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Direkte Bundessteuer in der Schweiz: einfach erklärt


Wer in die Schweiz zieht, begegnet schnell einer Besonderheit des Schweizer Steuersystems: Es gibt nicht einfach nur „die Einkommenssteuer“. Steuern werden in der Schweiz auf mehreren staatlichen Ebenen erhoben. Neben den Kantonen und Gemeinden erhebt auch der Bund bestimmte Steuern. Eine der wichtigsten davon ist die direkte Bundessteuer.


Für Privatpersonen ist die direkte Bundessteuer vor allem eine Steuer auf das Einkommen. Unternehmen zahlen sie dagegen auf ihren Gewinn. Sie ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der gesamten Steuerbelastung in der Schweiz, macht aber nur einen Teil davon aus. Zusätzlich können kantonale und kommunale Steuern anfallen.


Gerade für Menschen, die aus Deutschland oder einem anderen Land in die Schweiz auswandern, ist diese Aufteilung zunächst ungewohnt. Wer verstehen möchte, wie hoch seine Steuern in der Schweiz tatsächlich sind, sollte deshalb zunächst wissen, was die direkte Bundessteuer ist, worauf sie erhoben wird und wie sie sich von anderen Schweizer Steuern unterscheidet.






Was ist die direkte Bundessteuer?


Die direkte Bundessteuer ist eine Steuer, die auf Bundesebene erhoben wird. Die Einnahmen stehen dem Bund zur Finanzierung seiner Aufgaben zur Verfügung.


Bei natürlichen Personen, also insbesondere Privatpersonen und Arbeitnehmern, wird die direkte Bundessteuer auf das Einkommen erhoben. Bei juristischen Personen wie Aktiengesellschaften oder GmbHs wird hingegen der Gewinn besteuert.


Der Begriff „direkt“ bedeutet, dass die Steuer unmittelbar bei der steuerpflichtigen Person oder dem steuerpflichtigen Unternehmen erhoben wird.


Das unterscheidet die direkte Bundessteuer beispielsweise von der Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer gehört zu den indirekten Steuern. Verbraucher bezahlen sie beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen über den jeweiligen Preis.


Die direkte Bundessteuer ist daher vereinfacht gesagt eine bundesweite Einkommenssteuer für Privatpersonen beziehungsweise eine Gewinnsteuer für Unternehmen.



Wer bezahlt die direkte Bundessteuer?


Grundsätzlich können Personen mit steuerlichem Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz der direkten Bundessteuer unterliegen.


Für Arbeitnehmer bedeutet dies typischerweise, dass ihr Einkommen aus einer Beschäftigung grundsätzlich steuerlich berücksichtigt wird. Allerdings wird nicht einfach der gesamte Bruttolohn direkt mit einem bestimmten Steuersatz multipliziert.

Entscheidend ist vielmehr das steuerbare Einkommen.


Auch Einkommen aus anderen Quellen kann steuerlich relevant sein. Dazu können beispielsweise Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit, bestimmte Renten, Kapitalerträge oder Einkünfte aus Immobilien gehören.


Bei Personen mit internationalen Einkünften oder Wohnsitzbeziehungen zu mehreren Ländern kann die steuerliche Situation deutlich komplexer werden. Hier können insbesondere Doppelbesteuerungsabkommen eine wichtige Rolle spielen.

Das betrifft beispielsweise Grenzgänger, Wochenaufenthalter, Personen mit ausländischen Immobilien oder Arbeitnehmer, die gleichzeitig in mehreren Ländern tätig sind.




Wie wird die direkte Bundessteuer berechnet?


Bei der direkten Bundessteuer ist nicht allein die Höhe des Bruttolohns entscheidend. Ausgangspunkt sind vielmehr die steuerpflichtigen Einkünfte.


Von diesen können unter bestimmten Voraussetzungen verschiedene steuerlich anerkannte Aufwendungen und Abzüge abgezogen werden.


Das können beispielsweise Beiträge zur beruflichen Vorsorge, bestimmte Berufskosten, Vorsorgebeiträge oder familienbezogene Abzüge sein.


Nach Berücksichtigung dieser Faktoren ergibt sich das steuerbare Einkommen.

Erst auf dieses steuerbare Einkommen wird der jeweilige Tarif der direkten Bundessteuer angewendet.


Deshalb kann eine Person mit einem Bruttojahreseinkommen von beispielsweise 100'000 CHF ein deutlich niedrigeres steuerbares Einkommen haben.

Dieser Unterschied ist wichtig, wenn verschiedene Gehälter oder Steuerbelastungen miteinander verglichen werden.


Der Bruttolohn sagt allein noch relativ wenig darüber aus, wie hoch die tatsächliche Steuerrechnung am Ende sein wird.



Ist die direkte Bundessteuer in der ganzen Schweiz gleich?


Grundsätzlich gilt für die direkte Bundessteuer ein schweizweit einheitliches System.

Das bedeutet jedoch nicht, dass zwei Personen mit demselben Einkommen automatisch dieselbe gesamte Steuerbelastung haben.


Neben der direkten Bundessteuer werden nämlich zusätzlich kantonale und kommunale Steuern erhoben. Genau hier entstehen die grossen regionalen Unterschiede innerhalb der Schweiz.


Wer beispielsweise im Kanton Zug wohnt, kann bei identischem Einkommen eine deutlich andere Gesamtsteuerbelastung haben als jemand in Basel, Bern, Zürich oder Genf.


Die direkte Bundessteuer selbst wird dagegen nach bundesrechtlichen Regeln berechnet.

Das ist einer der wichtigsten Punkte zum Verständnis des Schweizer Steuersystems: Der Wohnort kann die gesamte Steuerbelastung stark beeinflussen, obwohl die direkte Bundessteuer grundsätzlich schweizweit nach denselben gesetzlichen Grundlagen funktioniert.



Direkte Bundessteuer und Kantonssteuer: Was ist der Unterschied?


Die direkte Bundessteuer geht an den Bund.


Die Kantonssteuer wird dagegen vom jeweiligen Wohnkanton erhoben.


Zusätzlich verlangen die Gemeinden in der Regel ebenfalls Steuern. Je nach persönlicher Situation kann ausserdem beispielsweise Kirchensteuer hinzukommen.

Eine Person kann deshalb gleichzeitig direkte Bundessteuer, Kantonssteuer und Gemeindesteuer bezahlen.


Umgangssprachlich wird häufig einfach von der „Einkommenssteuer“ gesprochen. Tatsächlich setzt sich diese Belastung jedoch aus mehreren Ebenen zusammen.

Gerade beim Vergleich verschiedener Wohnorte ist deshalb die Kantons- und Gemeindesteuer besonders wichtig.


Die direkte Bundessteuer allein eignet sich nicht dazu, zu beurteilen, welcher Wohnort innerhalb der Schweiz steuerlich besonders attraktiv ist.



Gibt es bei der direkten Bundessteuer eine Vermögenssteuer?


Der Bund erhebt bei Privatpersonen keine allgemeine Vermögenssteuer.


Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen Bundessteuer und kantonaler Besteuerung.

Vermögen kann beispielsweise aus Bankguthaben, Wertschriften, Immobilien oder anderen Vermögenswerten bestehen. Die Vermögenssteuer wird in der Schweiz grundsätzlich von den Kantonen und Gemeinden erhoben.


Wer also ein hohes Vermögen besitzt, zahlt darauf nicht zusätzlich eine direkte Bundesvermögenssteuer.


Je nach Wohnkanton kann jedoch eine kantonale beziehungsweise kommunale Vermögenssteuer entstehen.


Auch hier zeigt sich, warum die verschiedenen Steuerarten voneinander getrennt betrachtet werden sollten.



Ist die direkte Bundessteuer progressiv?


Bei natürlichen Personen ist die direkte Bundessteuer grundsätzlich progressiv ausgestaltet.

Progressiv bedeutet, dass die Steuerbelastung mit zunehmendem steuerbarem Einkommen steigt.


Wer ein niedriges Einkommen besitzt, wird deshalb prozentual geringer belastet als eine Person mit einem sehr hohen Einkommen.


Dabei ist wichtig zu verstehen, dass nicht automatisch das gesamte Einkommen mit dem höchsten erreichten Steuersatz besteuert wird.


Das Einkommen wird steuerlich über verschiedene Tarifstufen betrachtet.


Erreicht ein Steuerpflichtiger eine höhere Stufe, bedeutet dies daher nicht, dass plötzlich das gesamte Einkommen mit diesem höheren Satz belastet wird.


Genau hier entsteht häufig ein Missverständnis bei der Betrachtung von Grenzsteuersätzen.



Was ist der Unterschied zwischen Grenzsteuersatz und durchschnittlichem Steuersatz?


Der Grenzsteuersatz beschreibt vereinfacht, wie stark ein zusätzlich verdienter Teil des Einkommens besteuert wird.


Der durchschnittliche Steuersatz beschreibt dagegen, welcher Anteil des gesamten steuerbaren Einkommens tatsächlich als Steuer anfällt.


Diese beiden Werte können erheblich voneinander abweichen.


Wenn eine Person beispielsweise eine höhere Steuerstufe erreicht, wird dadurch nicht rückwirkend das gesamte Einkommen zu diesem höheren Satz versteuert.


Eine Gehaltserhöhung führt daher normalerweise nicht dazu, dass man nach Steuern plötzlich weniger Geld zur Verfügung hat.


Allerdings kann ein zusätzlich verdienter Franken bei einem hohen Einkommen stärker besteuert werden als bei einem niedrigen Einkommen.


Dieses Prinzip spielt auch bei der steuerlichen Optimierung eine wichtige Rolle.



Welche Abzüge beeinflussen die direkte Bundessteuer?


Das steuerbare Einkommen kann durch verschiedene gesetzlich vorgesehene Abzüge reduziert werden.


Welche Abzüge tatsächlich geltend gemacht werden können, hängt von der persönlichen Situation ab.


Dazu können beispielsweise Berufskosten, Vorsorgebeiträge, bestimmte Aus- und Weiterbildungskosten, Kinderbetreuungskosten oder familienbezogene Abzüge gehören.


Auch Einzahlungen in die gebundene Selbstvorsorge der Säule 3a können unter den entsprechenden Voraussetzungen das steuerbare Einkommen reduzieren.

Dadurch kann sich sowohl die direkte Bundessteuer als auch die kantonale und kommunale Steuerbelastung verringern.


Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem Steuerabzug und einer direkten Steuerersparnis.


Wer beispielsweise einen bestimmten Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen kann, spart nicht automatisch denselben Betrag an Steuern.


Der Abzug reduziert lediglich die Grundlage, auf welcher anschliessend die Steuer berechnet wird.



Direkte Bundessteuer bei Verheirateten und Familien


Familienstand und Kinder können einen Einfluss auf die Berechnung der direkten Bundessteuer haben.


Für unterschiedliche persönliche Situationen existieren entsprechende steuerliche Regelungen, Tarife und Abzugsmöglichkeiten.


Dabei spielt unter anderem eine Rolle, ob eine Person alleinstehend, verheiratet oder für Kinder beziehungsweise andere Personen unterhaltspflichtig ist.


Die Besteuerung von Ehepaaren gehört seit vielen Jahren zu den besonders diskutierten Bereichen des Schweizer Steuerrechts.


Steuerliche Regelungen können sich in diesem Bereich verändern. Wer eine konkrete Steuerberechnung für seine Familie durchführen möchte, sollte deshalb immer die aktuell geltenden Bestimmungen prüfen.


Für einen grundsätzlichen Vergleich verschiedener Lebenssituationen reicht es jedoch zu verstehen, dass Familienstand und Einkommensverteilung einen erheblichen Einfluss auf die tatsächliche Steuerbelastung haben können.



Was hat die Säule 3a mit der direkten Bundessteuer zu tun?


Die Säule 3a ist die steuerlich geförderte private Vorsorge innerhalb des Schweizer Drei-Säulen-Systems.


Wer die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, kann Beiträge in die Säule 3a einzahlen und diese bis zu den jeweils geltenden Grenzen vom steuerbaren Einkommen abziehen.


Dadurch sinkt grundsätzlich das steuerbare Einkommen.


Das kann wiederum die direkte Bundessteuer sowie die Kantons- und Gemeindesteuern reduzieren.


Die Säule 3a ist deshalb nicht nur ein Instrument zur Altersvorsorge, sondern spielt auch bei der persönlichen Steuerplanung eine wichtige Rolle.


Die zulässigen Höchstbeträge können sich allerdings im Laufe der Zeit verändern. Wer die Säule 3a zur Steueroptimierung nutzen möchte, sollte deshalb die jeweils aktuellen Grenzen beachten.



Ist die direkte Bundessteuer in der Quellensteuer enthalten?


Viele ausländische Arbeitnehmer, die neu in die Schweiz ziehen, bezahlen zunächst Quellensteuer.


Bei der Quellensteuer wird der Steuerbetrag direkt vom Arbeitgeber vom monatlichen Lohn abgezogen und an die Steuerbehörden weitergeleitet.


Dabei handelt es sich nicht um eine zusätzliche Steuer neben der Einkommenssteuer.


Die Quellensteuer berücksichtigt grundsätzlich die Steuerbelastung von Bund, Kanton und Gemeinde.


Die direkte Bundessteuer wird deshalb nicht einfach nochmals separat in voller Höhe zusätzlich berechnet.


Je nach Aufenthaltsstatus, Einkommen und persönlicher Situation kann allerdings eine nachträgliche ordentliche Veranlagung notwendig oder möglich sein.


In diesem Fall wird die endgültige Steuerbelastung anhand der tatsächlichen Einkommens- und Vermögenssituation berechnet.


Gerade für Personen, die neu in die Schweiz auswandern, gehört die Quellensteuer deshalb zu den wichtigsten steuerlichen Themen.



Direkte Bundessteuer für Unternehmen


Auch Unternehmen können der direkten Bundessteuer unterliegen.


Während bei Privatpersonen grundsätzlich das Einkommen besteuert wird, steht bei juristischen Personen der Gewinn im Mittelpunkt.


Eine Schweizer Aktiengesellschaft oder GmbH bezahlt deshalb auf Bundesebene eine Gewinnsteuer.


Zusätzlich werden Unternehmenssteuern von Kantonen und Gemeinden erhoben.

Auch bei Unternehmen kann der Standort deshalb einen erheblichen Einfluss auf die gesamte Steuerbelastung haben.


Dies ist einer der Gründe, weshalb sich Unternehmen bei der Wahl ihres Firmensitzes häufig intensiv mit den unterschiedlichen steuerlichen Bedingungen der Schweizer Kantone beschäftigen.


Die direkte Bundessteuer ist dabei lediglich eine Komponente der gesamten Unternehmensbesteuerung.



Wer erhebt die direkte Bundessteuer?


Obwohl es sich um eine Bundessteuer handelt, erfolgt die praktische Veranlagung und Erhebung weitgehend über die Kantone.


Für Steuerpflichtige bedeutet dies, dass sie normalerweise nicht zusätzlich eine vollständig separate Steuererklärung direkt beim Bund einreichen.


Die entsprechenden Informationen werden im Rahmen der normalen Steuererklärung erfasst.


Die Steuerbehörden berechnen daraus die verschiedenen Steuerkomponenten.

Auf einer Steuerrechnung können deshalb unterschiedliche Beträge für Bund, Kanton und Gemeinde ausgewiesen werden.


Die föderale Struktur des Schweizer Steuersystems wird dadurch besonders sichtbar.



Warum ist die direkte Bundessteuer für Auswanderer wichtig?


Menschen, die aus Deutschland oder einem anderen Land in die Schweiz ziehen, vergleichen häufig zunächst Bruttolöhne.


Das ist verständlich, reicht für einen realistischen finanziellen Vergleich jedoch nicht aus.

Ein Schweizer Bruttolohn muss im Zusammenhang mit Sozialabgaben, Krankenkasse, Steuern und Lebenshaltungskosten betrachtet werden.


Bei den Steuern wiederum reicht es nicht, nur einen allgemeinen Schweizer Steuersatz zu suchen.


Die tatsächliche Steuerbelastung hängt unter anderem von Einkommen, Wohnkanton, Wohngemeinde, Familienstand, Kindern, Vermögen und möglichen Abzügen ab.

Die direkte Bundessteuer ist nur ein Teil dieser Rechnung.


Wer beispielsweise einen Arbeitsplatz in Zürich hat, muss nicht zwangsläufig in der Stadt Zürich wohnen. Abhängig von der persönlichen Situation kann die Wahl des Wohnortes Auswirkungen auf Miete und Steuerbelastung haben.


Für Auswanderer lohnt sich deshalb eine Gesamtbetrachtung.



Fazit: Die direkte Bundessteuer einfach zusammengefasst


Die direkte Bundessteuer ist eine Steuer des Schweizer Bundes. Bei Privatpersonen wird sie grundsätzlich auf das steuerbare Einkommen erhoben, bei Unternehmen auf den steuerbaren Gewinn.


Sie ist jedoch nur ein Bestandteil der gesamten Steuerbelastung.


Zusätzlich können insbesondere Kantons- und Gemeindesteuern anfallen. Bei Privatpersonen kommt je nach Wohnort beispielsweise auch eine Vermögenssteuer hinzu, während der Bund selbst keine allgemeine Vermögenssteuer auf natürliche Personen erhebt.

Wie hoch die direkte Bundessteuer tatsächlich ausfällt, hängt nicht allein vom Bruttolohn ab. Entscheidend sind das steuerbare Einkommen, die persönliche Situation und die zulässigen Abzüge.


Für Menschen, die in die Schweiz auswandern, ist deshalb besonders wichtig, nicht nach einem einzigen „Steuersatz Schweiz“ zu suchen. Das Schweizer Steuersystem besteht aus verschiedenen Ebenen und Steuerarten.


Wer diese einzeln versteht, kann seine tatsächliche Steuerbelastung wesentlich besser einschätzen und verschiedene Wohnorte, Gehälter und Lebenssituationen realistischer miteinander vergleichen.

Hast du Fragen zu der Thematik? Dann schreibe uns gern eine Mail an auswandernschweiz.ch@gmail.com

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