S&P 500 Analyse der letzten Jahre 2020–2026: Wie hat sich der Index entwickelt?
- Roman Welzk

- vor 10 Minuten
- 7 Min. Lesezeit
Wie hat sich der S&P 500 zwischen 2020 und 2026 entwickelt? Diese Frage betrifft langfristige Anleger, ETF-Sparer und Zuzügler, die einen Teil ihres Vermögens am amerikanischen Aktienmarkt anlegen möchten.
Von 2020 bis 2025 erreichte der S&P 500 eine kumulierte Rendite von plus 132,26 Prozent. Die durchschnittliche jährliche Rendite lag in diesem Zeitraum bei plus 16,36 Prozent. Bis September 2026 kamen weitere plus 13,14 Prozent hinzu.
Die Entwicklung verlief jedoch nicht gleichmässig. Auf den COVID-Crash folgte eine schnelle Erholung, 2022 ein Bärenmarkt und ab 2023 eine neue Wachstumsphase, die stark von Technologieunternehmen und dem KI-Boom geprägt war.
Wie hoch war die Rendite des S&P 500 in den einzelnen Jahren?
Die Jahresrenditen zeigen, wie stark der Markt innerhalb kurzer Zeit zwischen Verlusten und hohen Gewinnen wechseln kann. Berücksichtigt wird jeweils der Total Return einschliesslich Dividenden.
Jahr | Total Return |
2020 | plus 18,40 Prozent |
2021 | plus 28,71 Prozent |
2022 | minus 18,11 Prozent |
2023 | plus 26,29 Prozent |
2024 | plus 25,02 Prozent |
2025 | plus 17,88 Prozent |
2026 bis September | plus 13,14 Prozent |
Das beste vollständige Jahr dieser Periode war 2021 mit plus 28,71 Prozent. Das einzige negative Jahr war 2022 mit minus 18,11 Prozent.
Seit 2023 folgten drei positive vollständige Jahre. Da auch 2026 bis September im Plus lag, befand sich der Index auf Kurs für ein viertes positives Jahr in Folge.
Was geschah während des COVID-Crashs 2020?
Der S&P 500 fiel im März 2020 auf 2’192 Punkte. Der maximale Rückgang vom vorherigen Hoch betrug 34 Prozent.
Trotz dieses Einbruchs beendete der Index das Jahr mit einem Total Return von plus 18,40 Prozent. Die Erholung dauerte fünf Monate und verlief ab April V-förmig. Zu den wesentlichen Treibern gehörten Technologieaktien, Stimulus-Pakete und niedrige Zinsen.
Das Jahr zeigt den Unterschied zwischen einem starken zwischenzeitlichen Verlust und der Rendite über das gesamte Kalenderjahr. Ein heftiger Crash muss deshalb nicht automatisch zu einem negativen Jahresergebnis führen.

Warum war 2021 das beste Jahr der Periode?
Im Jahr 2021 stieg der S&P 500 um 28,71 Prozent und erreichte ein Hoch von 4’819 Punkten. Unterstützt wurde der Markt von der wirtschaftlichen Erholung nach COVID, niedrigen Zinsen, Konjunkturprogrammen und einem anhaltenden Technologieboom.
Technologie gewann 35 Prozent, Kommunikation 25 Prozent und Konsum 22 Prozent. Die Kursgewinne waren damit breiter verteilt und wurden nicht ausschliesslich von wenigen Technologieunternehmen getragen.
Warum verlor der S&P 500 im Jahr 2022?
2022 fiel der S&P 500 um 18,11 Prozent. Vom Hoch aus betrachtet betrug der maximale Rückgang 25 Prozent. Das Tief lag bei 3’492 Punkten.
Hohe Inflation, Zinserhöhungen der Fed, der Ukraine-Krieg und Rezessionsängste belasteten den Markt. Technologie verlor 30 Prozent und Kommunikation 25 Prozent. Energie entwickelte sich mit plus 60 Prozent dagegen deutlich besser.
Die Erholung vom Bärenmarkt dauerte 14 Monate. Kurzfristige Verluste bleiben deshalb auch innerhalb langfristig positiver Marktphasen möglich. „An der Börse wirst du verlieren“ – Warum dieser Mythos so hartnäckig ist (und falsch)
Wie stark war die Erholung ab 2023?
Nach dem Verlustjahr 2022 erreichte der S&P 500 im Jahr 2023 einen Total Return von plus 26,29 Prozent. Technologie gewann 50 Prozent, Kommunikation 40 Prozent und die grossen Technologieunternehmen 60 Prozent.
Die Marktentwicklung war allerdings stark konzentriert. Nur sieben Unternehmen, die sogenannten Magnificent 7, trugen 70 Prozent zur Rendite bei. Zu den wesentlichen Treibern gehörten der KI-Boom rund um NVIDIA und Microsoft sowie die Erwartung einer Zinspause und einer weichen wirtschaftlichen Landung.
Im Jahr 2024 setzte sich die Entwicklung mit plus 25,02 Prozent fort. Der Index erreichte ein neues Hoch von 6’100 Punkten. NVIDIA gewann in diesem Jahr 180 Prozent, während Technologie insgesamt um 35 Prozent und Kommunikation um 30 Prozent zulegten.
Wurde das Wachstum 2025 und 2026 breiter?
Der S&P 500 gewann 2025 weitere 17,88 Prozent. Das Jahreshoch lag bei 6’946 Punkten, während der Index während einer Korrektur im zweiten Quartal bis auf 4’835 Punkte fiel.
Anders als in den beiden vorherigen Jahren beteiligten sich mehr Branchen am Wachstum. Technologie gewann 20 Prozent, Gesundheitswesen 18 Prozent und Industrie 15 Prozent.
Bis September 2026 erreichte der Index eine Rendite von plus 13,14 Prozent und einen Stand von 7’748 Punkten. Das war zugleich ein neues Allzeithoch. Technologie lag 15 Prozent, Finanzen 20 Prozent und Energie 12 Prozent im Plus.
Welche Sektoren entwickelten sich am stärksten?
Technologie und Kommunikation dominierten den gesamten Zeitraum von 2020 bis 2026. Die Unterschiede zwischen den Sektoren waren erheblich.
Sektor | Entwicklung 2020–2026 | Entwicklung 2022 | Erholung 2023–2026 |
Technologie | plus 180 Prozent | minus 30 Prozent | plus 120 Prozent |
Kommunikation | plus 140 Prozent | minus 25 Prozent | plus 90 Prozent |
Konsum, zyklisch | plus 95 Prozent | minus 15 Prozent | plus 50 Prozent |
Gesundheitswesen | plus 70 Prozent | minus 5 Prozent | plus 40 Prozent |
Finanzen | plus 65 Prozent | minus 10 Prozent | plus 35 Prozent |
Industrie | plus 60 Prozent | minus 12 Prozent | plus 30 Prozent |
Energie | plus 55 Prozent | plus 60 Prozent | minus 20 Prozent |
Versorger | plus 30 Prozent | plus 2 Prozent | plus 10 Prozent |
Immobilien | plus 25 Prozent | minus 25 Prozent | plus 20 Prozent |
Rohstoffe | plus 40 Prozent | plus 15 Prozent | plus 5 Prozent |
Die Tabelle zeigt auch, warum ein einzelnes starkes Segment nicht in jeder Marktphase vorne liegt. Energie war 2022 besonders stark, entwickelte sich während der anschliessenden Erholung aber negativ.
Welche Rolle spielten die Dividenden?
Die durchschnittliche Dividendenrendite des S&P 500 betrug von 2020 bis 2025 jährlich 1,76 Prozent. Im Jahr 2020 lag sie bei 2,14 Prozent und 2025 bei 1,49 Prozent.
Jahr | Dividendenrendite |
2020 | 2,14 Prozent |
2021 | 1,82 Prozent |
2022 | 1,33 Prozent |
2023 | 2,06 Prozent |
2024 | 1,71 Prozent |
2025 | 1,49 Prozent |
2026 bis September | 0,31 Prozent |
Der Wert für 2026 umfasst lediglich neun Monate und ist deshalb nicht unmittelbar mit einer vollständigen Jahresrendite vergleichbar. Insgesamt sank die Dividendenrendite, weil die Kurse schneller stiegen als die Dividenden.
Eine Dividendenrendite sollte ausserdem nicht isoliert beurteilt werden. Auch Ertragskraft, Ausschüttungsquote, Bilanz und langfristige Entwicklung eines Unternehmens spielen eine Rolle. Die besten Schweizer Dividenden-Aktien – Stabil investieren mit solider Ausschüttung
Wie hoch waren Schwankungen und Rückschläge?
Die jährliche Volatilität betrug von 2020 bis 2025 gemessen an der Standardabweichung 17,44 Prozent. Besonders deutlich wurden die Schwankungen während der Rückgänge 2020 und 2022.
Im Jahr 2020 verlor der Index zwischen Hoch und Tief 34 Prozent. Während des Bärenmarktes 2022 betrug der maximale Rückgang 25 Prozent. Bis September 2026 lag der grösste zwischenzeitliche Verlust bei 5 Prozent.
Die Erholungsdauer unterschied sich ebenfalls deutlich. Nach dem COVID-Crash benötigte der Index fünf Monate, nach dem Bärenmarkt 2022 dagegen 14 Monate.
Wie liegt die Rendite im historischen Vergleich?
Die Periode seit 2020 war stärker als verschiedene langfristige Vergleichszeiträume. Von 2020 bis 2025 erreichte der S&P 500 durchschnittlich plus 16,36 Prozent pro Jahr.
Seit 1928 betrug die durchschnittliche Rendite plus 9,5 Prozent pro Jahr. Für den Zeitraum seit 1950 waren es plus 11,2 Prozent, seit 1980 plus 12,8 Prozent, seit 2000 plus 9,8 Prozent und seit 2010 plus 13,5 Prozent.
Die jüngste Rendite lag damit oberhalb aller genannten langfristigen Durchschnittswerte. Daraus folgt jedoch keine Garantie, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Einzelne Jahre und Jahrzehnte können deutlich besser oder schlechter ausfallen.
Beispiel: Was wurde aus USD 1’000?
Eine Anlage von USD 1’000 zu Beginn des Jahres 2020 erreichte bis Ende 2025 bei der angegebenen kumulierten Rendite einen Wert von USD 2’322,65.
Die Rechnung auf Basis der vorliegenden Marktdaten lautet damit:
Schritt | Betrag |
Ausgangsbetrag | USD 1’000 |
Kumulierte Rendite 2020–2025 | plus 132,26 Prozent |
Wert Ende 2025 | USD 2’322,65 |
Das Beispiel berücksichtigt die Entwicklung des gesamten Zeitraums. Es blendet jedoch nicht aus, dass die Anlage zwischenzeitlich erhebliche Verluste aufweisen konnte. Wer während des Bärenmarktes 2022 verkauft hätte, hätte nicht vollständig an der anschliessenden Erholung teilgenommen.
Welche Risiken bestehen nach der starken Entwicklung?
Ein Risiko ist die überdurchschnittlich hohe Rendite der vergangenen Jahre. Der Durchschnitt von plus 16,36 Prozent liegt deutlich über den langfristigen Vergleichswerten von plus 9,5 bis plus 12,8 Prozent.
Hinzu kommt die Konzentration auf wenige grosse Technologieunternehmen. Gerade 2023 stammte ein erheblicher Teil der Rendite von den Magnificent 7. Rückschläge bei diesen Unternehmen können den gesamten Index entsprechend stark belasten.
Auch die Bewertung ist erhöht. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis lag bei rund 25, während der historische Durchschnitt mit 15 bis 17 angegeben wird. Weitere Risiken sind hohe Zinsen, geopolitische Konflikte und eine mögliche Rezession.
Wie sieht der Ausblick für 2026 und 2027 aus?
Für den optimistischen Fall wird ein weiteres Wachstum von 10 bis 15 Prozent in den Jahren 2026 bis 2027 genannt. Voraussetzungen wären steigende Gewinne durch KI-Produktivität, weitere Zinssenkungen und eine weiche Landung der Wirtschaft.
Im pessimistischen Szenario könnte eine Neubewertung des Marktes oder eine Rezession zu einer Korrektur von 10 bis 20 Prozent führen. Auch geopolitische Risiken bleiben ein möglicher Belastungsfaktor.
Das Basisszenario geht von einem moderateren Wachstum von 8 bis 12 Prozent pro Jahr aus. Gleichzeitig könnten die Volatilität steigen, Kapital aus Technologieaktien in andere Sektoren fliessen und die Dividendenrendite zwischen 1,5 und 2,0 Prozent liegen. Diese Szenarien sind keine garantierten Ergebnisse.
Was ist für Zuzügler in der Schweiz anders als in Deutschland oder Österreich?
Die dargestellte Entwicklung bleibt die Rendite des amerikanischen Aktienmarktes. Durch einen Umzug in die Schweiz entsteht kein anderer S&P 500. Anders ist jedoch der finanzielle Rahmen, in den eine solche Anlage eingeordnet wird.
Ein S&P-500-Investment ist privates Kapital und keine garantierte Sozialversicherungsleistung. Erwartete Aktienmarktrenditen sollten deshalb nicht eins zu eins mit Leistungen aus der AHV verglichen werden. Für die private Vorsorge kommt in der Schweiz zusätzlich die Säule 3a als eigener Rahmen hinzu, wobei auch ein separates ETF-Portfolio als flexible Alternative betrachtet werden kann. Warum die Säule 3a nicht mehr lohnt – 2025 aktualisierte Analyse
Für Zuzügler ist zudem zu beachten, dass der Index den US-Markt abbildet und die Anlage auf den US-Dollar bezogen ist, während die persönliche Finanzplanung in der Schweiz auf Schweizer Franken ausgerichtet sein kann. Die starke historische Indexrendite allein beantwortet daher noch nicht, welche Rolle der S&P 500 im gesamten Vermögensaufbau übernehmen sollte.
Die wichtigsten Zahlen
Wert | Betrag |
Kumulierte Rendite 2020–2025 | plus 132,26 Prozent |
Durchschnittliche jährliche Rendite 2020–2025 | plus 16,36 Prozent |
Bestes Jahr 2021 | plus 28,71 Prozent |
Schlechtestes Jahr 2022 | minus 18,11 Prozent |
Rendite 2026 bis September | plus 13,14 Prozent |
Stand im September 2026 | 7’748 Punkte |
Volatilität 2020–2025 | 17,44 Prozent |
Maximaler Rückgang 2020 | minus 34 Prozent |
Maximaler Rückgang 2022 | minus 25 Prozent |
Durchschnittliche Dividendenrendite 2020–2025 | 1,76 Prozent pro Jahr |
Historische Rendite 1928–2026 | plus 9,5 Prozent pro Jahr |
Wert aus USD 1’000 bis Ende 2025 | USD 2’322,65 |
Fazit: Wie stark war der S&P 500 von 2020 bis 2026?
Von 2020 bis 2025 erzielte der S&P 500 eine kumulierte Rendite von plus 132,26 Prozent und durchschnittlich plus 16,36 Prozent pro Jahr. Bis September 2026 kamen plus 13,14 Prozent hinzu, während der Index mit 7’748 Punkten ein Allzeithoch erreichte. Die hohen Gewinne gingen jedoch mit Rückgängen von bis zu 34 Prozent, einer starken Konzentration auf Technologieunternehmen und einer erhöhten Bewertung einher. Für Zuzügler bleibt der S&P 500 daher ein möglicher Bestandteil des privaten Vermögensaufbaus, aber kein Ersatz für eine auf die Schweiz abgestimmte Vorsorge- und Finanzplanung.
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