Wie viel sparen Schweizer pro Monat? BFS-Zahlen 2026
Aktualisiert: 27. Okt.
Stand: 27. Oktober 2026. Wer wissen möchte, wie viel Schweizerinnen und Schweizer monatlich sparen, muss zwischen Haushaltsdurchschnitt, persönlicher Sparquote und Vermögensaufbau unterscheiden. Die jüngste hier herangezogene detaillierte Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamts für Statistik bezieht sich auf 2023 und wurde im November 2025 veröffentlicht.
Das wichtigste Ergebnis: Schweizer Privathaushalte hatten 2023 im Durchschnitt 1'736 Franken pro Monat als rechnerischen Sparbetrag übrig. Das bedeutet aber weder, dass jede Person diesen Betrag spart, noch dass das Geld tatsächlich jeden Monat auf ein Sparkonto überwiesen wird.
Wie viel sparen Schweizer Haushalte im Durchschnitt?
Nach Angaben des Bundesamts für Statistik betrug das durchschnittliche Bruttohaushaltseinkommen 2023 rund 10'341 Franken monatlich. Davon entfielen durchschnittlich 3'154 Franken auf obligatorische Ausgaben, darunter Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und die obligatorische Krankenversicherung. Das verfügbare Haushaltseinkommen lag bei 7'186 Franken. Für Konsumgüter und Dienstleistungen wurden durchschnittlich 5'049 Franken ausgegeben.
Nach allen erfassten Ausgaben blieb im Durchschnitt ein Sparbetrag von 1'736 Franken pro Haushalt und Monat übrig. Das entsprach 16,8 Prozent des Bruttohaushaltseinkommens. Der statistische Durchschnittshaushalt bestand aus 2,07 Personen. Es wäre deshalb falsch, den Betrag als Sparleistung einer typischen alleinlebenden Person zu bezeichnen.
Warum Durchschnitt und typische Sparleistung nicht dasselbe sind
Ein Durchschnitt wird durch Haushalte mit sehr hohen Einkommen und Sparbeträgen beeinflusst. Die BFS-Medienmitteilung nennt einen Durchschnitt, aber keinen entsprechenden Median-Sparbetrag für alle Haushalte. Daraus darf man keine Aussage ableiten wie «die Hälfte der Schweizer spart mindestens 1'736 Franken». Ein Durchschnittswert sagt nichts darüber aus, wie gleichmässig das Sparen verteilt ist.
Das BFS weist ausdrücklich darauf hin, dass Haushalte der untersten Einkommensklasse häufig mehr ausgaben, als sie einnahmen. Ein Teil dieser Haushalte lebt im Ruhestand und verwendet vorhandenes Vermögen. Auch Studierende, Alleinerziehende oder Menschen mit zeitweise geringem Einkommen können eine geringe oder negative monatliche Sparbilanz haben, ohne dass daraus unmittelbar ein persönlicher Fehler folgt.
Wie berechnet man die persönliche Sparquote richtig?
Eine einfache persönliche Budget-Sparquote ergibt sich aus dem monatlich zurückgelegten Betrag geteilt durch das tatsächlich verfügbare Einkommen, multipliziert mit 100. Beispiel: Bei 5'000 Franken verfügbarem Einkommen und 750 Franken Sparbetrag beträgt sie 15 Prozent. Wichtig ist, welche Definition du verwendest: Die vom BFS ausgewiesenen 16,8 Prozent beziehen sich auf das Bruttohaushaltseinkommen und sind deshalb nicht direkt mit einer Quote vom verfügbaren Einkommen vergleichbar.
Berücksichtige regelmässige Rückstellungen für jährliche Steuern, Versicherungen, Zahnarztkosten, Ferien und Reparaturen, bevor du den Rest als frei sparbar einstufst. Wer im Januar 1'000 Franken zurücklegt und im Dezember dieselbe Summe für bereits geplante Ausgaben benötigt, hat nicht unbedingt 1'000 Franken zusätzliches langfristiges Vermögen aufgebaut.
Sparen, Investieren und Schuldentilgung auseinanderhalten
Zum Sparen im Alltag zählen etwa ein wachsender Notgroschen, ein Sparkonto oder zusätzliche Geldanlagen. Die Tilgung eines Konsumkredits verbessert ebenfalls die Vermögensbilanz, ist aber in einer Haushaltsbudgetstatistik nicht automatisch identisch mit dem dort ausgewiesenen Sparbetrag. Beiträge an die berufliche Vorsorge werden wiederum als Sozialabzüge behandelt und dürfen nicht ohne Erklärung zusätzlich zum statistischen Sparbetrag addiert werden.
Auch steigende Börsenkurse oder Immobilienpreise sind keine laufenden Sparzahlungen. Für deine persönliche Vermögensübersicht kannst du Geldanlagen, Pensionskassenguthaben und Schulden getrennt erfassen. So erkennst du, wie viel Vermögen durch aktive Einzahlungen und wie viel durch Marktwertänderungen entstanden ist.
Wie viel sollte man monatlich sparen?
Es gibt keine allgemeingültige Sparquote, die für jeden Schweizer Haushalt sinnvoll ist. Wer hohe Mietkosten, Kinderbetreuung oder notwendige Gesundheitsausgaben trägt, kann mit einer niedrigen Quote trotzdem vernünftig wirtschaften. Wer dagegen dauerhaft über einen grossen Überschuss verfügt, kann gezielt für Wohneigentum, Weiterbildung, Pensionierung oder finanzielle Unabhängigkeit sparen.
Als persönliche Rechenbeispiele entsprechen 5 Prozent von 4'500 Franken verfügbarem Einkommen 225 Franken im Monat, 10 Prozent entsprechen 450 Franken und 20 Prozent entsprechen 900 Franken. Das sind frei gewählte Budgetbeispiele, keine offiziellen BFS-Empfehlungen. Eine realistische Sparrate, die du dauerhaft durchhältst, ist meist hilfreicher als eine theoretisch hohe Zielquote.
Die grössten Hebel für eine höhere Sparquote
Beginne mit den wiederkehrenden Ausgaben: Miete, Krankenkasse, Mobilität, Versicherungen, Abonnemente und Essen ausser Haus. Kleine Einsparungen beim Einkauf sind nützlich, aber eine langfristig zu teure Wohnung oder ein kaum genutztes Auto kann den gesamten Sparplan stärker beeinflussen. Prüfe Verträge und Kosten jährlich und berücksichtige bei einem Umzug auch zusätzliche Pendelzeit.
Danach lohnt sich eine automatische monatliche Überweisung auf ein separates Rücklagenkonto. Lege zuerst einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben fest, bevor du längerfristig investierst. Die angemessene Höhe hängt von Arbeitsplatzsicherheit, Haushaltsgrösse und möglichen kurzfristigen Verpflichtungen ab. Investitionen in Wertschriften unterliegen Schwankungen und ersetzen keine jederzeit verfügbare Notreserve.
Was ändert sich für Zuzüger aus Deutschland?
Die Schweiz kennt andere Sozialversicherungs- und Steuerabläufe als Deutschland. Die obligatorische Grundversicherung wird in der Regel separat bezahlt. Je nach Aufenthaltsstatus kann Quellensteuer direkt vom Lohn abgezogen werden oder eine ordentliche Steuerveranlagung relevant sein. Wer den gesamten Auszahlungsbetrag als frei verfügbares Nettoeinkommen ansieht, überschätzt deshalb möglicherweise die eigene Sparfähigkeit.
Ein Vergleich von deutscher und Schweizer Sparquote ist nur sinnvoll, wenn die Haushaltsgrössen, das Einkommen nach vergleichbaren Abzügen und die Lebenshaltungskosten einbezogen werden. Auch Wechselkursrisiken können wichtig sein, wenn du weiterhin Verpflichtungen in Euro hast oder langfristig Vermögen in verschiedenen Währungen aufbaust.
Drei Beispiele für einen realistischen Sparplan
Beispiel A: Eine alleinlebende Person mit 4'200 Franken verfügbarem Monatseinkommen legt 250 Franken für einen Notgroschen und 150 Franken für langfristige Ziele zurück. Zusammen sind das 400 Franken, sofern Steuern und alle Rückstellungen bereits korrekt eingeplant sind. Beispiel B: Ein Paar mit 8'000 Franken verfügbarem Haushaltseinkommen spart monatlich 1'000 Franken. Beide Beträge sind Modellannahmen und keine statistischen Durchschnittswerte.
Beispiel C: Eine Familie mit hohen Betreuungskosten kann vorübergehend nur 100 Franken monatlich zurücklegen. Auch das kann ein sinnvoller Anfang sein, wenn die übrigen Ausgaben gedeckt sind. Ein Sparplan darf sich mit der Lebensphase ändern: Einkommen, Kinder, Pensionierung oder ein Wohnungswechsel verändern die verfügbaren Mittel.
Fazit: Was sagen die Schweizer Sparzahlen wirklich?
Der BFS-Wert von 1'736 Franken monatlich ist ein Durchschnitt über Haushalte im Jahr 2023. Er entspricht 16,8 Prozent des durchschnittlichen Bruttohaushaltseinkommens, nicht einer Sparquote jeder einzelnen Person. Wer die eigene finanzielle Situation beurteilen möchte, sollte deshalb die monatlichen Ein- und Ausgaben, Rückstellungen, Schulden und Sparziele selbst erfassen.
Die beste Vergleichszahl ist deine eigene Entwicklung über mehrere Monate. Eine nachvollziehbare Budgetrechnung zeigt dir, ob deine Rücklagen tatsächlich wachsen und wie viel du ohne unrealistische Einschränkungen für die Zukunft zurücklegen kannst.








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