die in meinem Herzen verweilen sollte.


Die Frage, ob ich je in der Lage wäre, den verzauberten Glanz des Basler Morgestraich in Worte zu fassen – selbst wenn es nicht wirklich von Bedeutung wäre –, hallte in meinem Kopf wider, als die ersten Sonnenstrahlen den Himmel über Basel in ein zartes Morgenrot tauchten. Die Stadt, die kurz zuvor noch in Dunkelheit getaucht war, erwachte nun zu einem neuen Tag, und doch spürte ich, dass der Zauber des Morgestraich noch in der Luft lag.


Die Basler, die sich in den Straßen versammelt hatten, schienen die Energie der Nacht in sich zu tragen. Das leise Murmeln der Menschen, das Knistern der Laternen und das fahle Licht der aufgehenden Sonne verliehen der Szenerie eine fast mystische Aura. Die Farben der kunstvollen Kostüme schienen intensiver zu leuchten, als würden sie die Magie der vergangenen Stunden in sich tragen.


Mit einem Gefühl der Neugier begab ich mich erneut auf die Straßen, die nun von einer Mischung aus Alltagstrubel und dem Nachhall des Morgestraich erfüllt waren. Die Zünfte, die während des Morgestraichs ihre künstlerischen Kreationen präsentiert hatten, waren nun lebendige Teile des Stadtbildes. Ihre Masken, die sie während des Festes trugen, waren abgelegt, aber die Gemeinschaftsgefühl blieb spürbar.


Die Altstadt von Basel bot mir ein Kaleidoskop der Eindrücke. In den verwinkelten Gassen entdeckte ich charmante Cafés, in denen die Basler bei einem gemütlichen Frühstück die Erlebnisse der vergangenen Nacht Revue passieren ließen. Die Märkte erwachten zum Leben, und das geschäftige Treiben verlieh der Stadt eine pulsierende Dynamik.


Während ich durch die Straßen schlenderte, stieß ich auf kleine Läden, die kunstvolle Souvenirs und handgefertigte Produkte anboten. Jeder Gegenstand schien eine eigene Geschichte zu erzählen, eine Erinnerung an die Traditionen und Kreativität, die Basel so einzigartig machen.


Der Tag in Basel verstrich wie im Flug, und ich fand mich am Abend erneut am Rheinufer wieder. Diesmal lehnte ich mich an das Geländer der Mittelbrücke und ließ meinen Blick über den Fluss schweifen. Das Wasser glänzte im sanften Licht der untergehenden Sonne, und die Konturen der Stadt wurden von warmen Farbtönen umhüllt.


Die Basler Fasnacht mochte vorüber sein, aber der Glanz des Morgestraich, dieses magische Intermezzo zwischen Dunkelheit und Licht, blieb in meinen Gedanken präsent. Basel hatte mir nicht nur eine Stadt gezeigt, sondern ein Erlebnis geschenkt, das die Essenz ihrer Kultur, ihrer Geschichte und ihrer lebendigen Gemeinschaft eingefangen hatte. Als ich mich auf den Weg zurückmachte, wusste ich, dass der Zauber von Basel noch lange in meinen Erinnerungen nachklingen würde.


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