Aargauer Gemeinden 2026: Durchschnittliche Einwohnerzahl
Aktualisiert: 30. Okt.
Im Kanton Aargau leben sehr unterschiedlich viele Menschen in den einzelnen Gemeinden. Für einen verständlichen Vergleich lohnt sich zuerst die einfache Rechnung: Ende 2025 zählte der Kanton nach seiner amtlichen Statistik 743'643 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 196 politische Gemeinden. Das ergibt rechnerisch rund 3'794 Personen pro Gemeinde. Diese Zahl ist ein arithmetischer Durchschnitt und beschreibt keine typische Gemeinde.
Der ältere Beitrag bezog sich im Titel auf das Jahr 2020 und nannte inzwischen überholte Gemeinde- und Bevölkerungszahlen. Die ursprüngliche Internetadresse bleibt erhalten, doch hier unterscheiden wir ausdrücklich zwischen historischen Angaben und dem überprüfbaren aktuellen Stand.
Wie berechnet man die durchschnittliche Gemeindegrösse?
Die Rechnung lautet: Einwohnerzahl des Kantons geteilt durch die Zahl seiner politischen Gemeinden. Mit 743'643 Einwohnerinnen und Einwohnern per 31. Dezember 2025 und 196 Gemeinden ergibt sich 743'643 ÷ 196 = 3'794,1. Gerundet sind das 3'794 Einwohnerinnen und Einwohner pro Gemeinde. Beide Ausgangswerte stammen aus der amtlichen kantonalen Statistik.
Der Kanton meldete für den 30. Juni 2026 bereits 747'753 Einwohnerinnen und Einwohner. Bei unverändert 196 Gemeinden ergibt das rund 3'815 Personen je Gemeinde. Die beiden Ergebnisse sind nicht widersprüchlich: Sie verwenden verschiedene Stichtage. Für langfristige Vergleiche sollte man immer die gleiche statistische Definition und einen klar benannten Stichtag verwenden.
Warum wohnen in den Gemeinden nicht überall etwa 3'800 Menschen?
Ein Durchschnitt glättet grosse Unterschiede. Grössere Städte wie Aarau, Baden, Wettingen oder Wohlen ziehen den Wert nach oben, während kleinere ländliche Gemeinden deutlich weniger Einwohner haben. Wenn wenige grosse Gemeinden und viele kleine Gemeinden zusammen betrachtet werden, liegt die Einwohnerzahl einer tatsächlich typischen Gemeinde oft unter dem rechnerischen Mittel.
Für die Frage, wie gross eine typische Gemeinde ist, wäre der Median aussagekräftiger. Dafür müsste man alle 196 Gemeindegrössen sortieren und die Mitte der Verteilung bestimmen. Aus der kantonalen Gesamtbevölkerung allein lässt sich dieser Median nicht ableiten. Eine erfundene Medianzahl wäre deshalb irreführend.
Weshalb verändert sich die Anzahl der Aargauer Gemeinden?
Die Zahl der politischen Gemeinden ist nicht über Jahrzehnte konstant. Zusammenschlüsse, Gebietsveränderungen und organisatorische Reformen können die Zahl verringern. Der Kanton unterstützt Gemeinden bei der Prüfung von Fusionen und bei der interkommunalen Zusammenarbeit. Wer alte Durchschnittswerte vergleichen will, muss deshalb nicht nur die Einwohnerzahl, sondern auch die damals geltende Gemeindestruktur berücksichtigen.
Gemeindefusionen bedeuten nicht automatisch, dass Menschen umziehen. Bei einer Fusion können mehrere bisherige politische Gemeinden zu einer grösseren Verwaltungseinheit zusammenwachsen. Die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Gemeinde steigt dann rechnerisch, selbst wenn die kantonale Gesamtbevölkerung gleich bleibt.
Welche Aufgaben erfüllen politische Gemeinden?
Die Aargauer Gemeinden übernehmen wesentliche öffentliche Aufgaben. Dazu zählen je nach kantonalem Recht und Aufgabenteilung lokale Verwaltung, Schulen, Infrastruktur, Raumplanung, soziale Dienstleistungen und kommunale Finanzen. Sie sind keine blossen Filialen des Kantons, sondern verfügen innerhalb der gesetzlichen Grenzen über eigene demokratische Organe und Zuständigkeiten.
Für Auswandernde ist die Gemeinde besonders wichtig: Sie ist oft die erste Anlaufstelle für Anmeldung, Einwohnerregister und praktische Fragen des Wohnsitzes. Bei Steuerbelastung, Kinderbetreuung und lokalen Dienstleistungen bestehen Unterschiede. Eine grosse Einwohnerzahl allein sagt aber weder etwas über die Qualität der Leistungen noch über die persönliche Eignung als Wohnort aus.
Was bedeutet die Gemeindegrösse für die Wohnortwahl?
In grösseren Gemeinden ist das Angebot an Verkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätzen und Dienstleistungen häufig breiter. Kleine Gemeinden können dagegen durch Ruhe, Nähe zur Natur oder eine überschaubare Nachbarschaft überzeugen. Solche Eigenschaften hängen aber stark vom konkreten Ort ab. Auch die Lage innerhalb einer Agglomeration kann wichtiger sein als die Einwohnerzahl.
Prüfe bei einer Wohnortentscheidung die tatsächliche Fahrzeit zur Arbeit, das Wohnungsangebot, die kommunalen Steuern, Schulen und Betreuungsplätze. Eine reine Rangliste nach Einwohnerzahl würde diesen Faktoren nicht gerecht. Für belastbare Zahlen eignen sich die kantonalen Gemeindeporträts und die amtlichen Statistikseiten.
Was ist mit dem ursprünglichen Vergleichsjahr 2020?
Die damalige Fragestellung ist historisch weiterhin interessant. Eine saubere Zeitreihe muss jedoch die amtliche Bevölkerung per Ende 2020 und die zum gleichen Stichtag bestehenden politischen Gemeinden verwenden. Der frühere Text vermischte gerundete Bevölkerungswerte mit einer nicht mehr aktuellen Gemeindezahl. Deshalb ersetzen wir die ungesicherte historische Durchschnittsangabe nicht durch eine neue Schätzung.
Wer die Entwicklung seit 2020 exakt untersuchen möchte, sollte die kantonalen Jahresstatistiken und das Gemeindeverzeichnis für die jeweiligen Jahre heranziehen. Nur so lassen sich echtes Bevölkerungswachstum und rechnerische Effekte durch Gemeindefusionen trennen.
Fazit: Ein Durchschnitt ist ein Einstieg, kein Gemeindeporträt
Ende 2025 ergab sich für den Aargau ein rechnerischer Mittelwert von rund 3'794 Personen je politischer Gemeinde; Mitte 2026 lag er bei rund 3'815. Das sind gut nachvollziehbare Kennzahlen, aber keine Aussage darüber, wie viele Menschen in der Mehrheit der Gemeinden wohnen.
Entscheidend ist immer, ob du den kantonalen Mittelwert, die Einwohnerzahl eines konkreten Ortes oder die Entwicklung einer Gemeinde suchst. Die amtlichen Gemeinde- und Bevölkerungsdaten liefern dafür die passende Grundlage.
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