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Netto-Lohn in der Schweiz: Wie viel bleibt vom Medianlohn wirklich übrig?

Die Schweiz ist bekannt für hohe Bruttolöhne. Doch entscheidend für den Alltag ist nicht das Bruttoeinkommen, sondern das Nettoeinkommen nach Abzügen – und vor allem, was davon nach Fixkosten tatsächlich übrig bleibt. Dieser Artikel zeigt anhand eines typischen Medianlohns, wie sich der Nettolohn in der Schweiz zusammensetzt und wie sich die finanzielle Realität für Singles, Paare und Familien unterscheidet.




Ausgangspunkt: Der Medianlohn in der Schweiz


Als Rechenbasis dient ein Medianlohn von CHF 6’800 brutto pro Monat bei 100 % Anstellung. Das entspricht rund CHF 81’600 brutto pro Jahr und liegt im realistischen Mittelfeld des Schweizer Arbeitsmarktes.



Schritt 1: Vom Bruttolohn zum Nettolohn


Typische Lohnabzüge (Arbeitnehmeranteil)


Bei einem Medianlohn fallen folgende Abzüge an:


  • AHV / IV / EO: ca. 5.3 %

  • ALV: ca. 1.1 %

  • Pensionskasse (BVG, altersabhängig): ca. 6–7 %

  • Nichtberufsunfallversicherung: ca. 1 %


➡️ Gesamtabzüge: rund 14–15 %


Nettolohn vor Steuern


  • Brutto: CHF 6’800

  • Sozialabgaben: ca. CHF 950


➡️ Nettolohn vor Steuern: ca. CHF 5’850 pro Monat



Schritt 2: Steuern (kantonal abhängig)


Die Steuerbelastung variiert stark je nach Kanton und Gemeinde. Für diese Analyse wird ein durchschnittlicher Kanton mit mittlerer Steuerbelastung angenommen.



Szenario 1: Single, keine Kinder


Steuerbelastung


  • Einkommenssteuer (Bund/Kanton/Gemeinde): ca. 10–12 % des steuerbaren Einkommens


➡️ ca. CHF 650–700 pro Monat


Netto nach Steuern


  • CHF 5’850 – CHF 675 = CHF 5’175


Typische monatliche Fixkosten (Single)


  • Miete (2-Zimmer-Wohnung): CHF 1’600

  • Krankenkasse: CHF 380

  • Transport / Mobilität: CHF 300

  • Lebensmittel: CHF 600

  • Versicherungen / Kommunikation / Sonstiges: CHF 350


➡️ Fixkosten gesamt: ca. CHF 3’230


Verfügbares Einkommen


➡️ CHF 1’900–2’000 pro Monat


Fazit Single:Ein Medianlohn erlaubt als Single ein stabiles Leben mit Sparpotenzial, insbesondere außerhalb der teuersten Städte.



Szenario 2: Paar, ein Einkommen (klassisches Modell)


Ein Partner arbeitet, der andere nicht oder nur geringfügig.


Steuerliche Situation


  • Gemeinsame Veranlagung

  • Höhere Progression („Heiratsstrafe“)


➡️ Steuerlast: ca. 12–14 %


Netto nach Steuern


  • CHF 5’850 – CHF 750 = CHF 5’100


Fixkosten (Paar)


  • Miete (3-Zimmer-Wohnung): CHF 2’000

  • Krankenkasse (2 Personen): CHF 760

  • Lebensmittel: CHF 1’000

  • Transport / Versicherungen / Sonstiges: CHF 700


➡️ Fixkosten gesamt: ca. CHF 4’460


Verfügbares Einkommen


➡️ CHF 600–700 pro Monat


Fazit Paar (1 Einkommen):Finanziell deutlich enger. Rücklagen sind möglich, aber begrenzt. Dieses Modell funktioniert eher in günstigeren Regionen.



Szenario 3: Paar mit Kind (ein Einkommen)


Hier zeigt sich die reale Belastung sehr deutlich.


Zusätzliche Faktoren


  • Kinderzulagen: ca. CHF 200–250

  • Steuerabzüge für Kinder

  • Gleichzeitig hohe Betreuungskosten (falls Fremdbetreuung)


Netto inkl. Zulagen


➡️ ca. CHF 5’300


Fixkosten (Familie mit 1 Kind)


  • Miete (4-Zimmer-Wohnung): CHF 2’400

  • Krankenkasse (2 Erwachsene + Kind): CHF 950

  • Lebensmittel: CHF 1’300

  • Kinderkosten (Kita anteilig / Schule / Kleidung): CHF 800

  • Transport / Versicherungen / Sonstiges: CHF 800


➡️ Fixkosten gesamt: ca. CHF 6’250


Ergebnis


➡️ Monatliches Defizit von ca. CHF 900


Fazit Familie mit 1 Einkommen:Mit einem Medianlohn ist dieses Modell kaum tragfähig, insbesondere bei externer Kinderbetreuung.


Szenario 4: Paar mit Kind, zwei Einkommen (je 80 %)


Beide Partner arbeiten Teilzeit.


Gemeinsames Brutto


  • ca. CHF 10’800


Netto nach Abzügen & Steuern


➡️ ca. CHF 8’200


Fixkosten (inkl. Kita)


➡️ ca. CHF 6’500


Verfügbares Einkommen


➡️ CHF 1’700


Fazit Familie mit zwei Einkommen:Deutlich stabiler, aber stark abhängig von Betreuungskosten und Wohnregion.



Gesamtfazit: Was sagt der Medianlohn wirklich aus?


  • Singles leben mit Medianlohn solide und können sparen

  • Paare mit nur einem Einkommen geraten schnell unter Druck

  • Familien benötigen fast immer zwei Einkommen, um finanziell stabil zu bleiben


Der Medianlohn klingt hoch – doch Steuern, Krankenkassen, Mieten und Kinderkosten relativieren ihn massiv.




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