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- Was stört Mitarbeiter 2026 am häufigsten an ihren Unternehmen?
Was stört Mitarbeiter am häufigsten an ihren Unternehmen? Die Frage betrifft Beschäftigte, Arbeitgeber und Zuzügler, die einen neuen Arbeitsplatz in der Schweiz beurteilen möchten. Der höchste direkte Beschwerdewert betrifft die Kommunikation: 81 Prozent bemängeln, dass Informationen über verschiedene Kanäle nicht einheitlich vermittelt werden. Weitere 78 Prozent finden, dass ihr Unternehmen Informationen besser teilen könnte, und 72 Prozent fühlen sich über wichtige Entwicklungen nicht ausreichend informiert. Die Ergebnisse stammen allerdings aus unterschiedlichen Umfragen und messen nicht immer dasselbe. Ein Wert zur Inflation als allgemeiner Sorge lässt sich deshalb nicht direkt mit einer konkreten Beschwerde über interne Kommunikation vergleichen. Zum Onlinekurs gehts hier. Ist schlechte Kommunikation das häufigste Problem? Die Kommunikation gehört zu den am häufigsten genannten Kritikpunkten. Beschäftigte erhalten wichtige Informationen zu spät, erfahren kurzfristig von Entscheidungen oder bekommen über E-Mail, Slack, Teams und Besprechungen widersprüchliche Aussagen. 81 Prozent kritisieren eine inkonsistente Kommunikation über verschiedene Kanäle. 78 Prozent sehen Verbesserungsbedarf beim Teilen von Informationen, während sich 72 Prozent nicht ausreichend über wichtige Updates informiert fühlen. Hinzu kommt die Rolle der Vorgesetzten: 72,1 Prozent nennen schlechte Kommunikation von Führungskräften als wesentlichen Faktor einer toxischen Arbeitsumgebung. Wie stark stört eine schlechte Führungskultur? Schlechtes Management ist ähnlich relevant wie mangelhafte Kommunikation. 79,1 Prozent führen toxische Arbeitsumgebungen auf eine unethische, nicht verantwortungsvolle oder nicht unterstützende Führung zurück. Insgesamt haben 68,9 Prozent bereits eine toxische Arbeitsumgebung erlebt. Im Arbeitsalltag zeigt sich das beispielsweise durch Mikromanagement, Bevorzugung einzelner Beschäftigter, unklare Erwartungen und Regeln, die nicht für alle gleich angewendet werden. Problematisch wird eine solche Kultur auch dann, wenn Führungskräfte für Fehlentscheidungen keine Verantwortung übernehmen. Die Folgen können bis zur Kündigung reichen: 53,7 Prozent haben bereits wegen einer toxischen Arbeitsumgebung gekündigt. Welche Rolle spielen Gehalt und Inflation? Finanzielle Themen erreichen teilweise noch höhere Werte, beziehen sich aber nicht immer unmittelbar auf das Verhalten eines bestimmten Unternehmens. 89 Prozent nennen die Inflation als grösste Sorge, 87 Prozent sorgen sich um Gesundheitskosten. Konkreter auf den Arbeitgeber bezogen sagen 43 Prozent, dass ihr Gehalt nicht mit der Inflation Schritt gehalten habe. Kritisiert werden ausserdem fehlende Gehaltsbänder, geringe Anpassungen an steigende Lebenshaltungskosten und ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Bei Jobsuchenden nennen 44 Prozent niedrige Gehälter und das Ausbleiben von Rückmeldungen durch Arbeitgeber als Hauptbeschwerden. Wie häufig sind Überlastung und Personalmangel? 58 Prozent halten ihren Arbeitsplatz für unterbesetzt. Damit wird Personalmangel nicht nur zu einer Belastung für einzelne Mitarbeiter, sondern kann auch die Qualität der Arbeit beeinträchtigen. 37 Prozent bezeichnen fehlendes Personal als grösste Barriere für Qualität. Typische Folgen sind eine dauerhaft hohe Aufgabenmenge, regelmässige Überstunden und fehlende Grenzen zwischen Beruf und Freizeit. Dadurch kann sich auch die Konzentration verschlechtern: 57 Prozent kämpfen am Arbeitsplatz mit Fokusproblemen. Eine schlechte Work-Life-Balance entsteht zudem, wenn Beschäftigte ständig erreichbar sein sollen oder Besprechungen ausserhalb der üblichen Arbeitszeit stattfinden. Warum fehlen Mitarbeitern Anerkennung und Entwicklungsmöglichkeiten? 34 Prozent berichten von mangelnder Anerkennung. Dabei geht es nicht nur um ausdrückliches Lob, sondern auch um Unterstützung, Weiterbildung und nachvollziehbare Aufstiegsmöglichkeiten. 65 Prozent nennen fehlende Unterstützung, Anerkennung und Entwicklungsmöglichkeiten als Faktor für eine toxische Arbeitsumgebung. 28 Prozent sagen zugleich, dass ihre Fähigkeiten hinter den Anforderungen zurückbleiben. Unternehmen können beide Probleme gemeinsam angehen: mit klaren Entwicklungspfaden, Weiterbildungen, Mentoring und regelmässigem Feedback. Anerkannte Mitarbeiter haben eine um 45 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 2 Jahren zu kündigen. Was stört Mitarbeiter an ihrer Arbeitsumgebung? 73 Prozent der im Büro arbeitenden Mitarbeiter sind über ihren Arbeitsplatz frustriert. Besonders häufig geht es um Lärm, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und eine ungeeignete Raumgestaltung. 47 Prozent bezeichnen Lärm als grösste physische Beschwerde. 41 Prozent bemängeln die Temperaturkontrolle, während 40 Prozent ruhige Räume für konzentrierte Arbeit vermissen. Weitere Beschwerden betreffen mangelnde Privatsphäre mit 22 Prozent und überfüllte Gemeinschaftsräume mit 19 Prozent. Auch die Einrichtung spielt eine Rolle. 19 Prozent stören sich an unbequemen Stühlen, während 23 Prozent von Haltungsschäden infolge schlechter Ergonomie berichten. Welche Verhaltensweisen von Kollegen sorgen für Frust? Nicht alle Beschwerden richten sich gegen die Unternehmensleitung. Auch das Verhalten von Kollegen kann den Arbeitsalltag erschweren. 72 Prozent sagen, dass sich die Büro-Etikette innerhalb von 3 Jahren verschlechtert habe. Laute Telefon- und Videoanrufe in offenen Büros sind für 58 Prozent die grösste Frustration. Hinzu kommen unordentliche Gemeinschaftsräume, Konflikte um Fenster und Klimaanlagen sowie wenig rücksichtsvolle Kommunikation. Auch der Umgang mit künstlicher Intelligenz wird zum Konfliktthema. 62 Prozent empfinden ungeprüfte KI-Ausgaben als sehr ärgerlich. Dazu gehören weitergeleitete Inhalte ohne Kontrolle sowie unpersönliche, erkennbar automatisierte Nachrichten. Hast du Fragen zu der Thematik? Dann schreibe uns gern eine Mail an auswandernschweiz.ch@gmail.com Wie problematisch sind ineffiziente Prozesse und veraltete Tools? 55 Prozent sagen, dass ihr Unternehmen Schwierigkeiten hat, den physischen und digitalen Arbeitsplatz miteinander zu verbinden. Viele einzelne Anwendungen lösen das Problem nicht automatisch, wenn Informationen zwischen ihnen verloren gehen. 33,3 Prozent kritisieren manuelle Berichterstattung, 32,6 Prozent ein mangelhaftes Onboarding und 29,6 Prozent eine Überlastung durch Benachrichtigungen. Besonders für neue Mitarbeiter erschweren unklare Prozesse und schlecht abgestimmte Systeme den Einstieg. Abhilfe schaffen weniger parallele Informationswege, klar geregelte Zuständigkeiten und Prozesse, die nicht mehrfach manuell bearbeitet werden müssen. Beispiel: Wie lassen sich die Beschwerden einordnen? Für eine einfache Einordnung können drei der höchsten direkten Beschwerdewerte gegenübergestellt werden: 81 Prozent inkonsistente Kommunikation > 79,1 Prozent problematische Führung als Ursache toxischer Arbeitsumgebungen > 73 Prozent Frustration über den Büroarbeitsplatz. Diese Gegenüberstellung zeigt, warum Kommunikation in der Zusammenfassung an erster Stelle steht. Sie ist jedoch keine einheitliche Rangliste, weil die Werte aus verschiedenen Befragungen stammen und unterschiedliche Fragen beantworten. Der Inflationswert von 89 Prozent liegt zwar darüber, beschreibt aber die grösste Sorge der Beschäftigten und nicht ausschliesslich eine konkrete Beschwerde über das eigene Unternehmen. Was können Unternehmen gegen die häufigsten Beschwerden tun? Bei der Kommunikation helfen einheitliche Botschaften, nachvollziehbar erklärte Entscheidungen und festgelegte Informationskanäle. Anonyme Rückmeldemöglichkeiten können Probleme sichtbar machen, die in gewöhnlichen Besprechungen nicht angesprochen werden. Eine bessere Führungskultur benötigt klare Erwartungen an Vorgesetzte, Rückmeldungen für Führungskräfte und verbindliche Verantwortung. Anerkennung sollte zudem nicht erst bei einer formellen Leistungsbeurteilung stattfinden. Gegen Überlastung helfen eine realistische Personalplanung und klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Ruhige Arbeitsbereiche, eine bessere Akustik und ergonomische Möbel können die konkreten Beschwerden über den Büroarbeitsplatz reduzieren. Was ist in der Schweiz anders als in Deutschland oder Österreich? Aus den vorliegenden Ergebnissen lässt sich kein belastbarer Vergleich zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich ableiten. Die genannten Prozentwerte sollten daher nicht automatisch auf jedes Schweizer Unternehmen übertragen werden. Für Zuzügler ist die konkrete Unternehmenskultur entscheidender als ein allgemeiner Ländervergleich. Vor einem Stellenantritt können insbesondere Informationswege, Führungsstil, Personalbesetzung, Entwicklungsmöglichkeiten und die Regelung der Erreichbarkeit geprüft werden. Die wichtigsten Zahlen Wert Betrag Inkonsistente Kommunikation über verschiedene Kanäle 81 Prozent Verbesserungsbedarf beim Teilen von Informationen 78 Prozent Nicht ausreichend über wichtige Updates informiert 72 Prozent Problematische Führung als Ursache toxischer Arbeitsumgebungen 79,1 Prozent Bereits eine toxische Arbeitsumgebung erlebt 68,9 Prozent Wegen einer toxischen Arbeitsumgebung gekündigt 53,7 Prozent Gehalt hielt nicht mit der Inflation Schritt 43 Prozent Arbeitsplatz ist unterbesetzt 58 Prozent Fehlende Anerkennung 34 Prozent Frustration über den Büroarbeitsplatz 73 Prozent Lärm als grösste physische Beschwerde 47 Prozent Ungeprüfte KI-Ausgaben sind sehr ärgerlich 62 Prozent Fazit: Was stört Mitarbeiter am häufigsten? Am deutlichsten fällt die Kritik an der Kommunikation aus: 81 Prozent bemängeln widersprüchliche Informationen über verschiedene Kanäle, 78 Prozent wünschen sich einen besseren Informationsfluss. Problematische Führung erreicht 79,1 Prozent, während 58 Prozent ihren Arbeitsplatz als unterbesetzt bezeichnen. Beim Büroarbeitsplatz sind 73 Prozent frustriert, und 47 Prozent nennen Lärm als grösste physische Beschwerde. Zuzügler sollten diese Werte als Orientierung nutzen, die Kultur und Arbeitsbedingungen eines Schweizer Arbeitgebers aber immer konkret prüfen. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► Auswandern Schweiz Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz! Quellen https://www.surveymonkey.com/curiosity/usa-today-workforce-survey-january-2026/ https://www.appspace.com/workplace-trends-report/ https://www.fairplaytalks.com/2026/07/01/workplace-toxicity-persists-in-2026-as-nearly-70-of-employees-report-toxic-work-environments-new-survey-finds/ https://www.upistudy.com/blog/human-resources-management/what-causes-job-dissatisfaction-in-employees https://www.4cornerresources.com/job-market-news/performance-review-anxiety-glassdoor-2026/ https://hkofficepods.com/top-workplace-complaints-how-to-solve-them/ https://www.ebri.org/health/content/results-from-sixth-annual-workplace-wellness-survey-find-workers-value-balance-and-benefits--but-disengagement-persists-as-inflation-and-health-costs-remain-top-worries https://www.prnewswire.com/news-releases/73-of-on-site-employees-are-frustrated-with-their-workspace-national-business-furniture-harris-poll-finds-302812349.html https://www.gable.to/blog/post/workplace-satisfaction-survey https://www.webmdhealthservices.com/resources/whitepapers/2026-workplace-and-employee-survey-report/ https://www.business.com/articles/annoying-ai-habits-study/ https://www.westwaleschronicle.co.uk/blog/2026/08/06/72-of-uk-workers-say-office-etiquette-has-got-worse-as-instantprint-reveals-the-ultimate-summer-office-ick-list-for-2026/ https://bigideasdb.com/business-pain-points-2026 Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz!
- Umzug von Deutschland in die Schweiz 2026: Was kostet er?
Was kostet der Umzug von Deutschland in die Schweiz 2026? Diese Frage betrifft Zuzügler, die neben dem Transport auch Zoll, Wohnung, Aufenthaltsbewilligung, Krankenversicherung und mögliche Fahrzeugkosten einplanen müssen. Einen amtlichen Durchschnittspreis für den gesamten Umzug gibt es nicht. Gebrauchter Hausrat kann jedoch für CHF 0 Schweizer Einfuhrabgaben eingeführt werden, wenn er als Übersiedlungsgut anerkannt wird. Spedition, Transportstrecke, Umzugsvolumen und die konkrete Wohnung bleiben individuell. Zum Onlinekurs gehts hier. Gibt es einen Durchschnittspreis für den kompletten Umzug? In den geprüften Bundesquellen findet sich keine schweizweite Kennzahl für 2026, die sämtliche Ausgaben zu einem durchschnittlichen Gesamtpreis zusammenfasst. Ein seriöses Budget muss deshalb aus einzelnen Kostenblöcken aufgebaut werden. Dazu gehören vor allem der Transport, mögliche Einfuhrabgaben, der erste Monatszins, die Mietkaution, kantonale Gebühren, die Krankenversicherung und gegebenenfalls die Einfuhr eines Autos. Auch Verpackungsmaterial, Zwischenlagerung, Nebenkosten, Versicherungen und neue Möbel können den Finanzbedarf verändern. Was kostet eine Umzugsfirma von Deutschland in die Schweiz? Ein amtlich belegbarer Durchschnittspreis für eine Umzugsfirma liegt nicht vor. Der Preis hängt unter anderem von der Strecke, dem Umzugsvolumen, der Zugänglichkeit beider Wohnungen und den gebuchten Leistungen ab. Zuzügler benötigen daher konkrete Angebote, die denselben Leistungsumfang enthalten. Nur so lassen sich beispielsweise Transport, Verpackung, Möbelmontage und Zwischenlagerung sinnvoll vergleichen. Von Deutschland in die Schweiz ziehen - Was beachten? Wann kostet die Einfuhr des Hausrats CHF 0? Gebrauchter Hausrat kann abgabenfrei eingeführt werden, wenn er als Übersiedlungsgut anerkannt wird. Dafür muss der Wohnsitz in die Schweiz verlegt werden. Die Gegenstände müssen vor dem Umzug mindestens 6 Monate persönlich im Ausland benutzt worden und für die weitere eigene Nutzung in der Schweiz bestimmt sein. Für die Anmeldung wird das Formular 18.44 verwendet. Auch bei CHF 0 Einfuhrabgaben bleibt die Zollanmeldung erforderlich. Nachsendungen sind grundsätzlich innerhalb von 2 Jahren ab der Wohnsitzverlegung möglich. Sie sollten bereits bei der ersten Einfuhr angegeben werden und müssen grundsätzlich ebenfalls die Voraussetzung der vorherigen Benutzung erfüllen. Umzug in die Schweiz - Darauf müssen Sie achten Was kosten Gegenstände, die nicht als Übersiedlungsgut gelten? Werden Gegenstände nicht als abgabenfreies Übersiedlungsgut anerkannt, kann Schweizer Mehrwertsteuer entstehen. Für normal besteuerte Waren beträgt sie 8,1 Prozent. Der reduzierte Satz liegt bei 2,6 Prozent, der Sondersatz bei 3,8 Prozent. Ein konkreter Frankenbetrag lässt sich ohne Warenliste, Warenwert und Zollbehandlung nicht angeben. Je nach Gegenstand können weitere Abgaben hinzukommen. Wie viel sollte man für Wohnung und Mietkaution einplanen? Bei Wohnräumen darf die Mietkaution höchstens 3 Monatszinse betragen. Wird sie als Geldbetrag oder in Wertpapieren geleistet, muss die Sicherheit bei einer Bank auf einem Konto oder Depot auf den Namen des Mieters hinterlegt werden. Als amtlicher Vergleichswert nennt die *Statistik der Schweizer Städte 2026* für eine 3-Zimmer-Wohnung in Schweizer Städten einen durchschnittlichen Nettomietzins von CHF 1’448 pro Monat. Es handelt sich dabei um einen statistischen Bestandswert mit Datenstand 2023 und nicht um eine Angebotsmiete aus dem Jahr 2026. Für Städte mit mehr als 100’000 Einwohnern beträgt der ausgewiesene Wert CHF 1’404. Auswandern in die Schweiz: Welches Eigenkapital braucht man? Was kostet die Aufenthaltsbewilligung? Die Gebühren werden kantonal festgelegt. Im Kanton Bern beträgt die Gesamtgebühr für die Erteilung, Erneuerung oder Verlängerung einer Kurzaufenthalts-, Aufenthalts- oder Grenzgängerbewilligung nach FZA/EFTA CHF 65. Davon entfallen CHF 45 auf den Kanton und CHF 20 auf die Gemeinde. Für ledige Minderjährige weist der Kanton Bern CHF 30 aus. Am tatsächlichen Wohnort kann eine andere Gebühr gelten. Aufenthaltsbewilligungen für EU/EFTA-Angehörige in der Schweiz: Alles, was Sie wissen müssen Was kostet die Krankenversicherung 2026? Die mittlere Krankenkassenprämie über alle Altersgruppen beträgt 2026 CHF 393.30 pro Monat. Für Erwachsene liegt die mittlere Monatsprämie bei CHF 465.30, für junge Erwachsene bei CHF 326.30. Die persönliche Prämie hängt vom Wohnort, Versicherer, Versicherungsmodell und von der Franchise ab. Diese Durchschnittswerte sind deshalb keine verbindlichen Angebote. Die Grundversicherung muss grundsätzlich innerhalb von 3 Monaten nach der Wohnsitznahme abgeschlossen werden. Bei rechtzeitigem Abschluss beginnt der Versicherungsschutz rückwirkend mit der Wohnsitznahme. Auch die Prämien werden rückwirkend fällig. Bei einem Zuzug während eines laufenden Monats erfolgt die Berechnung taggenau. Auswandern Schweiz Voraussetzungen: Das musst du für die Auswanderung wissen Welche weiteren Haushaltskosten fallen an? Die Schweizer Radio- und Fernsehabgabe beträgt CHF 335 pro Jahr und Privathaushalt. Sie wird pro Haushalt und nicht pro Person erhoben. Weitere laufende Kosten wie Nebenkosten, private Versicherungen oder individuelle Ausgaben lassen sich ohne Angaben zur Wohnung und zur persönlichen Situation nicht belastbar beziffern. Was kostet das Umschreiben des deutschen Führerausweises? Im Kanton Zürich nennt der Gebührentarif 2026 für die Bearbeitung des Umschreibgesuchs CHF 42 und für die Umschreibung CHF 50. Für eine Identitätsprüfung bei der Umschreibung eines ausländischen Führerausweises sind CHF 20 aufgeführt. Aus der Gebührenliste geht nicht sicher hervor, ob im Einzelfall sämtliche Positionen anfallen. Eine pauschale Gesamtsumme lässt sich daher nicht nennen. Hast du Fragen zu der Thematik? Dann schreibe uns gern eine Mail an auswandernschweiz.ch@gmail.com Was kostet die Einfuhr eines Autos? Wurde das Auto bereits länger als 6 Monate persönlich benutzt und sind die weiteren Voraussetzungen erfüllt, kann es für CHF 0 Einfuhrabgaben als Übersiedlungsgut eingeführt werden. Es muss beim ersten Grenzübertritt im Zusammenhang mit dem Umzug beim Schweizer Zoll angemeldet werden. Bei einer Benutzungsdauer von weniger als 6 Monaten besteht grundsätzlich kein Anspruch auf diese Abgabenbefreiung. Bei einer definitiven regulären Einfuhr beträgt die Automobilsteuer 4 Prozent des Fahrzeugwerts und die Einfuhr-MWST 8,1 Prozent. Zur Bemessungsgrundlage der Einfuhr-MWST gehören auch die Kosten bis zum Bestimmungsort sowie Einfuhrabgaben und Gebühren. Ohne Fahrzeugwert und weitere Kosten bleibt der konkrete Frankenbetrag offen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Verzollung mit der Bewilligung 15.30 bis maximal 2 Jahre nach der Wohnsitzverlegung aufgeschoben werden. Welche Zulassungsgebühren können für ein Auto entstehen? Im Kanton Zürich kostet der Fahrzeugausweis 2026 CHF 42. Für die Kontrolle des Prüfberichts 13.20 A werden CHF 30 genannt, für die technische Fahrzeugprüfung CHF 30 je Prüfeinheit beziehungsweise Takt. Ein neues Kontrollschildpaar kostet CHF 40, die Kontrollschildereinlösung CHF 30. Welche Positionen tatsächlich erforderlich sind, hängt vom Fahrzeug und vom Zulassungsverfahren ab. Verkehrsabgabe und private Haftpflichtversicherung kommen zusätzlich hinzu. Schweizer Kontrollschilder sind grundsätzlich spätestens 1 Jahr nach der Wohnsitzverlegung erforderlich. Was kostet die Autobahnvignette 2026? Die Schweizer Autobahnvignette 2026 kostet CHF 40. Sie gilt vom 01.12.2025 bis zum 31.01.2027. Eine Tages-, Wochen- oder Monatsvignette wird nicht angeboten. Auch bei einer kurzen Nutzung der vignettenpflichtigen Strassen bleibt daher die Jahresvignette massgebend. Welche Abzüge vom Schweizer Lohn gehören in die Budgetplanung? Der Arbeitnehmeranteil für AHV, IV und EO beträgt 2026 zusammen 5,3 Prozent. Für die Arbeitslosenversicherung kommen bis zu einem Jahreslohn von CHF 148’200 weitere 1,1 Prozent hinzu. Damit ergibt sich für diese Sozialversicherungen ein Arbeitnehmeranteil von insgesamt 6,4 Prozent bis zur ALV-Grenze. Die berufliche Vorsorge ist grundsätzlich ab einem Jahreslohn von mehr als CHF 22’680 obligatorisch. Der Arbeitnehmerbeitrag hängt von Alter, Pensionskasse und Vorsorgeplan ab. Viele ausländische Arbeitnehmer ohne Niederlassungsbewilligung C werden zudem an der Quelle besteuert. Eine einheitliche Prozentzahl gibt es nicht, weil der Tarif vom Kanton sowie von den persönlichen Lohn- und Lebensverhältnissen abhängt. Die Krankenkassenprämie ist nicht in diesen Lohnabzügen enthalten. Beispiel: Wie kann ein Startbudget aussehen? Eine alleinstehende erwachsene Person zieht ohne Auto in den Kanton Bern. Der gebrauchte Hausrat wird als Übersiedlungsgut anerkannt. Für die Wohnung wird der statistische Vergleichswert von CHF 1’448 netto pro Monat verwendet. Der Mietvertrag verlangt die höchstmögliche Kaution von 3 Monatszinsen. Die berücksichtigten Positionen lauten: Einfuhrabgaben für den Hausrat: CHF 0 Bewilligungsgebühr im Kanton Bern: CHF 65 Erster Monatszins: CHF 1’448 Mietkaution: 3 × CHF 1’448 = CHF 4’344 Mittlere Monatsprämie für Erwachsene: CHF 465.30 Radio- und Fernsehabgabe für ein volles Jahr: CHF 335 Daraus ergibt sich ein anfänglicher Finanzbedarf von CHF 6’657.30. Davon entfallen CHF 4’344 auf die Mietkaution. Dieses Geld ist als Sicherheit gebunden und nicht mit einer gewöhnlichen Verbrauchsausgabe gleichzusetzen. Ohne die Kaution betragen die aufgeführten Positionen CHF 2’313.30. Nicht enthalten sind insbesondere Spedition, Verpackungsmaterial, Zwischenlagerung, Nebenkosten, tatsächliche Angebotsmiete, private Versicherungen, Möbelkäufe und individuelle Steuern. Die Rechnung ist daher kein durchschnittlicher Gesamtpreis für einen Umzug von Deutschland in die Schweiz. Was ist für Zuzügler anders als in Deutschland? Der grenzüberschreitende Umzug erfordert eine Zollanmeldung. Selbst wenn für anerkanntes Übersiedlungsgut CHF 0 Einfuhrabgaben anfallen, muss der Hausrat mit dem Formular 18.44 angemeldet werden. Das gilt grundsätzlich auch für ein mitgebrachtes Auto. Ein weiterer Unterschied betrifft die Krankenversicherung. Jedes Familienmitglied wird grundsätzlich separat versichert und erhält eine eigene Prämie. Wer die Frist von 3 Monaten nutzt, muss trotzdem mit rückwirkenden Prämien ab der Wohnsitznahme rechnen. Auch die kantonalen Unterschiede spielen eine wichtige Rolle. Aufenthaltsbewilligungen, Fahrzeugzulassungen und Quellensteuern lassen sich nicht mit einem einzigen schweizweiten Betrag kalkulieren. Für Zuzügler ist deshalb neben dem Transport vor allem der konkrete Wohnkanton für das Startbudget entscheidend. Die wichtigsten Zahlen Wert Betrag Einfuhrabgaben für anerkanntes Übersiedlungsgut CHF 0 Erforderliche vorherige Benutzung mindestens 6 Monate Frist für nachgesandtes Umzugsgut grundsätzlich 2 Jahre Normalsatz der Schweizer MWST 8,1 Prozent Bewilligungsgebühr im Beispiel Kanton Bern CHF 65 Durchschnittlicher Nettomietzins einer 3-Zimmer-Wohnung in Schweizer Städten CHF 1’448 pro Monat Höchste Mietkaution bei Wohnraum 3 Monatszinse Mittlere Krankenkassenprämie für Erwachsene 2026 CHF 465.30 pro Monat Radio- und Fernsehabgabe CHF 335 pro Jahr und Privathaushalt Autobahnvignette 2026 CHF 40 Arbeitnehmeranteil AHV/IV/EO und ALV bis zur ALV-Grenze 6,4 Prozent Beispielhafter anfänglicher Finanzbedarf CHF 6’657.30 Beispielhafter Finanzbedarf ohne Kaution CHF 2’313.30 Fazit: Was kostet der Umzug von Deutschland in die Schweiz 2026? Einen amtlichen Durchschnittspreis für den vollständigen Deutschland-Schweiz-Umzug 2026 gibt es nicht. Anerkannter gebrauchter Hausrat kann für CHF 0 Einfuhrabgaben eingeführt werden, während Spedition, Wohnung und weitere Leistungen individuell kalkuliert werden müssen. Im Rechenbeispiel ergibt sich ein anfänglicher Finanzbedarf von CHF 6’657.30, wovon CHF 4’344 auf die Mietkaution entfallen. Hinzu kommen nicht bezifferte Ausgaben wie Transport, Nebenkosten, Versicherungen und gegebenenfalls Fahrzeugkosten. Zuzügler sollten deshalb zuerst Angebote für den Transport einholen und anschliessend die Kosten des konkreten Wohnkantons ergänzen. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► Auswandern Schweiz Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz! Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz!
- Mutterschaftsentschädigung Schweiz 2026: Wie hoch ist sie und was ist anders als das Elterngeld in Deutschland?
Wie hoch ist die Mutterschaftsentschädigung in der Schweiz 2026? Diese Frage betrifft insbesondere Arbeitnehmerinnen, Selbstständigerwerbende und Zuzüglerinnen, die vor der Geburt in Deutschland oder einem anderen EU- oder EFTA-Staat gearbeitet haben. Die Schweizer Mutterschaftsentschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens vor der Geburt. Bezahlt werden maximal CHF 220 pro Kalendertag während höchstens 98 Tagen beziehungsweise 14 Wochen. Insgesamt sind damit höchstens CHF 21’560 möglich. Anders als das deutsche Elterngeld ist die Mutterschaftsentschädigung in erster Linie ein zeitlich begrenzter Erwerbsersatz für die gebärende Mutter. Sie kann nicht über viele Monate flexibel zwischen beiden Eltern aufgeteilt werden. Zum Onlinekurs gehts hier. Wie hoch ist die Mutterschaftsentschädigung in der Schweiz 2026? Die gesetzliche Leistung entspricht 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, das vor der Geburt erzielt wurde. Das Taggeld ist auf CHF 220 begrenzt. Der Höchstbetrag wird ab einem Monatseinkommen von CHF 8’250 erreicht. Bei Selbstständigerwerbenden entspricht die Schwelle einem Jahreseinkommen von CHF 99’000. Zum Vergleich: Der schweizweite Medianlohn einer 100-Prozent-Stelle lag gemäss der jüngsten Lohnstrukturerhebung 2024 bei CHF 7’024 brutto pro Monat. Die Einkommensschwelle für das maximale Mutterschaftstaggeld liegt damit rund 17,5 Prozent über diesem Medianlohn. Löhne und Gehälter in der Schweiz 2026 – Überblick nach Branchen und Berufen Wie hoch ist die maximale Mutterschaftsentschädigung insgesamt? Die Mutterschaftsentschädigung wird für maximal 98 Tage bezahlt. Bei einem Taggeld von CHF 220 ergibt sich folgender Höchstbetrag: CHF 220 × 98 Tage = CHF 21’560 Dieser Betrag ist die maximale gesetzliche EO-Leistung für den regulären Bezugszeitraum. Sozialversicherungsbeiträge und eine mögliche Steuerbelastung sind dabei noch nicht abgezogen. Arbeitsvertrag, Personalreglement oder Gesamtarbeitsvertrag können grosszügigere Leistungen vorsehen. Ein Arbeitgeber kann die gesetzliche Entschädigung beispielsweise aufstocken. Eine allgemeine Pflicht zur Zahlung von 100 Prozent des bisherigen Lohnes besteht jedoch nicht. Erwerbsersatzordnung (EO): Finanzielle Unterstützung für Arbeitnehmende Wie lange wird die Mutterschaftsentschädigung bezahlt? Der Anspruch beginnt am Tag der Geburt und dauert höchstens 14 Wochen beziehungsweise 98 Tage. Aus dieser Leistung werden vor der Geburt keine Taggelder bezahlt. Nimmt die Mutter ihre Erwerbstätigkeit während des Entschädigungszeitraums ganz oder teilweise wieder auf, endet der Anspruch grundsätzlich vorzeitig. Für Arbeitnehmerinnen gilt in den ersten 8 Wochen nach der Geburt ohnehin ein Arbeitsverbot. Wer hat Anspruch auf die Mutterschaftsentschädigung? Anspruch können insbesondere Arbeitnehmerinnen und Selbstständigerwerbende haben. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen auch arbeitslose oder arbeitsunfähige Frauen infrage. Ein gültiges Arbeitsverhältnis kann ebenfalls ausreichen, auch wenn zum Zeitpunkt der Geburt keine laufende Lohnfortzahlung mehr besteht. Zusätzlich müssen grundsätzlich die vorgeschriebenen Versicherungs- und Erwerbszeiten erfüllt sein. Wie lange muss die Mutter versichert und erwerbstätig gewesen sein? Grundsätzlich muss die Mutter während der 9 Monate unmittelbar vor der Geburt obligatorisch in der AHV versichert gewesen sein. Innerhalb dieser Zeit muss sie mindestens 5 Monate erwerbstätig gewesen sein. Das Arbeitspensum ist für die Fünf-Monats-Voraussetzung nicht entscheidend. Auch Erwerbsmonate mit einem reduzierten Pensum können daher berücksichtigt werden. Bei einer Frühgeburt wird die erforderliche Versicherungsdauer verkürzt: Geburt vor dem 7. Schwangerschaftsmonat: 6 Monate Versicherungszeit Geburt vor dem 8. Schwangerschaftsmonat: 7 Monate Versicherungszeit Geburt vor dem 9. Schwangerschaftsmonat: 8 Monate Versicherungszeit Die Voraussetzung von mindestens 5 Monaten Erwerbstätigkeit bleibt auch bei einer Frühgeburt bestehen. Werden Versicherungs- und Arbeitszeiten aus Deutschland angerechnet? Versicherungs- und Beschäftigungszeiten aus Deutschland können für die Schweizer Voraussetzungen berücksichtigt werden. Das gilt auch für entsprechende Zeiten in anderen EU- oder EFTA-Staaten. Ein Zuzug in die Schweiz kurz vor der Geburt schliesst den Anspruch deshalb nicht automatisch aus. Die deutschen Zeiten können bei der Prüfung der erforderlichen 9 Versicherungsmonate und 5 Erwerbsmonate einbezogen werden. Entscheidend bleibt allerdings, welchem Sozialversicherungssystem die betreffende Person untersteht. Bei Grenzgängerinnen, Entsandten und Personen, die nach dem Umzug weiterhin für einen deutschen Arbeitgeber arbeiten, reicht der Schweizer Wohnsitz allein nicht aus. In grenzüberschreitenden EU- oder EFTA-Konstellationen dokumentiert insbesondere die A1-Bescheinigung, welches Sozialversicherungssystem zuständig ist. Kann sich die Bezugsdauer bei einem Spitalaufenthalt verlängern? Muss das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt länger im Spital bleiben, kann die Mutterschaftsentschädigung nach der 2026 geltenden Regelung um höchstens 56 Tage verlängert werden. Zusammen mit den regulären 98 Tagen sind damit höchstens 154 Tage möglich. Zu den Voraussetzungen gehört unter anderem, dass die Mutter nach dem Mutterschaftsurlaub wieder erwerbstätig sein wird. Die am 26. August 2026 beschlossene EO-Reform ändert an der Rechtslage für 2026 nichts. Die Änderungen treten am 1. Juli 2027 in Kraft und dürfen nicht rückwirkend auf Geburten nach den Regeln von 2026 übertragen werden. Beispiel: CHF 5’250 Monatslohn Eine Arbeitnehmerin erzielt vor der Geburt ein Monatseinkommen von CHF 5’250. Das Tageseinkommen wird im offiziellen Berechnungsbeispiel wie folgt ermittelt: CHF 5’250 ÷ 30 = CHF 175 Tageseinkommen Davon werden 80 Prozent ersetzt: CHF 175 × 80 Prozent = CHF 140 pro Tag Für den maximalen regulären Bezugszeitraum ergibt sich: CHF 140 × 98 Tage = CHF 13’720 Die Arbeitnehmerin erhält somit höchstens CHF 13’720 Mutterschaftsentschädigung. Dieser Betrag gilt vor Sozialversicherungsabzügen und vor einer möglichen Steuerbelastung. Hast du Fragen zu der Thematik? Dann schreibe uns gern eine Mail an auswandernschweiz.ch@gmail.com Welche Sozialversicherungsbeiträge werden abgezogen? Die Mutterschaftsentschädigung gilt als Erwerbseinkommen. Arbeitnehmerinnen bezahlen darauf Beiträge an AHV, IV und EO sowie an die Arbeitslosenversicherung. Der Arbeitnehmeranteil für AHV, IV und EO beträgt 2026 insgesamt 5,3 Prozent. Bei der Arbeitslosenversicherung kommen bis zur versicherten Lohngrenze von CHF 148’200 pro Jahr weitere 1,1 Prozent hinzu. In der üblichen Arbeitnehmerkonstellation ergeben sich damit zusammen 6,4 Prozent Sozialversicherungsbeiträge. Ein pauschaler Netto-Auszahlungsbetrag lässt sich dennoch nicht nennen, weil zusätzlich die individuelle Steuerbelastung zu berücksichtigen ist. Wer finanziert die Sozialversicherungen AHV/IV/EO? Ist die Mutterschaftsentschädigung steuerpflichtig? Die Mutterschaftsentschädigung ist steuerbares Ersatzeinkommen. Bei quellensteuerpflichtigen Personen wird die Leistung entsprechend steuerlich erfasst. Einen schweizweit einheitlichen Steuersatz gibt es nicht. Die tatsächliche Belastung hängt unter anderem vom Kanton, von der Gemeinde und von der persönlichen Situation ab. Gerade Zuzüglerinnen ohne Niederlassungsbewilligung sollten deshalb prüfen, wie die Leistung im konkreten Fall behandelt wird. Auch eine Aufstockung durch den Arbeitgeber kann die tatsächliche Abrechnung beeinflussen. Quellensteuerpflichtig in der Schweiz? - Diese Fälle erfordern deine Steuererklärung Wie wird die Mutterschaftsentschädigung beantragt und ausgezahlt? Bei Arbeitnehmerinnen wird die Anmeldung üblicherweise über den Arbeitgeber eingereicht. Zahlt der Arbeitgeber den Lohn während des Mutterschaftsurlaubs weiter, erhält er die EO-Leistung. Andernfalls ist eine direkte Auszahlung an die Mutter möglich. Die Auszahlung erfolgt grundsätzlich monatlich nachschüssig. Beträge unter CHF 200 pro Monat werden erst am Ende des Mutterschaftsurlaubs ausbezahlt. Der Anspruch kann noch bis 5 Jahre nach Ablauf des 14-wöchigen Mutterschaftsurlaubs geltend gemacht werden. Was erhält der Vater oder der andere Elternteil? Der andere Elternteil hat grundsätzlich Anspruch auf 2 Wochen beziehungsweise 10 Urlaubstage. Die Entschädigung wird über 14 Taggelder berechnet. Auch hier werden 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens ersetzt, höchstens jedoch CHF 220 pro Tag. Der maximale Gesamtbetrag beträgt CHF 3’080. Der Urlaub muss innerhalb von 6 Monaten nach der Geburt bezogen werden. Eine flexible Aufteilung zahlreicher Elterngeldmonate zwischen beiden Eltern, wie sie aus Deutschland bekannt ist, sieht das Schweizer System nicht vor. Was ist in der Schweiz anders als beim Elterngeld in Deutschland? Die Schweizer Mutterschaftsentschädigung und das deutsche Elterngeld verfolgen unterschiedliche Grundideen. In der Schweiz handelt es sich um einen kurzfristigen Erwerbsersatz für die gebärende und zuvor erwerbstätige Mutter. Das deutsche Elterngeld ist dagegen eine Familienleistung, die von der Mutter oder vom Vater genutzt werden kann. Das deutsche Basiselterngeld beträgt in der Regel 65 Prozent des wegfallenden Elterngeld-Nettoeinkommens. Es werden mindestens €300 und höchstens €1’800 pro Monat bezahlt. Ein Elternteil kann grundsätzlich bis zu 12 Lebensmonate Basiselterngeld beziehen, gemeinsam können beide Eltern bis zu 14 Lebensmonate nutzen. In der Schweiz endet der reguläre Anspruch der Mutter dagegen nach 98 Tagen. Der andere Elternteil erhält grundsätzlich 2 Wochen Urlaub mit einer Entschädigung von maximal CHF 3’080. Ein weiterer Unterschied betrifft Eltern ohne vorheriges Erwerbseinkommen. Deutschland bezahlt auch ohne vorherigen Verdienst mindestens €300 Basiselterngeld beziehungsweise €150 ElterngeldPlus. Die bundesrechtliche Schweizer Mutterschaftsentschädigung kennt keinen allgemeinen Mindestbetrag nach diesem Muster, sondern setzt grundsätzlich vorherige Erwerbstätigkeit und Versicherungszeiten voraus. Dafür gibt es in der Schweiz keinen vergleichbaren Ausschluss aufgrund eines hohen Haushaltseinkommens. In Deutschland entfällt für Geburten seit dem 1. April 2025 der Elterngeldanspruch bei mehr als €175’000 zu versteuerndem Einkommen im massgeblichen Vorjahr. Die Prozentwerte beider Länder sind deshalb nicht direkt vergleichbar. Die Schweiz ersetzt 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens und deckelt die Leistung pro Tag. Deutschland verwendet in der Regel 65 Prozent des wegfallenden Elterngeld-Nettoeinkommens und arbeitet mit monatlichen Mindest- und Höchstbeträgen. Können Kantone höhere Leistungen vorsehen? Die bundesrechtlichen 14 Wochen und der Höchstbetrag von CHF 220 pro Tag gelten nicht in jeder Konstellation als abschliessende Obergrenze. Einzelne Kantone kennen zusätzliche oder abweichende Regelungen. Genf gewährt 2026 grundsätzlich 16 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub. Die kantonale Leistung beträgt 80 Prozent des versicherten Verdienstes, mindestens CHF 69 und höchstens CHF 329.60 pro Tag. Waadt kennt unter anderem eine kantonale Auffangregel für Mütter ohne bundesrechtlichen EO-Anspruch. Diese beträgt 80 Prozent, maximal CHF 220 pro Tag während 98 Tagen. Grundsätzlich werden dafür 9 Monate Wohnsitz im Kanton verlangt. Für bestimmte einkommensschwache Familien nennt der Kanton ausserdem eine Pauschale von CHF 425. Wohn- und Arbeitskanton können daher für die tatsächliche Leistung relevant sein. Die wichtigsten Zahlen Wert Betrag Erwerbsersatz 80 Prozent Maximales Taggeld CHF 220 Reguläre Bezugsdauer 98 Tage beziehungsweise 14 Wochen Maximaler Gesamtbetrag CHF 21’560 Einkommensschwelle pro Monat CHF 8’250 Einkommensschwelle für Selbstständigerwerbende CHF 99’000 pro Jahr Erforderliche Versicherungszeit 9 Monate Erforderliche Erwerbstätigkeit 5 Monate Maximale Verlängerung bei Spitalaufenthalt 56 Tage Maximale Bezugsdauer mit Verlängerung 154 Tage Arbeitnehmeranteil AHV/IV/EO 5,3 Prozent Arbeitnehmeranteil ALV 1,1 Prozent Übliche Sozialversicherungsbeiträge zusammen 6,4 Prozent Leistung für den anderen Elternteil Maximal CHF 3’080 Deutsches Basiselterngeld €300 bis €1’800 pro Monat Fazit: Wie hoch ist die Mutterschaftsentschädigung 2026? Die Schweizer Mutterschaftsentschädigung beträgt 2026 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens vor der Geburt, höchstens CHF 220 pro Tag. Während der regulären 98 Tage sind maximal CHF 21’560 möglich. Im Gegensatz zum deutschen Basiselterngeld ist die Schweizer Leistung wesentlich kürzer und nicht über zahlreiche Monate zwischen beiden Eltern aufteilbar. Zuzüglerinnen können jedoch Versicherungs- und Beschäftigungszeiten aus Deutschland für die Schweizer 9-/5-Monats-Voraussetzungen anrechnen lassen, sofern die Schweiz für die Sozialversicherung zuständig ist. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► Auswandern Schweiz Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz! Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz!
- Was wäre erlaubt? Neutralitätsinitiative 2026 einfach erklärt
Was wäre bei einer Annahme der Neutralitätsinitiative erlaubt? Diese Frage betrifft Stimmberechtigte ebenso wie Zuzügler, die nachvollziehen möchten, wie die Schweiz ihre Neutralität künftig regeln könnte. Abgestimmt wird am 27. September 2026. Bei einem Ja blieben insbesondere UNO-Sanktionen, humanitäre Hilfe, diplomatische Vermittlung und die militärische Selbstverteidigung erlaubt. Sanktionen der EU sowie die Zusammenarbeit mit Militär- und Verteidigungsbündnissen wären dagegen grundsätzlich nicht mehr zulässig. Was will die Neutralitätsinitiative ändern? Die Initiative mit dem offiziellen Titel «Wahrung der schweizerischen Neutralität» will einen neuen Artikel 54a in die Bundesverfassung aufnehmen. Eingereicht wurde sie von Pro Schweiz am 11. April 2024 mit 129’806 gültigen Unterschriften. Unterstützung erhält sie von SVP und EDU. Die Schweiz soll demnach immerwährend und bewaffnet neutral sein. Gleichzeitig würden wirtschaftliche Sanktionen gegen kriegführende Staaten und die Zusammenarbeit mit Militär- oder Verteidigungsbündnissen wesentlich strenger geregelt. Welche Sanktionen wären weiterhin erlaubt? Die Schweiz dürfte Sanktionen der Vereinten Nationen weiterhin übernehmen. Als Beispiele nennt die Recherche Sanktionen gegen Nordkorea und Iran. Ebenfalls erlaubt wären Massnahmen, mit denen die Umgehung bestehender Sanktionen verhindert wird. Eigenständige Schweizer Sanktionen oder die Übernahme von EU-Sanktionen gegen einen kriegführenden Staat wären dagegen grundsätzlich ausgeschlossen. Wäre humanitäre Hilfe noch erlaubt? Humanitäre Hilfe bliebe möglich. Die Schweiz könnte sich weiterhin in der Friedensförderung engagieren und diplomatische Vermittlung anbieten. Die Initiative verlangt sogar, dass die Neutralität für diese Vermittlerrolle genutzt wird. Strikte Neutralität würde deshalb nicht bedeuten, dass sich die Schweiz vollständig aus internationalen Krisen zurückzieht. Der Handlungsspielraum würde sich jedoch auf andere Instrumente konzentrieren. Dürfte sich die Schweiz militärisch verteidigen? Ja. Die Initiative bezeichnet die Neutralität ausdrücklich als bewaffnet. Die Schweiz müsste sich somit weiterhin verteidigen können. Auch das Neutralitätsrecht bliebe massgebend. Dazu gehört beispielsweise, keine ausländischen Truppen durch die Schweiz marschieren zu lassen. Wäre die Zusammenarbeit mit der NATO erlaubt? Die Zusammenarbeit mit Militär- oder Verteidigungsbündnissen wäre grundsätzlich nicht mehr erlaubt. Das würde nach den Angaben zur Initiative auch gemeinsame Übungen, Peacekeeping und Zusammenarbeit im Bereich Cybersecurity betreffen. Eine Ausnahme wäre vorgesehen, wenn die Schweiz militärisch angegriffen wird oder ein solcher Angriff vorbereitet wird. Auch ein Beitritt zur NATO oder zu einem EU-Verteidigungsbündnis wäre grundsätzlich ausgeschlossen. Welche Sanktionen wären verboten? Die Schweiz dürfte EU-Sanktionen gegen kriegführende Staaten nicht mehr übernehmen. Als Beispiele werden die Sanktionen gegen Russland und Belarus genannt. Auch eigenständige Sanktionen, etwa als Reaktion auf Menschenrechtsverletzungen, wären nicht mehr zulässig, sofern keine der vorgesehenen Ausnahmen greift. Das zentrale Unterscheidungsmerkmal wäre damit, ob eine Massnahme von der UNO beschlossen wurde oder der Verhinderung einer Sanktionenumgehung dient. Beispiel: Was würde mit den Russland-Sanktionen von 2022 passieren? Die Schweiz übernahm im Februar 2022 die Sanktionen der EU gegen Russland. Bei einer Annahme der Initiative dürfte sie solche EU-Sanktionen grundsätzlich nicht mehr übernehmen. Sanktionen der UNO wären zwar weiterhin möglich. Gegen Russland wurden entsprechende Beschlüsse jedoch durch das russische Veto im UNO-Sicherheitsrat blockiert. Unter diesen Voraussetzungen könnte die Schweiz keine Sanktionen gegen Russland verhängen. Dieses Beispiel zeigt die praktische Rechenregel der Initiative: Eine Sanktion gegen einen kriegführenden Staat wäre grundsätzlich ausgeschlossen, sofern sie nicht von der UNO beschlossen wurde oder der Verhinderung einer Sanktionenumgehung dient. Was bliebe bei einem Ja konkret möglich? Bei einer Annahme wären weiterhin möglich: die Übernahme von UNO-Sanktionen, Massnahmen gegen Sanktionenumgehungen, humanitäre Hilfe, Friedensförderung und diplomatische Vermittlung, die Einhaltung des Neutralitätsrechts, die militärische Selbstverteidigung, eine Zusammenarbeit mit Verteidigungsbündnissen im Fall eines militärischen Angriffs oder eines vorbereiteten Angriffs. Nicht mehr möglich wären insbesondere die Übernahme von EU-Sanktionen gegen kriegführende Staaten, eigenständige entsprechende Sanktionen sowie die Zusammenarbeit mit Militär- oder Verteidigungsbündnissen im Frieden. Welche Argumente sprechen für die Initiative? Die Befürworter wollen eine klare und dauerhafte Neutralitätspolitik in der Bundesverfassung verankern. Sie argumentieren, Sanktionen könnten die Schweiz zur Konfliktpartei machen und ihre Glaubwürdigkeit als Vermittlerin beeinträchtigen. Ein Ja soll ausserdem verhindern, dass die Schweiz der NATO oder einem EU-Verteidigungsbündnis beitritt. Nach Ansicht der Befürworter könnte die Schweiz dadurch Brücken bauen, humanitäre Hilfe leisten und wirtschaftlich mit allen Seiten handeln. Welche Argumente sprechen gegen die Initiative? Die Gegner halten die vorgeschlagenen Regeln für zu starr. Die Schweiz könnte nicht mehr flexibel auf militärische Konflikte, Menschenrechtsverletzungen oder neue sicherheitspolitische Gefahren reagieren. Kritisiert wird ausserdem das geplante Ende der Zusammenarbeit mit der NATO im Frieden. Gemeinsame Übungen, Peacekeeping und Cybersecurity wären davon betroffen. Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ohne Gegenvorschlag ab. Welche Parteien empfehlen ein Ja oder Nein? SVP und EDU unterstützen die Neutralitätsinitiative. Pro Schweiz hat sie lanciert. SP, FDP, Grüne, GLP, Mitte und BDP empfehlen ein Nein. Auch Bundesrat und Parlament lehnen die Vorlage ab. Wie wird über die Initiative entschieden? Für eine Annahme braucht die Initiative eine doppelte Mehrheit. Mehr als 50 Prozent der Abstimmenden müssen zustimmen und zugleich muss die Mehrheit der 26 Kantone erreicht werden. Ein landesweites Volksmehr allein reicht daher nicht aus. Weitere Grundlagen zum Schweizer Abstimmungssystem stehen im eigenen Überblick zu Volksabstimmungen. Volksabstimmungen in der Schweiz: Wie das direkte Demokratie-System funktioniert Wie stehen die Umfragen im September 2026? Bei der Erhebung von SRG und gfs.bern vom 21. August 2026 entfielen 24 Prozent auf Ja, 62 Prozent auf Nein und 14 Prozent auf Unentschieden. Eine Erhebung von Reuters und YouGov vom 19. August 2026 kam auf 32 Prozent Ja, 62 Prozent Nein und 6 Prozent Unentschiedene. Die Umfragen zeigen damit einen Nein-Vorsprung, entscheiden aber nicht über das Abstimmungsergebnis. Was ist für Zuzügler aus Deutschland oder Österreich anders? Für Zuzügler ist vor allem die direkte Entscheidung über eine Änderung der Bundesverfassung auffällig. Am 27. September 2026 wird nicht nur über eine allgemeine politische Richtung abgestimmt, sondern über konkrete Vorgaben für Sanktionen, Bündnisse und die Vermittlerrolle der Schweiz. Hinzu kommt die doppelte Mehrheit aus Volksmehr und Ständemehr. Das Ergebnis hängt deshalb nicht allein vom landesweiten Stimmenanteil ab, sondern zusätzlich von der Mehrheit der Kantone. Die wichtigsten Zahlen Wert Betrag Abstimmungsdatum 27. September 2026 Eingereichte gültige Unterschriften 129’806 Datum der Einreichung 11. April 2024 Vorgesehener Verfassungsartikel Artikel 54a Erforderliches Volksmehr mehr als 50 Prozent Anzahl Kantone 26 SRG/gfs.bern: Ja am 21. August 2026 24 Prozent SRG/gfs.bern: Nein am 21. August 2026 62 Prozent SRG/gfs.bern: Unentschieden am 21. August 2026 14 Prozent Fazit: Was wäre bei einem Ja erlaubt? Bei einer Annahme der Neutralitätsinitiative blieben UNO-Sanktionen, Massnahmen gegen Sanktionenumgehungen, humanitäre Hilfe, Vermittlung und Selbstverteidigung erlaubt. EU-Sanktionen gegen kriegführende Staaten, eigenständige entsprechende Sanktionen und die Zusammenarbeit mit Militär- oder Verteidigungsbündnissen wären grundsätzlich verboten. Entschieden wird am 27. September 2026. Für ein Ja braucht es mehr als 50 Prozent der Stimmen und die Mehrheit der 26 Kantone. Für Zuzügler zeigt die Vorlage besonders deutlich, wie direkt die Schweizer Bevölkerung über konkrete Regeln der Aussen- und Sicherheitspolitik entscheidet. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► Auswandern Schweiz Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz! Quellen https://lenews.ch/2026/08/27/russia-seeks-to-influence-swiss-vote-on-neutrality/ https://www.eda.admin.ch/de/neutralitaet https://www.srf.ch/news/schweiz/abstimmungs-arena-neutralitaetsinitiative-schuetzt-oder-gefaehrdet-sie-die-schweiz https://brusselssignal.eu/2026/08/swiss-voters-decide-whether-neutrality-should-bar-eu-sanctions-on-russia/ https://www.svp.ch/aktuell/publikationen/editorials/abstimmung-vom-27-september-neutralitaet-schuetzt-die-schweiz/ https://www.lemonde.fr/en/international/article/2026/09/04/moscow-casts-a-shadow-over-crucial-swiss-vote-on-neutrality_6757179_4.html https://www.swissinfo.ch/eng/votes/russia-sanctions-at-heart-of-swiss-neutrality-vote/91962853 https://www.admin.ch/de/newnsb/kUHEB2euQu8MyfopZ16zE https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/swiss-vote-whether-tighten-neutrality-end-peacetime-cooperation-with-nato-2026-08-26/
- Heiratsstrafe Schweiz 2026: Was ändert sich durch die Individualbesteuerung?
Was ändert sich bei der Schweizer Heiratsstrafe? Diese Frage betrifft vor allem verheiratete Doppelverdiener, Einverdiener-Ehepaare, Paare mit stark unterschiedlichen Einkommen und Zuzügler, die ihre künftige Steuerbelastung planen. Die Kernänderung ist für den 1. Januar 2032 vorgesehen: Ehepaare sollen nicht mehr gemeinsam, sondern jede Person einzeln besteuert werden. Damit entfällt die Heiratsstrafe für Doppelverdiener mit ähnlichen Einkommen. Gleichzeitig fällt aber auch der bisherige Heiratsbonus für viele Einverdiener-Ehepaare weg. Bis 2031 bleibt es grundsätzlich bei der gemeinsamen Besteuerung. Der weitere politische Verlauf ist jedoch noch relevant: Am 29. November 2026 wird über die Fairness-Initiative als Alternative zur Individualbesteuerung abgestimmt. Was bedeutet die Heiratsstrafe? Als Heiratsstrafe bezeichnet man die steuerliche Mehrbelastung eines verheirateten Paares gegenüber einem unverheirateten Paar in derselben wirtschaftlichen Situation. Der Grund liegt in der gemeinsamen Besteuerung: Die Einkommen beider Ehepartner werden addiert und gemeinsam veranlagt. Durch die Steuerprogression kann das höhere Gesamteinkommen zu einer höheren Belastung führen. Unverheiratete Personen versteuern ihre Einkommen dagegen getrennt. Wie funktioniert progressive Besteuerung in der Schweiz? Besonders betroffen sind Doppelverdiener-Ehepaare mit ähnlich hohen Einkommen. Einverdiener-Ehepaare können dagegen vom Verheiratetentarif profitieren und bisher einen Heiratsbonus erhalten. Wann wird die Heiratsstrafe abgeschafft? Die Individualbesteuerung wurde in der Volksabstimmung vom 8. März 2026 mit 54,26 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Am 19. August 2026 legte der Bundesrat das Inkrafttreten auf den 1. Januar 2032 fest. Volksabstimmungen in der Schweiz: Wie das direkte Demokratie-System funktioniert Die Zeit bis dahin ist für die Umsetzung vorgesehen. In der Phase von 2027 bis 2031 müssen die Kantone unter anderem ihre IT-Systeme anpassen. Für diese Umstellung werden Kosten von CHF 50–100 Millionen geschätzt. Was ändert sich ab 2032 konkret? Bis 2031 reichen Ehepaare grundsätzlich eine gemeinsame Steuererklärung ein. Beide Einkommen werden zusammengerechnet und nach dem Verheiratetentarif besteuert. Ab 2032 reicht jede Person eine eigene Steuererklärung ein und versteuert das eigene Einkommen sowie das eigene Vermögen. Statt eines besonderen Verheiratetentarifs gilt ein einheitlicher Tarif unabhängig davon, ob man ledig, verheiratet, geschieden oder im Konkubinat lebt. Für Ehepaare bedeutet das zwei separate Steuerdossiers und zwei eigene Unterschriften. Die Steuerbelastung wird nicht mehr aus dem zusammengerechneten Einkommen des Paares abgeleitet. Wer profitiert von der Individualbesteuerung? Am stärksten profitieren in der Regel verheiratete Doppelverdiener mit ähnlich hohen Einkommen. Weil die Einkommen nicht mehr addiert werden, entfällt die dadurch verursachte Progressionswirkung. Die geschätzte Entlastung dieser Gruppe beträgt CHF 1’000–5’000 pro Jahr. Insgesamt wird mit einer Steuerentlastung von CHF 630 Millionen pro Jahr gerechnet. Auch eingetragene Partnerschaften und Paare im Konkubinat werden nach demselben Grundprinzip besteuert. Der Zivilstand soll damit für die Berechnung der individuellen Einkommensteuer keine unterschiedliche Wirkung mehr haben. Wer muss mit höheren Steuern rechnen? Einverdiener-Ehepaare verlieren mit der Individualbesteuerung den bisherigen Verheiratetentarif. Ihre geschätzte Mehrbelastung liegt bei CHF 500–3’000 pro Jahr. Auch Ehepaare mit einem grossen Einkommensunterschied können mehr bezahlen. Bei einer Verteilung von beispielsweise CHF 150’000 und CHF 20’000 werden Mehrkosten von CHF 1’000–4’000 pro Jahr geschätzt. Die Reform beseitigt somit nicht nur eine Benachteiligung. Sie beendet zugleich die steuerliche Begünstigung von Ehepaaren, deren Einkommen sehr ungleich verteilt sind. Beispiel: Wie wirkt sich die Reform bei zwei gleichen Einkommen aus? Ein Ehepaar erzielt zwei Einkommen von jeweils CHF 100’000. Nach dem heutigen Modell beträgt die gemeinsame Steuerbelastung im vorliegenden Beispiel CHF 35’000. Ab 2032 werden beide Personen getrennt besteuert. Ihre gesamte Steuerbelastung beträgt im Beispiel CHF 30’000. Die Rechnung lautet: CHF 35’000 − CHF 30’000 = CHF 5’000 Ersparnis pro Jahr. Das Beispiel zeigt den zentralen Effekt der Reform: Bei zwei gleich hohen Einkommen entfällt die zusätzliche Progression, die bisher durch deren Zusammenrechnung entstehen kann. Beispiel: Was bedeutet die Reform für ein Einverdiener-Ehepaar? In diesem Beispiel erzielt eine Person CHF 150’000, während die andere kein Einkommen hat. Aktuell beträgt die gemeinsame Steuerbelastung mit dem Verheiratetentarif CHF 40’000. Mit der Individualbesteuerung beträgt die Belastung ab 2032 im Beispiel CHF 43’000. Die Rechnung lautet: CHF 43’000 − CHF 40’000 = CHF 3’000 Mehrkosten pro Jahr. Der Grund ist nicht die Addition zweier Einkommen, sondern der Wegfall des Verheiratetentarifs. Der heutige Heiratsbonus wird in diesem Fall durch die Individualbesteuerung aufgehoben. Wie verändert sich die Steuererklärung für Ehepaare? Heute gibt ein Ehepaar eine gemeinsame Steuererklärung ab. Ab 2032 sind grundsätzlich zwei Steuererklärungen nötig, für jede Person eine. Damit werden auch zwei separate Dossiers beim Steueramt geführt. Jede Person unterschreibt die eigene Erklärung und weist das eigene Einkommen sowie das eigene Vermögen nach. Als mögliches Übergangsszenario wird zusätzlich eine gemeinsame Schattenrechnung genannt. Dadurch könnten zeitweise drei Berechnungen erforderlich werden: zwei individuelle Erklärungen und eine gemeinsame Vergleichsrechnung. Ob dieses Szenario tatsächlich gilt, hängt vom weiteren politischen Verlauf und der konkreten Umsetzung ab. Was ist die Fairness-Initiative? Die Fairness-Initiative will die Heiratsstrafe ohne einen vollständigen Wechsel zur Individualbesteuerung beseitigen. Über sie wird am 29. November 2026 abgestimmt. Vorgesehen ist eine Schattenrechnung. Das Steueramt vergleicht die Besteuerung als verheiratetes Paar mit einer Berechnung nach dem Einzeltarif für unverheiratete Personen. Anschliessend würde die günstigere Variante angewendet. Bei einer Annahme könnte die beschlossene Individualbesteuerung überarbeitet werden. Bei einer Ablehnung soll sie wie geplant am 1. Januar 2032 in Kraft treten. Volksabstimmungen in der Schweiz: Wie das direkte Demokratie-System funktioniert Was ist für Zuzügler aus Deutschland oder Österreich anders? Für Zuzügler ist vor allem die gemeinsame Besteuerung von Ehepaaren eine Besonderheit der aktuellen Schweizer Regelung: Bis 2031 werden die Einkommen verheirateter Personen grundsätzlich addiert. Dadurch kann die Progression bei zwei ähnlich hohen Einkommen stärker wirken als bei unverheirateten Paaren. Ab 2032 soll der Zivilstand für die Einkommensbesteuerung nicht mehr entscheidend sein. Verheiratete Zuzügler reichen dann wie andere steuerpflichtige Personen jeweils eine eigene Steuererklärung ein. Damit zählt stärker die persönliche Einkommens- und Vermögenssituation als die gemeinsame Veranlagung als Ehepaar. Für die Planung sollte nicht pauschal mit einer Entlastung gerechnet werden. Doppelverdiener können profitieren, während Einverdiener und Paare mit stark unterschiedlichen Einkommen mit Mehrkosten rechnen müssen. Was können betroffene Ehepaare vorbereiten? Betroffene können Einkommen und Vermögen bereits getrennt dokumentieren, da ab 2032 jede Person die eigenen Werte versteuert. Auch persönliche Vorsorgeabzüge und Pensionskassen sollten jeweils einzeln geprüft werden. Doppelverdiener können eine mögliche Entlastung in ihre langfristige Steuerplanung aufnehmen. Einverdiener-Ehepaare und Paare mit grossem Einkommensunterschied sollten dagegen eine mögliche Mehrbelastung berücksichtigen. Da die Abstimmung über die Fairness-Initiative noch aussteht, ist der politische Stand vom September 2026 massgebend. Vor langfristigen Entscheidungen sollte geprüft werden, ob die beschlossene Umsetzung unverändert bestehen bleibt. Die wichtigsten Zahlen Wert Betrag Zustimmung zur Individualbesteuerung am 8. März 2026 54,26 Prozent Inkrafttreten der Individualbesteuerung 1. Januar 2032 Geschätzte Ersparnis für Doppelverdiener-Ehepaare CHF 1’000–5’000 pro Jahr Geschätzte Mehrbelastung für Einverdiener-Ehepaare CHF 500–3’000 pro Jahr Geschätzte Mehrbelastung bei grossem Einkommensunterschied CHF 1’000–4’000 pro Jahr Gesamte Steuerentlastung CHF 630 Millionen pro Jahr Geschätzte Umstellungskosten der Kantone CHF 50–100 Millionen Steuererklärungen pro Ehepaar ab 2032 2 Fazit: Was ändert sich bei der Schweizer Heiratsstrafe? Ab dem 1. Januar 2032 soll jede Person unabhängig vom Zivilstand einzeln besteuert werden. Doppelverdiener-Ehepaare können dadurch schätzungsweise CHF 1’000–5’000 pro Jahr sparen, während Einverdiener-Ehepaare mit CHF 500–3’000 Mehrbelastung rechnen müssen. Zugleich steigt der administrative Aufwand für Ehepaare von einer auf zwei Steuererklärungen. Für Zuzügler ist entscheidend, die eigene Einkommensverteilung zu prüfen, statt die Reform pauschal als Steuersenkung zu betrachten. Die Abstimmung über die Fairness-Initiative am 29. November 2026 kann die weitere Ausgestaltung noch beeinflussen. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► Auswandern Schweiz Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz! Quellen https://www.raiffeisen.ch/rch/de/wissen/vorsorgen/vorsorge-publikationen/vorsorge-aktuell-individualbesteuerung.html https://www.nume.ch/heiratsstrafe-drei-steuererklaerungen-fuer-ehepaare-ab-2032/ https://www.srf.ch/news/schweiz/einfuehrung-erst-spaeter-individualbesteuerung-tritt-erst-2032-in-kraft https://orbitax.com/news/country/article/Switzerland-Sets-Effective-Dat-62864 https://www.20min.ch/story/heiratsstrafe-bundesrat-individualbesteuerung-tritt-erst-im-jahr-2032-in-kraft-103619469 https://www.iamexpat.ch/expat-info/swiss-news/switzerland-tax-married-couples-individually-2032 https://jugendundfamilie.ch/fairness-initiative-letzte-chance-gegen-die-individualbesteuerung/ https://globallawexperts.com/individual-taxation-switzerland-2/ https://www.zkb.ch/de/blog/private/ueber-die-zkb/zh-magazin/ratgeber-individualbesteuerung.html
- S&P 500 Analyse der letzten Jahre 2020–2026: Wie hat sich der Index entwickelt?
Wie hat sich der S&P 500 zwischen 2020 und 2026 entwickelt? Diese Frage betrifft langfristige Anleger, ETF-Sparer und Zuzügler, die einen Teil ihres Vermögens am amerikanischen Aktienmarkt anlegen möchten. Von 2020 bis 2025 erreichte der S&P 500 eine kumulierte Rendite von plus 132,26 Prozent. Die durchschnittliche jährliche Rendite lag in diesem Zeitraum bei plus 16,36 Prozent. Bis September 2026 kamen weitere plus 13,14 Prozent hinzu. Die Entwicklung verlief jedoch nicht gleichmässig. Auf den COVID-Crash folgte eine schnelle Erholung, 2022 ein Bärenmarkt und ab 2023 eine neue Wachstumsphase, die stark von Technologieunternehmen und dem KI-Boom geprägt war. Wie hoch war die Rendite des S&P 500 in den einzelnen Jahren? Die Jahresrenditen zeigen, wie stark der Markt innerhalb kurzer Zeit zwischen Verlusten und hohen Gewinnen wechseln kann. Berücksichtigt wird jeweils der Total Return einschliesslich Dividenden. Jahr Total Return 2020 plus 18,40 Prozent 2021 plus 28,71 Prozent 2022 minus 18,11 Prozent 2023 plus 26,29 Prozent 2024 plus 25,02 Prozent 2025 plus 17,88 Prozent 2026 bis September plus 13,14 Prozent Das beste vollständige Jahr dieser Periode war 2021 mit plus 28,71 Prozent. Das einzige negative Jahr war 2022 mit minus 18,11 Prozent. Seit 2023 folgten drei positive vollständige Jahre. Da auch 2026 bis September im Plus lag, befand sich der Index auf Kurs für ein viertes positives Jahr in Folge. Was geschah während des COVID-Crashs 2020? Der S&P 500 fiel im März 2020 auf 2’192 Punkte. Der maximale Rückgang vom vorherigen Hoch betrug 34 Prozent. Trotz dieses Einbruchs beendete der Index das Jahr mit einem Total Return von plus 18,40 Prozent. Die Erholung dauerte fünf Monate und verlief ab April V-förmig. Zu den wesentlichen Treibern gehörten Technologieaktien, Stimulus-Pakete und niedrige Zinsen. Das Jahr zeigt den Unterschied zwischen einem starken zwischenzeitlichen Verlust und der Rendite über das gesamte Kalenderjahr. Ein heftiger Crash muss deshalb nicht automatisch zu einem negativen Jahresergebnis führen. Warum war 2021 das beste Jahr der Periode? Im Jahr 2021 stieg der S&P 500 um 28,71 Prozent und erreichte ein Hoch von 4’819 Punkten. Unterstützt wurde der Markt von der wirtschaftlichen Erholung nach COVID, niedrigen Zinsen, Konjunkturprogrammen und einem anhaltenden Technologieboom. Technologie gewann 35 Prozent, Kommunikation 25 Prozent und Konsum 22 Prozent. Die Kursgewinne waren damit breiter verteilt und wurden nicht ausschliesslich von wenigen Technologieunternehmen getragen. Warum verlor der S&P 500 im Jahr 2022? 2022 fiel der S&P 500 um 18,11 Prozent. Vom Hoch aus betrachtet betrug der maximale Rückgang 25 Prozent. Das Tief lag bei 3’492 Punkten. Hohe Inflation, Zinserhöhungen der Fed, der Ukraine-Krieg und Rezessionsängste belasteten den Markt. Technologie verlor 30 Prozent und Kommunikation 25 Prozent. Energie entwickelte sich mit plus 60 Prozent dagegen deutlich besser. Die Erholung vom Bärenmarkt dauerte 14 Monate. Kurzfristige Verluste bleiben deshalb auch innerhalb langfristig positiver Marktphasen möglich. „An der Börse wirst du verlieren“ – Warum dieser Mythos so hartnäckig ist (und falsch) Wie stark war die Erholung ab 2023? Nach dem Verlustjahr 2022 erreichte der S&P 500 im Jahr 2023 einen Total Return von plus 26,29 Prozent. Technologie gewann 50 Prozent, Kommunikation 40 Prozent und die grossen Technologieunternehmen 60 Prozent. Die Marktentwicklung war allerdings stark konzentriert. Nur sieben Unternehmen, die sogenannten Magnificent 7, trugen 70 Prozent zur Rendite bei. Zu den wesentlichen Treibern gehörten der KI-Boom rund um NVIDIA und Microsoft sowie die Erwartung einer Zinspause und einer weichen wirtschaftlichen Landung. Im Jahr 2024 setzte sich die Entwicklung mit plus 25,02 Prozent fort. Der Index erreichte ein neues Hoch von 6’100 Punkten. NVIDIA gewann in diesem Jahr 180 Prozent, während Technologie insgesamt um 35 Prozent und Kommunikation um 30 Prozent zulegten. Wurde das Wachstum 2025 und 2026 breiter? Der S&P 500 gewann 2025 weitere 17,88 Prozent. Das Jahreshoch lag bei 6’946 Punkten, während der Index während einer Korrektur im zweiten Quartal bis auf 4’835 Punkte fiel. Anders als in den beiden vorherigen Jahren beteiligten sich mehr Branchen am Wachstum. Technologie gewann 20 Prozent, Gesundheitswesen 18 Prozent und Industrie 15 Prozent. Bis September 2026 erreichte der Index eine Rendite von plus 13,14 Prozent und einen Stand von 7’748 Punkten. Das war zugleich ein neues Allzeithoch. Technologie lag 15 Prozent, Finanzen 20 Prozent und Energie 12 Prozent im Plus. Welche Sektoren entwickelten sich am stärksten? Technologie und Kommunikation dominierten den gesamten Zeitraum von 2020 bis 2026. Die Unterschiede zwischen den Sektoren waren erheblich. Sektor Entwicklung 2020–2026 Entwicklung 2022 Erholung 2023–2026 Technologie plus 180 Prozent minus 30 Prozent plus 120 Prozent Kommunikation plus 140 Prozent minus 25 Prozent plus 90 Prozent Konsum, zyklisch plus 95 Prozent minus 15 Prozent plus 50 Prozent Gesundheitswesen plus 70 Prozent minus 5 Prozent plus 40 Prozent Finanzen plus 65 Prozent minus 10 Prozent plus 35 Prozent Industrie plus 60 Prozent minus 12 Prozent plus 30 Prozent Energie plus 55 Prozent plus 60 Prozent minus 20 Prozent Versorger plus 30 Prozent plus 2 Prozent plus 10 Prozent Immobilien plus 25 Prozent minus 25 Prozent plus 20 Prozent Rohstoffe plus 40 Prozent plus 15 Prozent plus 5 Prozent Die Tabelle zeigt auch, warum ein einzelnes starkes Segment nicht in jeder Marktphase vorne liegt. Energie war 2022 besonders stark, entwickelte sich während der anschliessenden Erholung aber negativ. Welche Rolle spielten die Dividenden? Die durchschnittliche Dividendenrendite des S&P 500 betrug von 2020 bis 2025 jährlich 1,76 Prozent. Im Jahr 2020 lag sie bei 2,14 Prozent und 2025 bei 1,49 Prozent. Jahr Dividendenrendite 2020 2,14 Prozent 2021 1,82 Prozent 2022 1,33 Prozent 2023 2,06 Prozent 2024 1,71 Prozent 2025 1,49 Prozent 2026 bis September 0,31 Prozent Der Wert für 2026 umfasst lediglich neun Monate und ist deshalb nicht unmittelbar mit einer vollständigen Jahresrendite vergleichbar. Insgesamt sank die Dividendenrendite, weil die Kurse schneller stiegen als die Dividenden. Eine Dividendenrendite sollte ausserdem nicht isoliert beurteilt werden. Auch Ertragskraft, Ausschüttungsquote, Bilanz und langfristige Entwicklung eines Unternehmens spielen eine Rolle. Die besten Schweizer Dividenden-Aktien – Stabil investieren mit solider Ausschüttung Wie hoch waren Schwankungen und Rückschläge? Die jährliche Volatilität betrug von 2020 bis 2025 gemessen an der Standardabweichung 17,44 Prozent. Besonders deutlich wurden die Schwankungen während der Rückgänge 2020 und 2022. Im Jahr 2020 verlor der Index zwischen Hoch und Tief 34 Prozent. Während des Bärenmarktes 2022 betrug der maximale Rückgang 25 Prozent. Bis September 2026 lag der grösste zwischenzeitliche Verlust bei 5 Prozent. Die Erholungsdauer unterschied sich ebenfalls deutlich. Nach dem COVID-Crash benötigte der Index fünf Monate, nach dem Bärenmarkt 2022 dagegen 14 Monate. Wie liegt die Rendite im historischen Vergleich? Die Periode seit 2020 war stärker als verschiedene langfristige Vergleichszeiträume. Von 2020 bis 2025 erreichte der S&P 500 durchschnittlich plus 16,36 Prozent pro Jahr. Seit 1928 betrug die durchschnittliche Rendite plus 9,5 Prozent pro Jahr. Für den Zeitraum seit 1950 waren es plus 11,2 Prozent, seit 1980 plus 12,8 Prozent, seit 2000 plus 9,8 Prozent und seit 2010 plus 13,5 Prozent. Die jüngste Rendite lag damit oberhalb aller genannten langfristigen Durchschnittswerte. Daraus folgt jedoch keine Garantie, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Einzelne Jahre und Jahrzehnte können deutlich besser oder schlechter ausfallen. Beispiel: Was wurde aus USD 1’000? Eine Anlage von USD 1’000 zu Beginn des Jahres 2020 erreichte bis Ende 2025 bei der angegebenen kumulierten Rendite einen Wert von USD 2’322,65. Die Rechnung auf Basis der vorliegenden Marktdaten lautet damit: Schritt Betrag Ausgangsbetrag USD 1’000 Kumulierte Rendite 2020–2025 plus 132,26 Prozent Wert Ende 2025 USD 2’322,65 Das Beispiel berücksichtigt die Entwicklung des gesamten Zeitraums. Es blendet jedoch nicht aus, dass die Anlage zwischenzeitlich erhebliche Verluste aufweisen konnte. Wer während des Bärenmarktes 2022 verkauft hätte, hätte nicht vollständig an der anschliessenden Erholung teilgenommen. Welche Risiken bestehen nach der starken Entwicklung? Ein Risiko ist die überdurchschnittlich hohe Rendite der vergangenen Jahre. Der Durchschnitt von plus 16,36 Prozent liegt deutlich über den langfristigen Vergleichswerten von plus 9,5 bis plus 12,8 Prozent. Hinzu kommt die Konzentration auf wenige grosse Technologieunternehmen. Gerade 2023 stammte ein erheblicher Teil der Rendite von den Magnificent 7. Rückschläge bei diesen Unternehmen können den gesamten Index entsprechend stark belasten. Auch die Bewertung ist erhöht. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis lag bei rund 25, während der historische Durchschnitt mit 15 bis 17 angegeben wird. Weitere Risiken sind hohe Zinsen, geopolitische Konflikte und eine mögliche Rezession. Wie sieht der Ausblick für 2026 und 2027 aus? Für den optimistischen Fall wird ein weiteres Wachstum von 10 bis 15 Prozent in den Jahren 2026 bis 2027 genannt. Voraussetzungen wären steigende Gewinne durch KI-Produktivität, weitere Zinssenkungen und eine weiche Landung der Wirtschaft. Im pessimistischen Szenario könnte eine Neubewertung des Marktes oder eine Rezession zu einer Korrektur von 10 bis 20 Prozent führen. Auch geopolitische Risiken bleiben ein möglicher Belastungsfaktor. Das Basisszenario geht von einem moderateren Wachstum von 8 bis 12 Prozent pro Jahr aus. Gleichzeitig könnten die Volatilität steigen, Kapital aus Technologieaktien in andere Sektoren fliessen und die Dividendenrendite zwischen 1,5 und 2,0 Prozent liegen. Diese Szenarien sind keine garantierten Ergebnisse. Was ist für Zuzügler in der Schweiz anders als in Deutschland oder Österreich? Die dargestellte Entwicklung bleibt die Rendite des amerikanischen Aktienmarktes. Durch einen Umzug in die Schweiz entsteht kein anderer S&P 500. Anders ist jedoch der finanzielle Rahmen, in den eine solche Anlage eingeordnet wird. Ein S&P-500-Investment ist privates Kapital und keine garantierte Sozialversicherungsleistung. Erwartete Aktienmarktrenditen sollten deshalb nicht eins zu eins mit Leistungen aus der AHV verglichen werden. Für die private Vorsorge kommt in der Schweiz zusätzlich die Säule 3a als eigener Rahmen hinzu, wobei auch ein separates ETF-Portfolio als flexible Alternative betrachtet werden kann. Warum die Säule 3a nicht mehr lohnt – 2025 aktualisierte Analyse Für Zuzügler ist zudem zu beachten, dass der Index den US-Markt abbildet und die Anlage auf den US-Dollar bezogen ist, während die persönliche Finanzplanung in der Schweiz auf Schweizer Franken ausgerichtet sein kann. Die starke historische Indexrendite allein beantwortet daher noch nicht, welche Rolle der S&P 500 im gesamten Vermögensaufbau übernehmen sollte. Die wichtigsten Zahlen Wert Betrag Kumulierte Rendite 2020–2025 plus 132,26 Prozent Durchschnittliche jährliche Rendite 2020–2025 plus 16,36 Prozent Bestes Jahr 2021 plus 28,71 Prozent Schlechtestes Jahr 2022 minus 18,11 Prozent Rendite 2026 bis September plus 13,14 Prozent Stand im September 2026 7’748 Punkte Volatilität 2020–2025 17,44 Prozent Maximaler Rückgang 2020 minus 34 Prozent Maximaler Rückgang 2022 minus 25 Prozent Durchschnittliche Dividendenrendite 2020–2025 1,76 Prozent pro Jahr Historische Rendite 1928–2026 plus 9,5 Prozent pro Jahr Wert aus USD 1’000 bis Ende 2025 USD 2’322,65 Fazit: Wie stark war der S&P 500 von 2020 bis 2026? Von 2020 bis 2025 erzielte der S&P 500 eine kumulierte Rendite von plus 132,26 Prozent und durchschnittlich plus 16,36 Prozent pro Jahr. Bis September 2026 kamen plus 13,14 Prozent hinzu, während der Index mit 7’748 Punkten ein Allzeithoch erreichte. Die hohen Gewinne gingen jedoch mit Rückgängen von bis zu 34 Prozent, einer starken Konzentration auf Technologieunternehmen und einer erhöhten Bewertung einher. Für Zuzügler bleibt der S&P 500 daher ein möglicher Bestandteil des privaten Vermögensaufbaus, aber kein Ersatz für eine auf die Schweiz abgestimmte Vorsorge- und Finanzplanung. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► Auswandern Schweiz Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz! Quellen https://www.marketwatch.com/story/the-s-p-500-usually-falls-in-september-why-this-year-should-be-different-77ebb626 https://walletinvestor.com/stock-forecast/gspc-stock-history/ https://actual.finance/en/sp500-actual-returns https://www.slickcharts.com/sp500/returns/details https://finance.yahoo.com/quote/%5EGSPC/history?period1=1586908800&period2=1618444800&interval=1d&filter=history&frequency=1d&includeAdjustedClose=true https://walletinvestor.com/stock-forecast/sp500ntr-stock-history/ https://x.com/JonErlichman/status/2094851734950600838
- Was macht einen ETF sicher?
Was macht einen ETF sicher? Diese Frage betrifft Anleger, die Verlustrisiken begrenzen möchten, ebenso wie Zuzügler, die ihr Vermögen nach dem Umzug in die Schweiz neu strukturieren. Kein ETF ist zu 100 Prozent sicher. Als vergleichsweise sicher gelten breit diversifizierte, physisch replizierende UCITS-ETFs mit mehr als CHF 500 Millionen Fondsvolumen, einer TER unter 0,30 Prozent pro Jahr und einem Tracking Error unter 0,5 Prozent pro Jahr. Dabei muss zwischen der Sicherheit der Fondsstruktur und dem Marktrisiko unterschieden werden. Auch ein regulierter und breit aufgestellter ETF kann an Wert verlieren, wenn die enthaltenen Aktien, Anleihen oder anderen Anlagen fallen. Was ist ein ETF? - Ein umfassender Leitfaden für Einsteiger Wie schützt die UCITS-Regulierung Anleger? UCITS-ETFs unterliegen strengen Regeln für Diversifikation, Verwahrung und Bewertung. Eine einzelne Position darf grundsätzlich höchstens 10 Prozent ausmachen. Der Nettoinventarwert, auch NAV genannt, wird täglich berechnet. Das ETF-Vermögen wird getrennt vom Vermögen des Anbieters verwahrt. Gerät die Fondsgesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten, gehört das Fondsvermögen deshalb nicht zu ihrem eigenen Unternehmensvermögen. Zusätzlich übernimmt ein unabhängiger Verwahrer die Aufbewahrung der Anlagen. Für UCITS-ETFs gilt ausserdem ein maximal erlaubter Hebel von 2x. Die UCITS-Kennzeichnung reduziert verschiedene strukturelle Risiken, schützt aber nicht vor Kursverlusten des zugrunde liegenden Marktes. Ist ein physischer ETF sicherer als ein synthetischer ETF? Ein physisch replizierender ETF kauft die im Index enthaltenen Wertpapiere tatsächlich. Dadurch besteht kein Kontrahentenrisiko gegenüber einem Swap-Partner, und die Zusammensetzung des Fonds lässt sich leichter nachvollziehen. Ein synthetischer ETF bildet den Index dagegen mithilfe von Swaps oder anderen Derivaten ab. Fällt der beteiligte Kontrahent aus, kann daraus ein Verlust entstehen. Bei UCITS-ETFs ist dieses Kontrahentenrisiko auf maximal 10 Prozent begrenzt. Synthetische ETFs können bei schwer zugänglichen Märkten einen geringeren Tracking Error erreichen. Wer die Struktur möglichst einfach halten und das Swap-Risiko vermeiden möchte, kann jedoch einen physisch replizierenden ETF wählen. Warum macht eine breite Diversifikation einen ETF sicherer? Je mehr Unternehmen, Länder und Branchen ein Index umfasst, desto geringer ist die Abhängigkeit von einzelnen Positionen. Ein Kurssturz bei einem Unternehmen hat in einem breiten Index deshalb normalerweise weniger Gewicht als in einem konzentrierten Themen-ETF. Der S&P 500 umfasst 500 Aktien. Der MSCI World enthält mehr als 1’500 Unternehmen aus 23 Ländern. Solche Indizes sind breiter gestreut als ein Spezial-ETF mit beispielsweise nur 10 Biotechnologie-Aktien. Als Orientierung gelten mindestens 500 Positionen als breit diversifiziert. Ein ETF mit weniger als 50 Positionen kann dagegen deutlich stärker von einzelnen Unternehmen oder Marktsegmenten abhängen. Welche Basisanlagen erhöhen das Risiko? Die Bezeichnung ETF sagt noch nichts darüber aus, wie riskant die enthaltenen Anlagen sind. Breite Aktienindizes und Anleihen hoher Bonität gelten als stabilere Grundlage als konzentrierte Spekulationen auf einzelne Themen. Krypto-, Rohstoff-, inverse und gehebelte ETFs können wesentlich stärker schwanken. Hebel-ETFs mit 2x oder 3x verstärken Marktbewegungen und sind nicht auf eine langfristig stabile Wertentwicklung ausgerichtet. Auch ein Immobilien-ETF ist nicht automatisch risikoarm. Massgebend bleiben die enthaltenen Anlagen, ihre Streuung und ihre Abhängigkeit von bestimmten Märkten. Welche Fondsgrösse und Liquidität sollte ein ETF haben? Ein Fondsvolumen von mehr als CHF 500 Millionen gilt als sinnvoller Richtwert. Grosse ETFs mit mehr als CHF 1 Milliarde verwaltetem Vermögen verfügen häufig über ein hohes Handelsvolumen und mehrere Market Maker. Dadurch kann die Geld-Brief-Spanne enger ausfallen. Das verringert die indirekten Kosten beim Kauf und Verkauf. Bei einem Fondsvolumen unter CHF 100 Millionen ist das Risiko einer späteren Schliessung höher. Ein niedriges Handelsvolumen kann zudem zu weiten Spreads führen und den Verkauf in unruhigen Marktphasen erschweren. Was sagen Tracking Error und TER über einen ETF aus? Der Tracking Error zeigt, wie stark die Wertentwicklung eines ETFs von seinem Index abweicht. Ursachen können Gebühren, Steuern, Währungen, Liquidität und die gewählte Replikationsmethode sein. Ein Tracking Error unter 0,5 Prozent pro Jahr gilt als günstiger Richtwert. Werte über 1 Prozent pro Jahr weisen dagegen auf eine deutlichere Abweichung vom Index hin. Die Total Expense Ratio, kurz TER, erfasst die laufenden Fondskosten. Bei einem Standard-ETF sollte sie unter 0,30 Prozent pro Jahr liegen. S&P-500-ETFs kosten häufig zwischen 0,07 und 0,20 Prozent pro Jahr. Niedrige Kosten beseitigen kein Marktrisiko, verringern aber den laufenden Abzug von der Rendite. Wie wichtig ist ein etablierter ETF-Anbieter? Zu den etablierten Anbietern gehören BlackRock mit iShares, Vanguard, Amundi, Invesco, DWS und UBS. Grosse Anbieter verfügen üblicherweise über mehr Erfahrung und eine umfangreiche Infrastruktur für Fondsverwaltung und Risikomanagement. Ein kleiner oder weniger bekannter Anbieter ist deshalb nicht automatisch unsicher. Auch dort wird das Fondsvermögen getrennt verwahrt. Unterschiede können jedoch beim Service, bei der Qualität und beim Risiko einer Fondsschliessung bestehen. Entscheidender als der Name allein sind die Regulierung, die Replikationsmethode, das Fondsvolumen und die enthaltenen Anlagen. Wie beeinflusst die Währung die Sicherheit? Enthält ein ETF Anlagen in einer Fremdwährung, beeinflusst deren Entwicklung das Ergebnis in Schweizer Franken. Fällt beispielsweise der US-Dollar, kann ein in US-Dollar investierter ETF aus Sicht eines Schweizer Anlegers zusätzlich an Wert verlieren. Ein CHF-hedged ETF sichert dieses Währungsrisiko für Schweizer Anleger ab. Die Absicherung verursacht allerdings höhere Kosten und kann bei einem starken US-Dollar die Rendite verringern. Ein ungehedgter ETF ist meist günstiger und profitiert von einer stärkeren Fremdwährung. Dafür bleibt das Währungsrisiko vollständig bestehen. Beispiel: Wie lässt sich ein ETF anhand der Kriterien prüfen? Der iShares Core S&P 500 UCITS ETF mit dem Code CSPX ist UCITS-konform und repliziert den S&P 500 physisch. Er umfasst mehr als 500 Positionen, verwaltet mehr als USD 50 Milliarden und weist ein hohes Handelsvolumen auf. Seine Kennzahlen lassen sich direkt mit den Richtwerten vergleichen: 0,07 Prozent TER pro Jahr < 0,30 Prozent pro Jahr Unter 0,1 Prozent Tracking Error pro Jahr < 0,5 Prozent pro Jahr Damit erfüllt der ETF die genannten Richtwerte bei Kosten, Tracking Error, Fondsgrösse, Regulierung, Replikation und Diversifikation. Vollständig risikofrei ist er trotzdem nicht: Für Schweizer Anleger bleibt bei der ungehedgten Variante das Währungsrisiko gegenüber dem US-Dollar bestehen. Was ist für Zuzügler in der Schweiz anders als in Deutschland oder Österreich? Nach dem Zuzug in die Schweiz verändert sich vor allem die Währungsperspektive. Für Anleger mit Ausgaben und Anlagezielen in Schweizer Franken ist die Entwicklung in CHF massgebend. Während für Anleger mit Euro-Bezug ein EUR-hedged ETF das Fremdwährungsrisiko reduzieren kann, kommt in der Schweiz eine CHF-hedged Variante infrage. Die Absicherung senkt das Währungsrisiko, führt aber zu höheren Kosten. Auch beim Fondsvolumen können Schweizer Anleger die Schwellenwerte in Franken prüfen: Mehr als CHF 500 Millionen gelten als sinnvoller Richtwert, während ein Fondsvolumen unter CHF 100 Millionen mit einem höheren Schliessungsrisiko verbunden sein kann. Die wichtigsten Zahlen Wert Betrag Sicherheit eines ETFs Nie 100 Prozent Maximale UCITS-Einzelposition 10 Prozent Maximales UCITS-Kontrahentenrisiko 10 Prozent Maximales UCITS-Leverage 2x Breite Diversifikation 500+ Positionen Konzentrierter ETF Weniger als 50 Positionen Empfohlenes Fondsvolumen Mehr als CHF 500 Millionen Kleines Fondsvolumen Weniger als CHF 100 Millionen Niedriger Tracking Error Unter 0,5 Prozent pro Jahr Hoher Tracking Error Über 1 Prozent pro Jahr Niedrige TER Unter 0,30 Prozent pro Jahr Hohe TER Über 0,60 Prozent pro Jahr Fazit: Welche Merkmale machen einen ETF sicher? Kein ETF bietet 100 Prozent Sicherheit, weil sein Wert weiterhin von den enthaltenen Anlagen und den Märkten abhängt. Vergleichsweise sicher sind physisch replizierende UCITS-ETFs mit mindestens 500 Positionen und mehr als CHF 500 Millionen Fondsvolumen. Als zusätzliche Richtwerte gelten ein Tracking Error unter 0,5 Prozent und eine TER unter 0,30 Prozent pro Jahr. Zuzügler sollten ausserdem prüfen, ob das Währungsrisiko zum künftigen Einkommen und zu den Ausgaben in Schweizer Franken passt. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► Auswandern Schweiz Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz! Quellen https://www.eba.europa.eu/sites/default/files/documents/10180/604566/442cefa1-d53a-4ec4-9b6a-2b01d2246a5c/EBA-BS-2013-010--Opinion-of-the-EBA-on-Good-Practices-for-ETF-Risk-Management_1.pdf https://blog.investengine.com/investing-in-etfs-what-is-an-etf-how-do-they-work-and-are-etfs-safe/ https://www.iosco.org/library/pubdocs/pdf/ioscopd414.pdf ifec.org https://www.ifec.org.hk/web/common/pdf/publication/en/etf_eng.pdf sias.org https://sias.org.sg/beginners-guide/risks-of-etfs/ https://b-k-consulting.com/en/insurance-tips/how-safe-are-etfs-really/ https://www.home.saxo/learn/guides/etfs/the-risks-of-etf-investing-and-how-to-manage-them https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1042443123001531 https://www.ainvest.com/news/hidden-costs-digital-asset-etfs-structural-flaws-undermine-investor-returns-2512/ CSPX.CH
- Jüdische Investitions-Prinzipien: Welche Praktiken stehen in Talmud und Torah?
Welche jüdischen Investitions-Prinzipien werden Talmud und Torah zugeschrieben? Die Frage betrifft Anleger, die historische Regeln zur Vermögensaufteilung, langfristiges Investieren und ethische Geldanlagen verstehen möchten. Die bekannteste Regel ist die Drei-Drittel-Regel aus Bava Metzia 42a: ein Drittel des Geldes in Land, ein Drittel in Handel oder Geschäft und ein Drittel jederzeit verfügbar. Es handelt sich dabei nicht um ein geheimes Erfolgsrezept, sondern um ein frühes Modell für Diversifikation und Liquidität. Auf heutige Anlageformen übertragen können Land für Immobilien, Handel für Aktien oder Unternehmensbeteiligungen und das verfügbare Drittel für liquide Mittel stehen. Daneben prägen Integrität, Wohltätigkeit, Risikomanagement und langfristiges Denken den Ansatz. Was besagt die Drei-Drittel-Regel aus Bava Metzia 42a? Die Rabbi Yitzchak zugeschriebene Regel teilt Geld in drei Bereiche: ein Drittel Land, ein Drittel Handel beziehungsweise Geschäft und ein Drittel in der Hand. Jeder Teil erfüllt dabei eine andere Aufgabe. Land steht für beständige Sachwerte. Handel bietet Wachstums- und Ertragschancen, ist aber mit wirtschaftlichen Risiken verbunden. Der verfügbare Anteil schafft Liquidität für unerwartete Ausgaben und neue Möglichkeiten. Der Gedanke dahinter ist die Risikostreuung: Schwächelt ein Bereich, bleibt das Vermögen nicht vollständig von dessen Entwicklung abhängig. Auch moderne Portfolios nutzen verschiedene Anlageklassen, um Verluste einzelner Positionen abzufedern. Erfolgreiches Portfolio-Management: Alles, was du über Depots wissen musst Wie lässt sich die Regel heute auf ein Portfolio übertragen? Eine moderne Auslegung ordnet Immobilien, REITs und Grundbesitz dem Land zu. Aktien, ETFs, Private Equity und direkte Unternehmensbeteiligungen entsprechen dem Handel. Bargeld, Tagesgeld, Anleihen und Gold können den verfügbaren Teil bilden. Die Recherche nennt für eine praktische Portfolio-Struktur folgende Bandbreiten: Anlageklasse Anteil Immobilien und Land 30–40 Prozent Aktien und Geschäft 30–40 Prozent Liquide Mittel 20–30 Prozent Diese Aufteilung ist eine moderne Interpretation und nicht mit dem ursprünglichen Drittelmodell identisch. Welche Struktur passt, hängt insbesondere von Risikotoleranz, Liquiditätsbedarf und Anlagehorizont ab. Aktien, Anleihen und Immobilien unterscheiden sich zudem deutlich hinsichtlich Ertrag, Schwankungen und Verfügbarkeit. Vermögen muss Rendite bringen: Eine Betrachtung der finanziellen Realität Welche weiteren Investment-Regeln werden Talmud und Torah zugeschrieben? Die überlieferten Grundgedanken lassen sich zu mehreren praktischen Regeln zusammenfassen: Vermögen streuen, nicht überbezahlen, verständliche Anlagen wählen und jede Investition wie eine geschäftliche Entscheidung prüfen. Hinzu kommen Gewinnmitnahmen, Reinvestition, Geduld und kontrolliertes Risiko. Produktive Vermögenswerte spielen dabei eine zentrale Rolle. Aktien können Dividenden und Kursgewinne ermöglichen, Anleihen Zinsen und Immobilien Mieteinnahmen oder Wertsteigerungen. Gleichzeitig bleibt jede Anlage mit Risiken verbunden. Langfristigkeit ersetzt deshalb keine Prüfung. Vor einer Investition sollten Geschäftsmodell, Risiken, Kosten und mögliche Interessenkonflikte nachvollziehbar sein. Einstiegsguide Aktien - Das musst du Wissen Warum gehören Liquidität und Risikomanagement zusammen? Liquidität verhindert, dass Anlagen bei ungünstigen Marktbedingungen allein wegen eines kurzfristigen Geldbedarfs verkauft werden müssen. Der Teil „in der Hand“ erfüllt daher eine andere Funktion als wachstumsorientierte Vermögenswerte. Diversifikation schützt allerdings nicht vor jedem Verlust. Aktien unterliegen Kurs-, Unternehmens- und Branchenrisiken. Bei Wertpapieren können ausserdem Liquiditäts- und Währungsrisiken auftreten. Eine Reserve und mehrere Anlageklassen können die Abhängigkeit von einzelnen Entwicklungen reduzieren. Sie beseitigen das Anlagerisiko jedoch nicht. Wie funktioniert die Börse? - Ein umfassender Leitfaden für Einsteiger Was bedeutet jüdisches wertebasiertes Investieren? Jüdisches wertebasiertes Investieren verbindet finanzielle Entscheidungen mit religiös und ethisch begründeten Massstäben. Tzedek steht für Gerechtigkeit, Tzedakah für Wohltätigkeit und Bal Tashchit gegen Verschwendung beziehungsweise für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Lifnei Iver richtet den Blick darauf, anderen nicht zu schaden. Yosher betont Ehrlichkeit im Geschäftsleben, Kavod die Menschenwürde. Daraus können Kriterien für faire Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, transparente Führung und ökologische Verantwortung abgeleitet werden. In der praktischen Auswahl können Anleger Unternehmen aus Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Waffen, Rüstung, Pornographie, Umweltzerstörung und Ausbeutung ausschliessen. Bevorzugt werden können nachhaltige Energie, Bildung, Gesundheit und verantwortungsvoll geführte Unternehmen. Solche Filter ähneln heutigen ESG- und Nachhaltigkeitsansätzen. Das Freizügigkeitskonto: Altersvorsorge und Flexibilität in der Schweiz Welche Rolle spielt Tzedakah beim Umgang mit Geld? Tzedakah beschreibt Wohltätigkeit als festen Bestandteil des Umgangs mit Einkommen und Vermögen. Die Recherche nennt dafür mindestens 10 Prozent. Der Betrag soll regelmässig vorgesehen werden und nicht nur dann, wenn zufällig Geld übrig bleibt. Unterstützt werden können unter anderem die Community und Bildung. Tzedakah ist dabei keine Anlageklasse und keine Renditestrategie. Das Prinzip ordnet Vermögen vielmehr als Mittel ein, das neben persönlichen Zielen auch gesellschaftlichen Zwecken dienen kann. Weshalb sind Ehrlichkeit und Verständnis zentrale Anlagekriterien? Kurzfristiger Profit verliert seinen Wert, wenn er durch Täuschung, intransparente Geschäfte oder dauerhaften Reputationsschaden erkauft wird. Integrität ist deshalb nicht nur ein moralischer Anspruch, sondern auch ein Kriterium für Geschäftsbeziehungen und Unternehmensauswahl. Ebenso zentral ist der Grundsatz, nur verständliche Anlagen zu wählen. Wer Ertragsquelle, Kosten, Risiken oder Verfügbarkeit eines Produkts nicht erklären kann, besitzt keine ausreichende Grundlage für eine belastbare Entscheidung. Hishtadlut bezeichnet in diesem Zusammenhang die eigene Bemühung: recherchieren, arbeiten und planen. Bitachon ergänzt diese Aktivität um Vertrauen und die Einsicht, dass sich Ergebnisse trotz sorgfältiger Vorbereitung nicht vollständig kontrollieren lassen. Welche Bedeutung haben Geduld und Zinseszins? Langfristiges Investieren gibt Erträgen die Möglichkeit, erneut angelegt zu werden. Dadurch können nicht nur ursprüngliche Einzahlungen, sondern auch bereits entstandene Erträge weitere Erträge erwirtschaften. Geduld bedeutet jedoch nicht, ein Portfolio unbeachtet zu lassen. Eine Strategie kann langfristig ausgerichtet und dennoch regelmässig auf Risiken, Verteilung und Übereinstimmung mit den eigenen Zielen geprüft werden. Gewinne mitzunehmen und Erträge zu reinvestieren sind dabei keine Gegensätze. Entscheidend ist, ob eine Handlung aus einer festgelegten Strategie oder aus kurzfristiger Gier und Angst entsteht. Beispiel: Wie werden liquide Mittel nach der Drei-Drittel-Regel eingeordnet? Nach der ursprünglichen Regel besteht ein Portfolio aus drei gleich bezeichneten Teilen: ein Drittel Land, ein Drittel Handel oder Geschäft, ein Drittel in der Hand. Damit gehört ein Drittel des Geldes in den verfügbaren Bereich. Die beiden übrigen Drittel verteilen sich auf Land und Handel. Die moderne Bandbreiten-Variante setzt liquide Mittel dagegen mit 20–30 Prozent an. Immobilien und Land sowie Aktien und Geschäft erhalten jeweils 30–40 Prozent. Das Beispiel zeigt: Die moderne Struktur ist eine Annäherung an den historischen Diversifikationsgedanken und keine exakte Wiedergabe der Drei-Drittel-Regel. Wie werden Vermögen und Finanzwissen über Generationen weitergegeben? Vermögensplanung umfasst nach diesen Prinzipien mehr als die Weitergabe von Geld. Genannt werden Testamente, Stiftungen und die Vermittlung von Werten. Kinder sollen früh mit Sparen, Investieren und Geben vertraut werden. Finanzielle Bildung hilft ihnen, Entscheidungen später selbst einzuordnen, statt lediglich vorhandenes Vermögen zu übernehmen. Dazu gehört auch, Grenzen und mögliche Misserfolge zu berücksichtigen. Ein Budget und ein regelmässiger Überblick über Vermögen und Schulden schaffen dafür eine praktische Grundlage. Grundregeln des Sparens | Frugalismus | auswandernschweiz.ch Welche Rolle spielen Arbeit, Ruhe und Reflexion? Das Zusammenspiel von Schabbat und Arbeit setzt eine Grenze gegen ständige wirtschaftliche Aktivität. Finanzielle Planung soll nicht dazu führen, dass Arbeit und Marktbeobachtung das gesamte Leben bestimmen. Regelmässige Ruhe schafft Raum, Entscheidungen zu prüfen und Ziele neu einzuordnen. Damit verbindet sich der Gedanke, dass Geld ein Werkzeug für Familie, Community und wohltätige Zwecke bleibt und nicht selbst zum einzigen Ziel wird. Was ist für Zuzügler in der Schweiz anders als in Deutschland oder Österreich? Die genannten religiösen und ethischen Prinzipien ändern sich durch einen Umzug in die Schweiz nicht. Anders ist jedoch der finanzielle Rahmen, in dem ein Portfolio aufgebaut wird. Zuzügler treffen in der Schweiz unter anderem auf die berufliche Vorsorge und das Freizügigkeitskonto. Auch dort können nachhaltige Anlagestrategien, nachhaltige Fonds, Impact Investments oder nachhaltige ETFs eine Rolle spielen. Dabei sollten Vorsorgevermögen, frei verfügbares Anlagevermögen und liquide Reserven getrennt betrachtet werden. Wer bereits Anlagen in Deutschland oder Österreich hält, muss ausserdem Währungsrisiken berücksichtigen, wenn Wertpapiere in einer anderen Währung gehandelt werden. Sind jüdische Investitionspraktiken wirkliche Geheimnisse? Nein. Die beschriebenen Regeln sind veröffentlichte religiöse, ethische und wirtschaftliche Lehren. Der Begriff „Geheimnisse“ kann daher irreführend sein. Auch gibt es nicht die eine Anlageweise aller jüdischen Menschen oder Investoren. Die Drei-Drittel-Regel und die Wertebegriffe liefern Orientierungspunkte, aber keine Garantie für Gewinn und keine pauschale Aussage über eine religiöse oder kulturelle Gruppe. Moderne Investoren können einzelne Grundsätze ähnlich anwenden, ohne dass ihre Entscheidungen allein aus ihrer Herkunft erklärt werden sollten. Warren Buffett, George Soros und Ray Dalio werden in der Recherche mit unterschiedlichen Ansätzen verbunden: Value Investing, Makro-Investing und Diversifikation. Die wichtigsten Zahlen Wert Betrag Land nach der Drei-Drittel-Regel 1 Drittel Handel oder Geschäft nach der Drei-Drittel-Regel 1 Drittel Liquide Mittel nach der Drei-Drittel-Regel 1 Drittel Immobilien und Land in der modernen Interpretation 30–40 Prozent Aktien und Geschäft in der modernen Interpretation 30–40 Prozent Liquide Mittel in der modernen Interpretation 20–30 Prozent Tzedakah mindestens 10 Prozent Fazit: Was sind die wichtigsten jüdischen Investitions-Prinzipien? Im Zentrum steht die Drei-Drittel-Regel: ein Drittel Land, ein Drittel Handel oder Geschäft und ein Drittel liquide verfügbar. Eine moderne Interpretation arbeitet stattdessen mit 30–40 Prozent Immobilien, 30–40 Prozent Aktien oder Geschäft und 20–30 Prozent liquiden Mitteln. Ergänzt wird dieser Ansatz durch langfristiges Denken, gründliche Prüfung, Integrität und wertebasiertes Investieren; für Tzedakah nennt die Recherche mindestens 10 Prozent. Für Zuzügler in der Schweiz ist entscheidend, Vorsorgevermögen, freie Anlagen und Liquiditätsreserven gemeinsam zu betrachten, ohne die drei Bereiche miteinander zu verwechseln. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► Auswandern Schweiz Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz! Quellen https://steinsaltz.org/daf/bavametzia42/ https://aish.com/ten-timeless-rules-of-investing-from-the-talmud/ https://www.sageadvisory.com/wp-content/uploads/2025/06/Jewish-Values-Investment-Screening-Summary-6.4.25.pdf https://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/7377455/jewish/17-Jewish-Teachings-About-Money-That-Will-Change-Your-Life.htm https://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/5786562/jewish/Money-Kesef.htm https://sephardicu.com/torah/jewish-investing-principles-torah-based-guidelines-for-financial-success/
- Auswandern Schweiz Voraussetzungen: Das musst du für die Auswanderung wissen
Die Schweiz gehört für viele Deutsche zu den attraktivsten Auswanderungszielen Europas. Hohe Löhne, eine starke Wirtschaft, politische Stabilität, eine hervorragende Infrastruktur und die Nähe zu Deutschland machen das Land besonders interessant. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wenn du in die Schweiz auswandern möchtest? Die gute Nachricht: Für deutsche Staatsangehörige und andere Bürger der EU und EFTA ist die Auswanderung in die Schweiz vergleichsweise unkompliziert. Aufgrund des Personenfreizügigkeitsabkommens bestehen deutlich weniger Hürden als für Menschen aus sogenannten Drittstaaten. Trotzdem reicht es nicht aus, einfach die Koffer zu packen und dauerhaft in der Schweiz zu bleiben. Je nachdem, ob du arbeiten, dich selbstständig machen, studieren oder ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz leben möchtest, gelten unterschiedliche Voraussetzungen. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Voraussetzungen für die Auswanderung in die Schweiz gelten, welche Aufenthaltsbewilligung du benötigst, wann du dich anmelden musst und welche Besonderheiten für Familien, Selbstständige und Drittstaatsangehörige gelten. Stand: September 2026. Zum Onlinekurs gehts hier. Wer darf in die Schweiz auswandern? Eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Auswandern in die Schweiz ist deine Staatsangehörigkeit. Grundsätzlich wird zwischen Personen aus EU-/EFTA-Staaten und Personen aus sogenannten Drittstaaten unterschieden. Für Bürgerinnen und Bürger aus EU- und EFTA-Staaten gilt das Personenfreizügigkeitsabkommen. Dazu gehören beispielsweise Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande sowie die EFTA-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein. Für diese Personengruppe ist die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz erheblich einfacher. Bei einer Beschäftigung von mehr als drei Monaten wird abhängig von der Dauer des Arbeitsvertrages in der Regel eine Kurzaufenthaltsbewilligung L oder eine Aufenthaltsbewilligung B erteilt. EU/EFTA-Staatsangehörige benötigen keine zusätzliche separate Arbeitsbewilligung; die Aufenthaltsbewilligung berechtigt gleichzeitig zur Erwerbstätigkeit. Für Personen aus Staaten ausserhalb der EU und EFTA gelten dagegen wesentlich strengere Voraussetzungen. Sie können grundsätzlich nur zum Schweizer Arbeitsmarkt zugelassen werden, wenn sie gut beziehungsweise hoch qualifiziert sind und weitere Bedingungen erfüllt werden. Voraussetzungen für Deutsche und andere EU/EFTA-Bürger Für Deutsche ist die Auswanderung in die Schweiz rechtlich vergleichsweise einfach. Deutschland gehört zu den Staaten, deren Bürger vom Personenfreizügigkeitsabkommen profitieren. Wer länger als drei Monate in der Schweiz arbeitet, muss sich innerhalb von 14 Tagen nach der Einreise und vor Aufnahme der Tätigkeit bei der zuständigen Wohngemeinde anmelden und eine Aufenthaltsbewilligung beantragen. Dafür werden insbesondere ein gültiger Personalausweis oder Reisepass sowie der Nachweis über das Arbeitsverhältnis benötigt. Der Arbeitsvertrag beziehungsweise die Einstellungsbestätigung sollte unter anderem die Dauer der Beschäftigung und das Arbeitspensum erkennen lassen. Die wichtigsten Voraussetzungen für Arbeitnehmer aus Deutschland sind damit in der Praxis ein gültiges Ausweisdokument, ein entsprechender Arbeitsvertrag, ein Wohnsitz beziehungsweise eine Anmeldung in der Schweiz und die anschliessende Erfüllung der schweizerischen Versicherungspflichten. Ein Visum benötigen deutsche Staatsangehörige für die normale Einreise in die Schweiz nicht. Kann man ohne Arbeitsvertrag in die Schweiz auswandern? Ja. Gerade für EU/EFTA-Bürger ist ein Arbeitsvertrag nicht in jedem Fall zwingende Voraussetzung dafür, in der Schweiz wohnen zu dürfen. Auch Nichterwerbstätige können grundsätzlich eine Aufenthaltsbewilligung B erhalten. Dafür müssen sie allerdings nachweisen können, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um ihren Lebensunterhalt und gegebenenfalls denjenigen ihrer Familienangehörigen selbst zu finanzieren. Zusätzlich müssen eine ausreichende Kranken- und Unfallversicherung vorhanden sein. Wie hoch die notwendigen finanziellen Mittel konkret sein müssen, lässt sich deshalb nicht mit einem pauschalen Betrag für jeden Auswanderer beantworten. Entscheidend sind unter anderem Haushaltsgrösse, Wohnort, Wohnkosten und die persönliche Situation. Für die meisten Auswanderer empfehlen wir trotzdem, zunächst einen Arbeitsvertrag zu organisieren. Er vereinfacht nicht nur die Aufenthaltsfrage, sondern auch Wohnungssuche, Budgetplanung und den gesamten Start in der Schweiz erheblich. Arbeiten bis zu drei Monate in der Schweiz Eine Besonderheit gilt bei sehr kurzen Beschäftigungen. EU/EFTA-Staatsangehörige, die höchstens drei Monate innerhalb eines Kalenderjahres in der Schweiz arbeiten, benötigen grundsätzlich keine klassische Aufenthaltsbewilligung. Die Erwerbstätigkeit unterliegt jedoch dem entsprechenden Meldeverfahren. Die Meldung erfolgt in der Regel durch den Schweizer Arbeitgeber. Bei einem längeren Aufenthalt ist dagegen eine Anmeldung und Aufenthaltsbewilligung erforderlich. Welche Aufenthaltsbewilligung brauche ich in der Schweiz? Wer sich mit dem Auswandern in die Schweiz beschäftigt, trifft schnell auf die Begriffe L-, B-, C- und G-Bewilligung. Welche Bewilligung du erhältst, hängt unter anderem von Staatsangehörigkeit, Arbeitsvertrag und Aufenthaltsdauer ab. Bewilligung Typische Bedeutung Ausweis L Kurzaufenthaltsbewilligung Ausweis B Aufenthaltsbewilligung Ausweis C Niederlassungsbewilligung Ausweis G Grenzgängerbewilligung L-Bewilligung Die Kurzaufenthaltsbewilligung L EU/EFTA wird normalerweise bei einem Arbeitsverhältnis von weniger als einem Jahr ausgestellt. Ihre Gültigkeit orientiert sich an der Laufzeit des Arbeitsvertrages. B-Bewilligung Die Aufenthaltsbewilligung B EU/EFTA ist für Auswanderer besonders relevant. Wer als EU/EFTA-Staatsangehöriger einen Arbeitsvertrag von mindestens einem Jahr beziehungsweise eine unbefristete Anstellung besitzt, erhält grundsätzlich eine B-Bewilligung. Diese ist normalerweise fünf Jahre gültig und kann verlängert werden. Auch Selbstständige und Nichterwerbstätige können unter bestimmten Voraussetzungen eine B-Bewilligung erhalten. C-Bewilligung Die C-Bewilligung ist die Niederlassungsbewilligung und ermöglicht einen unbefristeten Aufenthalt in der Schweiz. Für deutsche Staatsangehörige ist hier ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen EU-Ländern zu beachten. Deutschland gehört zu den Staaten, deren Bürger aufgrund entsprechender Vereinbarungen grundsätzlich bereits nach fünf Jahren ordnungsgemässem und ununterbrochenem Aufenthalt eine Niederlassungsbewilligung erhalten können, sofern die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind. Das gilt unter anderem auch für Bürger aus Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden und verschiedenen weiteren westeuropäischen Staaten sowie den EFTA-Staaten. Bei anderen EU-Staatsangehörigen liegt die reguläre Frist grundsätzlich bei zehn Jahren. Eine C-Bewilligung ist also keineswegs bei allen EU-Bürgern automatisch nach fünf Jahren möglich. G-Bewilligung für Grenzgänger Nicht jeder, der in der Schweiz arbeitet, muss auch in die Schweiz ziehen. Wer beispielsweise weiterhin in Deutschland oder Frankreich lebt und in der Schweiz arbeitet, kann unter die Grenzgängerregelung fallen. EU/EFTA-Grenzgänger müssen grundsätzlich mindestens einmal pro Woche an ihren ausländischen Hauptwohnsitz zurückkehren. Bei einem Arbeitsvertrag von mindestens einem Jahr ist die Grenzgängerbewilligung G normalerweise fünf Jahre gültig. Gerade für Menschen in der Region Basel, Schaffhausen, Genf oder im Bodenseeraum kann Grenzgängertum deshalb eine Alternative zur vollständigen Auswanderung sein. Anmeldung in der Schweiz: die 14-Tage-Regel Wer als EU/EFTA-Bürger für mehr als drei Monate in der Schweiz arbeiten möchte, muss sich innerhalb von 14 Tagen nach der Einreise bei der zuständigen Wohngemeinde anmelden. Wichtig ist ein Detail, das häufig übersehen wird: Die Anmeldung muss nicht nur innerhalb dieser 14 Tage erfolgen, sondern bei einer regulären Beschäftigung auch vor Stellenantritt. Welche Unterlagen die Gemeinde zusätzlich verlangt, kann je nach Kanton und persönlicher Situation etwas variieren. Typischerweise solltest du folgende Dokumente griffbereit haben: Gültiger Reisepass oder Personalausweis, Arbeitsvertrag oder Einstellungsbestätigung, Nachweis über deinen Wohnsitz, gegebenenfalls Heirats- und Geburtsurkunden sowie weitere Dokumente, die deine persönliche Situation betreffen. Wer mit der Familie auswandert, sollte entsprechende Zivilstandsdokumente möglichst bereits vor dem Umzug organisieren. Krankenversicherung nach der Auswanderung Einer der grössten Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz betrifft die Krankenversicherung. Grundsätzlich muss sich jede Person, die ihren Wohnsitz in der Schweiz begründet und der schweizerischen Versicherungspflicht unterliegt, innerhalb von drei Monaten bei einer anerkannten Krankenversicherung versichern. Jedes Familienmitglied wird separat versichert – auch Kinder. Wer die Versicherung rechtzeitig abschliesst, ist rückwirkend ab Beginn der Versicherungspflicht versichert. Gleichzeitig werden allerdings auch die Versicherungsprämien rückwirkend ab diesem Zeitpunkt fällig. Du solltest die ersten Monate in der Schweiz daher finanziell nicht so planen, als würdest du während der dreimonatigen Frist keine Krankenkassenbeiträge bezahlen. Gerade für Familien kann die Krankenversicherung einen erheblichen Teil des monatlichen Budgets ausmachen. Deshalb empfehlen wir, die Krankenkassenkosten bereits vor der Auswanderung in die persönliche Budgetplanung einzubeziehen. Wie viel Geld braucht man zum Auswandern in die Schweiz? Eine gesetzlich festgelegte allgemeine Mindestsumme für jeden erwerbstätigen EU/EFTA-Auswanderer gibt es nicht. Trotzdem solltest du nicht ohne finanzielle Rücklagen auswandern. Zu Beginn können beispielsweise Mietkaution, erste Miete, Umzug, Versicherungen, Gebühren, Möbel und weitere Anschaffungen gleichzeitig anfallen. Für Singles empfehlen wir deshalb nach Möglichkeit einen finanziellen Puffer von ungefähr 10'000 bis 15'000 CHF. Familien sollten aufgrund höherer Wohn-, Versicherungs- und Lebenshaltungskosten eher 20'000 bis 30'000 CHF Reserve einplanen. Dabei handelt es sich nicht um gesetzliche Mindestbeträge, sondern um unsere Empfehlung für einen finanziell entspannteren Start. Wie viel Budget du tatsächlich benötigst, hängt stark davon ab, ob du allein, als Paar oder mit Kindern in die Schweiz ziehst. Auf unserem YouTube-Kanal „Auswandern Schweiz“ findest du deshalb ausführliche Videos zu verschiedenen Familienkonstellationen und konkrete Beispielbudgets für Singles, Paare und Familien. Welche Voraussetzungen gelten für Selbstständige? Auch eine Auswanderung als Selbstständiger ist für EU/EFTA-Bürger grundsätzlich möglich. Dafür musst du gegenüber den zuständigen Behörden nachweisen können, dass du tatsächlich einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehst beziehungsweise eine solche aufbaust. Die Tätigkeit sollte zudem geeignet sein, den Lebensunterhalt für dich und gegebenenfalls deine Familie zu sichern. Einfach eine Firma anzumelden, ohne tatsächlich eine wirtschaftliche Tätigkeit auszuüben, ist daher nicht mit einem automatischen Aufenthaltsrecht gleichzusetzen. Wer als Unternehmer oder Selbstständiger auswandern möchte, sollte ausserdem Themen wie Unternehmensform, AHV, Versicherungen, Mehrwertsteuer, Unternehmenssteuern und private Steuern bereits vor der Auswanderung prüfen. Muss mein deutscher Berufsabschluss anerkannt werden? Nicht jeder ausländische Berufsabschluss muss in der Schweiz formal anerkannt werden. Entscheidend ist, ob es sich um einen reglementierten Beruf handelt. Ein Beruf gilt als reglementiert, wenn seine Ausübung gesetzlich an bestimmte Berufsqualifikationen gebunden ist. Wer einen solchen Beruf in der Schweiz ausüben möchte, muss seinen ausländischen Abschluss grundsätzlich anerkennen lassen. Dies betrifft beispielsweise zahlreiche Berufe im Gesundheitswesen. Bei nicht reglementierten Berufen entscheidet dagegen häufig der Arbeitgeber darüber, wie er die ausländische Ausbildung bewertet. Gerade Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ärztinnen und Ärzte oder Angehörige anderer reglementierter Berufe sollten sich deshalb frühzeitig mit der Anerkennung ihrer Qualifikation beschäftigen. Diese Verfahren können für den tatsächlichen Arbeitsbeginn entscheidend sein. Hast du Fragen zu der Thematik? Dann schreibe uns gern eine Mail an auswandernschweiz.ch@gmail.com Voraussetzungen für den Familiennachzug Wer mit Ehepartner und Kindern in die Schweiz auswandert, profitiert als EU/EFTA-Bürger ebenfalls vom Personenfreizügigkeitsabkommen. Zum berechtigten Familienkreis gehören grundsätzlich Ehepartner beziehungsweise entsprechend anerkannte eingetragene Partner sowie Kinder und Enkel unter 21 Jahren. Auch ältere Nachkommen können unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden, wenn ihnen Unterhalt gewährt wird. Unterhaltsabhängige Eltern und Grosseltern können ebenfalls erfasst sein. Eine Voraussetzung für den Familiennachzug ist unter anderem eine angemessene Wohnung für die gesamte Familie. Familienangehörige, die im Rahmen des EU/EFTA-Familiennachzugs aufgenommen werden, haben grundsätzlich Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt. Die häufig zu findende pauschale Aussage, dass beim Familiennachzug nur Kinder unter 18 Jahren berücksichtigt werden, ist deshalb zumindest für den Familiennachzug nach dem Personenfreizügigkeitsabkommen nicht korrekt. Auswandern in die Schweiz aus einem Drittstaat Deutlich schwieriger ist die Situation für Staatsangehörige aus Ländern ausserhalb der EU und EFTA. Wer beispielsweise aus Indien, China, den USA oder einem anderen Drittstaat für eine Erwerbstätigkeit in die Schweiz ziehen möchte, besitzt keinen mit EU/EFTA-Bürgern vergleichbaren freien Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt. Die Schweiz lässt grundsätzlich insbesondere gut qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten zu. Dazu gehören vor allem Führungskräfte, Spezialisten und andere qualifizierte Arbeitnehmer mit höherer Ausbildung und entsprechender Berufserfahrung. Hinzu kommt der sogenannte Inländervorrang beziehungsweise Vorrang bestimmter bereits zugangsberechtigter Arbeitskräfte. Der Arbeitgeber muss nachweisen können, dass er keine geeignete Person auf dem Schweizer beziehungsweise EU/EFTA-Arbeitsmarkt für die Stelle finden konnte. Ausserdem müssen Lohn und Arbeitsbedingungen den orts-, berufs- und branchenüblichen Schweizer Bedingungen entsprechen. Damit ist bei Drittstaatsangehörigen nicht allein der Arbeitsvertrag entscheidend. Auch Qualifikation, Position, Arbeitsmarkt und Arbeitgeber spielen eine zentrale Rolle. Wie viele Arbeitsbewilligungen gibt es 2026 für Drittstaaten? Für Drittstaatsangehörige gelten Kontingente. Für das Jahr 2026 stehen für qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten maximal 8'500 Bewilligungen zur Verfügung. Davon entfallen 4'500 auf Aufenthaltsbewilligungen B und 4'000 auf Kurzaufenthaltsbewilligungen L. Für Erwerbstätige aus dem Vereinigten Königreich stehen 2026 zusätzlich separate 3'500 Bewilligungen zur Verfügung, davon 2'100 B- und 1'400 L-Bewilligungen. Interessant ist allerdings: Die verfügbaren Kontingente wurden in den vergangenen Jahren nicht vollständig ausgeschöpft. Es wäre deshalb zu pauschal zu behaupten, dass Drittstaatsangehörige allein aufgrund der Kontingente möglichst früh im Kalenderjahr eine Bewerbung einreichen müssten. Viel entscheidender sind Qualifikation, Position und die Voraussetzungen für eine Arbeitsmarktzulassung. Auswandern in die Schweiz als Rentner oder ohne Erwerbstätigkeit EU/EFTA-Bürger können grundsätzlich auch ohne Arbeit in der Schweiz leben. Dafür müssen ausreichende finanzielle Mittel für den eigenen Lebensunterhalt und gegebenenfalls denjenigen der Familie vorhanden sein. Darüber hinaus ist eine ausreichende Kranken- und Unfallversicherung erforderlich. Gerade bei einer Auswanderung im Rentenalter sollten jedoch auch Steuern, Krankenversicherung, Vorsorgeleistungen und die langfristigen Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden. Die Schweiz ist ein Hochpreisland. Ein Vermögen, das in Deutschland für einen komfortablen Ruhestand ausreicht, kann deshalb in der Schweiz deutlich schneller aufgebraucht werden. Auswandern Schweiz: Welche Voraussetzungen sind wirklich entscheidend? Für deutsche Staatsangehörige ist die eigentliche Aufenthaltsbewilligung meist nicht die grösste Herausforderung bei der Auswanderung. In der Praxis sind häufig andere Themen entscheidender: einen passenden Arbeitsplatz zu finden, ein realistisches Schweizer Gehalt auszuhandeln, eine Wohnung zu bekommen und die tatsächlichen Lebenshaltungskosten richtig einzuschätzen. Gerade beim Gehalt sollte deshalb nicht einfach ein deutscher Lohn in Schweizer Franken umgerechnet werden. Schweizer Löhne müssen zu den erheblich höheren Kosten für Wohnen, Krankenversicherung und gegebenenfalls Kinderbetreuung passen. Dasselbe gilt für das Startkapital. Wer zwar alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, aber ohne ausreichende Rücklagen in die Schweiz zieht, kann insbesondere in den ersten Monaten finanziell unter Druck geraten. Checkliste: Voraussetzungen für die Auswanderung in die Schweiz Für die meisten Arbeitnehmer aus Deutschland und anderen EU/EFTA-Staaten sieht der ideale Ablauf deshalb so aus: Zunächst Schweizer Arbeitsmarkt und realistische Gehälter prüfen, Bewerbungen verschicken und Arbeitsvertrag unterschreiben. Anschliessend Wohnung und Umzug organisieren, notwendige Dokumente vorbereiten und den Wohnsitz in die Schweiz verlegen. Nach der Einreise folgt die Anmeldung bei der Wohngemeinde innerhalb der vorgeschriebenen Frist und vor Arbeitsbeginn. Danach sollten Aufenthaltsbewilligung, Krankenversicherung, Bankkonto, Versicherungen, Steuern sowie gegebenenfalls Fahrzeug, Führerschein und weitere administrative Punkte erledigt werden. Wer in einem reglementierten Beruf arbeitet, sollte die notwendige Anerkennung seiner Ausbildung nicht erst nach dem Umzug prüfen. Häufige Fragen zu den Voraussetzungen für das Auswandern in die Schweiz Kann ich als Deutscher einfach in die Schweiz ziehen? Aufgrund des Personenfreizügigkeitsabkommens haben deutsche Staatsangehörige einen erheblich erleichterten Zugang zur Schweiz. Bei einer Beschäftigung von mehr als drei Monaten musst du dich jedoch anmelden und eine entsprechende Aufenthaltsbewilligung beantragen. Brauche ich einen Job, bevor ich in die Schweiz auswandere? Nicht zwingend. EU/EFTA-Bürger können unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz wohnen. Sie müssen insbesondere ausreichende finanzielle Mittel sowie eine entsprechende Kranken- und Unfallversicherung nachweisen können. Für die meisten Menschen ist eine Auswanderung mit bereits unterschriebenem Arbeitsvertrag trotzdem die deutlich einfachere Variante. Welche Aufenthaltsbewilligung bekomme ich mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag? EU/EFTA-Staatsangehörige erhalten bei einem Arbeitsvertrag von mindestens einem Jahr beziehungsweise einer unbefristeten Anstellung grundsätzlich eine Aufenthaltsbewilligung B EU/EFTA. Diese ist normalerweise fünf Jahre gültig. Wann muss ich mich in der Schweiz anmelden? EU/EFTA-Staatsangehörige, die länger als drei Monate in der Schweiz arbeiten möchten, müssen sich innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Einreise und vor Stellenantritt bei ihrer Wohngemeinde anmelden. Wann muss ich eine Schweizer Krankenversicherung abschliessen? Grundsätzlich innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht beziehungsweise nach Wohnsitznahme. Erfolgt der Abschluss fristgerecht, gilt die Versicherung rückwirkend und auch die entsprechenden Prämien werden rückwirkend fällig. Wie viel Geld sollte ich vor der Auswanderung haben? Es gibt für erwerbstätige EU/EFTA-Bürger keine pauschale gesetzliche Summe, die jeder Auswanderer besitzen muss. Wir empfehlen als finanziellen Puffer ungefähr 10'000 bis 15'000 CHF für Singles und etwa 20'000 bis 30'000 CHF für Familien. Je nach Wohnort, Einkommen und Familiengrösse kann mehr sinnvoll sein. Kann meine Familie mit in die Schweiz ziehen? Ja. Für EU/EFTA-Bürger bestehen weitreichende Möglichkeiten zum Familiennachzug. Welche Familienangehörigen einbezogen werden können, hängt von der konkreten familiären Situation ab. Brauche ich als Deutscher ein Visum für die Schweiz? Für die reguläre Einreise benötigen deutsche Staatsangehörige kein Visum. Für einen längerfristigen Aufenthalt gelten jedoch die entsprechenden Vorschriften zur Anmeldung und Aufenthaltsbewilligung. Fazit: Auswandern in die Schweiz ist für Deutsche vergleichsweise einfach Die formalen Voraussetzungen für eine Auswanderung in die Schweiz sind für Deutsche und andere EU/EFTA-Bürger vergleichsweise überschaubar. Mit einem Schweizer Arbeitsvertrag ist der Weg zur Aufenthaltsbewilligung normalerweise deutlich einfacher als für Menschen aus Drittstaaten. Trotzdem sollte eine Auswanderung gut vorbereitet werden. Arbeitsvertrag, Aufenthaltsbewilligung und Anmeldung sind nur ein Teil des Prozesses. Mindestens ebenso wichtig sind das richtige Gehalt, ausreichende Rücklagen, Wohnung, Krankenkasse und ein realistisches Budget für das Leben in der Schweiz. Auf unserem YouTube-Kanal „Auswandern Schweiz“ findest du zahlreiche kostenlose Videos zu den einzelnen Schritten der Auswanderung. Wir zeigen dort auch konkrete Budgets für Singles, Paare und Familien und erklären, welche Gehälter wir für verschiedene Lebenssituationen in der Schweiz empfehlen. Wenn du deine Auswanderung individuell planen möchtest, unterstützen wir dich zusätzlich mit unseren Beratungen und Coachings – von der Jobsuche und Bewerbung bis zur konkreten Vorbereitung deines Starts in der Schweiz. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► auswandernschweiz.ch Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz!
- Schweizer BIP-Wachstum 2026: Wie entwickeln sich Quartale, Sektoren und Ländervergleiche?
Wie entwickelt sich das Schweizer BIP-Wachstum 2026, und welche Quartale und Sektoren treiben die Wirtschaft an? Diese Fragen betreffen Arbeitnehmer, Unternehmen und Zuzügler, die die wirtschaftliche Lage in der Schweiz einordnen möchten. Die Schweizer Wirtschaft wuchs 2025 real um 1,6 Prozent. Für 2026 liegen die Prognosen zwischen 0,8 und 1,8 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 stieg das saisonbereinigte BIP gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent. Wie hat sich das Schweizer BIP seit 2021 entwickelt? Nach einem realen Wachstum von 6,2 Prozent im Jahr 2021 verlangsamte sich die Entwicklung schrittweise. Im Jahr 2022 betrug das Wachstum 3,6 Prozent und 2023 noch 0,9 Prozent. Für 2024 weist das BFS ein Wachstum von 1,5 Prozent aus. Der Wert wurde von zuvor 1,4 Prozent nach oben revidiert. Im Jahr 2025 erreichte das reale BIP-Wachstum 1,6 Prozent. Damit lag das Wachstum 2025 leicht über dem vom IMF angegebenen langfristigen Potenzialwachstum von etwa 1,5 Prozent. Wie entwickelte sich das BIP in den einzelnen Quartalen? Im dritten Quartal 2025 schrumpfte das saisonbereinigte BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent. Im vierten Quartal folgte ein Wachstum von 0,2 Prozent. Das erste Quartal 2026 brachte einen Anstieg von 0,4 Prozent. Im zweiten Quartal beschleunigte sich das Wachstum deutlich auf 1,5 Prozent. Dies war das stärkste Quartalswachstum seit 2021. Quartals- und Jahreswerte dürfen allerdings nicht gleichgesetzt werden. Die Quartalsrate vergleicht das BIP mit dem unmittelbar vorherigen Quartal. Das Jahreswachstum bildet dagegen die Entwicklung des gesamten Jahres ab. Welche Sektoren trieben das Wachstum 2025 an? Im Jahr 2025 kam der wichtigste Impuls aus der Binnennachfrage. Sie wuchs um 2,5 Prozent. Besonders stark entwickelten sich die Investitionen mit einem Plus von 3,5 Prozent. Der private Konsum blieb stabil. Die Exporte entwickelten sich wegen der schwächeren globalen Nachfrage weniger dynamisch. Diese Zusammensetzung zeigt, dass das Wachstum 2025 vor allem innerhalb der Schweizer Wirtschaft getragen wurde. Die internationale Nachfrage lieferte dagegen keinen vergleichbar starken Impuls. Warum war das zweite Quartal 2026 so stark? Der Industriesektor leistete im zweiten Quartal 2026 den grössten Wachstumsbeitrag. Besonders Chemie und Pharma erholten sich nach einem schwächeren ersten Quartal. Auch der Dienstleistungssektor wuchs, während sich die Exporte teilweise erholten. Die hohe Quartalsrate sollte dennoch vorsichtig interpretiert werden. Ein Teil der Pharmaexporte wurde vor erwarteten US-Tarifen vorgezogen, die anschliessend nicht kamen. Dadurch könnte das zweite Quartal wirtschaftliche Aktivität enthalten, die sonst erst später angefallen wäre. Andere exportorientierte Bereiche entwickelten sich schwächer. Die Uhrenexporte gingen im April 2026 um 16 Prozent zurück. Der Maschinenbau verzeichnete ein Wachstum von lediglich 1,7 Prozent. Beispiel: Wie wird das Quartalswachstum eingeordnet? Das saisonbereinigte BIP stieg im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten Quartal um 1,5 Prozent. Die zugrunde liegende Rechnung lautet: BIP im zweiten Quartal 2026 = BIP im ersten Quartal 2026 + 1,5 Prozent des BIP im ersten Quartal 2026. Die Rechnung bezieht sich damit ausschliesslich auf den Vergleich zweier aufeinanderfolgender Quartale. Aus der Rate von 1,5 Prozent folgt nicht, dass die Schweizer Wirtschaft im Gesamtjahr 2026 ebenfalls um 1,5 Prozent wächst. Für die Jahresrate werden sämtliche Quartale des Jahres berücksichtigt. Deshalb kann ein starkes Einzelquartal mit schwächeren Quartalen zusammenfallen und dennoch zu einer niedrigeren Jahresrate führen. Wie hoch sind die Prognosen für 2026? Die Prognosen für das Gesamtjahr unterscheiden sich deutlich. Der IMF erwartet bereinigt ein Wachstum von 0,8 Prozent und unbereinigt 1,1 Prozent. Die Expertengruppe des SECO rechnet mit 0,9 Prozent, während die KOF ebenfalls 0,8 Prozent prognostiziert. Die UBS erwartet bereinigt 1,8 Prozent. Unter Einbezug von Sportevents liegt ihre Prognose bei 2,2 Prozent. Die Unterschiede zeigen, wie stark das Ergebnis von der verwendeten Berechnung und von Sondereffekten abhängt. Für die Einordnung sollte deshalb immer geprüft werden, ob eine Prognose bereinigt oder unbereinigt ausgewiesen wird. Wie sehen die Aussichten für 2027 und 2028 aus? Für 2027 erwartet der IMF ein Wachstum von 1,5 Prozent. Die Prognose der Expertengruppe des SECO liegt bei 1,6 Prozent. Für 2028 nennt der IMF ein Wachstum von 1,7 Prozent. Damit würden sich die erwarteten Wachstumsraten wieder in der Nähe des historischen Potenzialwachstums von etwa 1,5 Prozent bewegen. Prognosen sind jedoch keine garantierten Ergebnisse. Handelskonflikte, geopolitische Unsicherheit und ein schwächeres globales Wachstum können die tatsächliche Entwicklung verändern. Welche Faktoren stützen die Schweizer Wirtschaft? Zu den stützenden Faktoren gehören die starke Binnennachfrage und die hohen Investitionen des Jahres 2025. Im zweiten Quartal 2026 kam die Erholung der Chemie- und Pharmaindustrie hinzu. Auch die niedrige Inflation von 0,4 bis 0,7 Prozent und der SNB-Zins von 0 Prozent wirken unterstützend. Gleichzeitig bleibt die Schweiz von der Entwicklung der internationalen Nachfrage abhängig. Für 2026 wird bei der Exportnachfrage ein Rückgang von 0,7 Prozent erwartet. Das kann insbesondere Branchen belasten, die einen grossen Teil ihrer Waren im Ausland verkaufen. Wie entwickelt sich das BIP pro Kopf? Das Schweizer BIP pro Kopf wuchs 2025 um 0,5 Prozent. Seit 2019 beträgt der kumulierte Anstieg 4,8 Prozent. Das Pro-Kopf-Wachstum fiel 2025 damit niedriger aus als das gesamte BIP-Wachstum von 1,6 Prozent. Für Zuzügler ist diese Unterscheidung relevant, weil das gesamte Wirtschaftswachstum nicht automatisch dieselbe Entwicklung pro Einwohner bedeutet. Was ist für Zuzügler aus Deutschland oder Österreich anders? Für Zuzügler ist vor allem die spezifische Zusammensetzung des Schweizer Wachstums relevant. Im zweiten Quartal 2026 hatten Chemie und Pharma einen besonders starken Einfluss, während sich Bereiche wie die Uhrenindustrie und der Maschinenbau schwächer entwickelten. Die allgemeine BIP-Rate sagt deshalb noch wenig über die Lage in einer bestimmten Branche aus. Wer in die Schweiz zieht, sollte neben dem Gesamtwachstum auch die Entwicklung des eigenen Sektors betrachten. Ein belastbarer Vergleich mit Deutschland oder Österreich setzt ausserdem voraus, dass dieselben Zeiträume, Preisbereinigungen und Vergleichsarten verwendet werden. Entsprechende Wachstumswerte für diese beiden Länder liegen in der Recherche nicht vor. Die wichtigsten Zahlen Wert Betrag Reales BIP-Wachstum 2021 plus 6,2 Prozent Reales BIP-Wachstum 2022 plus 3,6 Prozent Reales BIP-Wachstum 2023 plus 0,9 Prozent Reales BIP-Wachstum 2024 plus 1,5 Prozent Reales BIP-Wachstum 2025 plus 1,6 Prozent Binnennachfrage 2025 plus 2,5 Prozent Investitionen 2025 plus 3,5 Prozent BIP pro Kopf 2025 plus 0,5 Prozent Drittes Quartal 2025 zum Vorquartal minus 0,2 Prozent Viertes Quartal 2025 zum Vorquartal plus 0,2 Prozent Erstes Quartal 2026 zum Vorquartal plus 0,4 Prozent Zweites Quartal 2026 zum Vorquartal plus 1,5 Prozent Prognosespanne 2026 plus 0,8 bis plus 1,8 Prozent IMF-Prognose 2027 plus 1,5 Prozent IMF-Prognose 2028 plus 1,7 Prozent Fazit: Wie stark wächst die Schweizer Wirtschaft 2026? Nach einem realen BIP-Wachstum von 1,6 Prozent im Jahr 2025 liegen die Prognosen für 2026 zwischen 0,8 und 1,8 Prozent. Das zweite Quartal 2026 war mit einem Wachstum von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal besonders stark. Wesentliche Impulse kamen aus der Chemie- und Pharmaindustrie, während schwache Exporte und geopolitische Unsicherheiten Risiken darstellen. Für Zuzügler ist neben der nationalen Wachstumsrate vor allem entscheidend, wie sich der eigene Wirtschaftssektor entwickelt. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► auswandernschweiz.ch Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz! Quellen https://www.imf.org/en/news/articles/2026/09/01/pr26281-switzerland-imf-executive-board-concludes-2026-article-iv-consultation https://www.admin.ch/de/newnsb/mFIgs3127AHFrl1muFg2i https://www.tagesanzeiger.ch/schweizer-bip-waechst-im-q2-2026-um-1-5-prozent-768069294401 https://www.linkedin.com/posts/benjamin-betts-787314180_swissjobmarket-innovation-supplychain-activity-7494011657543766016-_3aV https://www.seco.admin.ch/en/newnsb/1BH4HnCuYPWb_WqjPywR4 https://www.zonebourse.com/actualite-bourse/ubs-revoit-a-la-hausse-ses-previsions-de-pib-pour-la-suisse-ce785bdad98ef62c https://www.linkedin.com/posts/unboxfuture_swiss-economy-grows-at-fastest-rate-since-activity-7494879486245736449-hiqq https://www.seco.admin.ch/de/publikationen-wirtschaftslage
- AHV-Maximalrente 2026: Wie hoch ist die maximale AHV-Rente in der Schweiz?
Wie hoch ist die maximale AHV-Rente in der Schweiz? Diese Frage stellen sich nicht nur Menschen kurz vor der Pensionierung. Auch Arbeitnehmer, Selbstständige und Zuzügler sollten früh wissen, welche Leistungen sie später aus der 1. Säule erwarten können. Im Jahr 2026 beträgt die maximale AHV-Altersrente CHF 2’520 pro Monat für eine Einzelperson. Neu wird die AHV-Altersrente 13-mal pro Jahr ausbezahlt. Die ordentlichen monatlichen Rentenbeträge selbst wurden gegenüber 2025 nicht erhöht. Damit beträgt die maximale reguläre Jahresrente zunächst CHF 30’240 für zwölf Monatsrenten. Hinzu kommt die 13. AHV-Altersrente. Wichtig ist jedoch: Nicht jeder, der sein gesamtes Berufsleben gearbeitet und hohe AHV-Beiträge bezahlt hat, erhält automatisch die Maximalrente. Zum Onlinekurs gehts hier. Wie hoch ist die AHV-Maximalrente 2026? Für 2026 gelten folgende Beträge: AHV-Rente 2026 Betrag Minimale AHV-Vollrente CHF 1’260 pro Monat Maximale AHV-Vollrente CHF 2’520 pro Monat Maximale Summe für ein Ehepaar CHF 3’780 pro Monat Die maximale Einzelrente ist damit genau doppelt so hoch wie die minimale Vollrente. Für Ehepaare ist besonders wichtig, dass nicht einfach zweimal CHF 2’520 ausgezahlt werden. Die beiden Einzelrenten eines verheirateten Paares werden zusammen auf maximal 150 Prozent der Einzel-Maximalrente begrenzt. Das sind aktuell CHF 3’780 pro Monat. Diese Begrenzung wird als Plafonierung bezeichnet. Welche Voraussetzungen gelten für die maximale AHV-Rente? Für die maximale AHV-Rente müssen im Wesentlichen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: eine vollständige Beitragsdauer und ein ausreichend hohes massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen. Wer lediglich sehr viel verdient, erhält deshalb nicht automatisch die maximale AHV-Rente. Umgekehrt reichen auch 44 Beitragsjahre allein nicht zwangsläufig aus. Die AHV berücksichtigt bei der Berechnung sowohl die anrechenbaren Beitragsjahre als auch das sogenannte massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen. Wie viele Beitragsjahre braucht man für die AHV-Maximalrente? Für eine vollständige AHV-Rente ist grundsätzlich eine lückenlose Beitragsdauer erforderlich. Bei einer vollständigen Beitragskarriere entspricht dies der Rentenskala 44. Fehlt ein Beitragsjahr, reduziert sich die Rente grundsätzlich um mindestens ungefähr 2,3 Prozent. Mehrere fehlende Jahre können die spätere Rente entsprechend deutlich reduzieren. Genau deshalb sollten insbesondere Menschen, die längere Zeit nicht gearbeitet haben oder erst später in die Schweiz gezogen sind, ihren individuellen AHV-Kontoauszug prüfen. Eine Vollrente bedeutet allerdings noch nicht automatisch Maximalrente. Auch mit vollständigen 44 Beitragsjahren kann die tatsächliche Rente beispielsweise CHF 1’800, CHF 2’000 oder CHF 2’300 pro Monat betragen. Entscheidend ist zusätzlich das durchschnittliche Einkommen während der Versicherungszeit. Welches Einkommen braucht man für die maximale AHV-Rente? 2026 wird die maximale AHV-Vollrente von CHF 2’520 erreicht, wenn das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen mindestens CHF 90’720 beträgt. Bei einem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen von CHF 15’120 oder weniger beträgt die vollständige Altersrente dagegen CHF 1’260 pro Monat. Dazwischen steigt die AHV-Rente schrittweise an. Das ist ein wichtiger Punkt: Es geht nicht einfach darum, im letzten Arbeitsjahr mehr als CHF 90’720 zu verdienen. Entscheidend ist das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen über die gesamte relevante Beitragsdauer. Wer beispielsweise viele Jahre CHF 50’000 verdient und erst kurz vor der Pensionierung CHF 120’000 erreicht, bekommt deshalb nicht automatisch die maximale AHV-Rente. Wie wird das durchschnittliche AHV-Einkommen berechnet? Die AHV summiert grundsätzlich die während der Beitragsjahre erzielten und AHV-pflichtigen Erwerbseinkommen. Diese werden entsprechend der Lohn- und Preisentwicklung aufgewertet und anschliessend auf die Beitragsdauer umgerechnet. Zusätzlich können Erziehungs- und Betreuungsgutschriften berücksichtigt werden. 2026 beträgt eine volle jährliche Erziehungs- beziehungsweise Betreuungsgutschrift CHF 45’360. Diese Beträge sind kein Geld, das unmittelbar ausbezahlt wird. Sie werden bei der Berechnung des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens berücksichtigt. Dadurch kann die spätere AHV-Rente auch bei Personen höher ausfallen, die aufgrund von Kinderbetreuung oder Betreuung von Angehörigen zeitweise geringere Erwerbseinkommen erzielt haben. Beispiel: 44 Beitragsjahre und hohes Einkommen Nehmen wir eine Person, die während ihrer gesamten relevanten Erwerbsbiografie lückenlos AHV-Beiträge bezahlt hat. Beträgt ihr massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen mindestens CHF 90’720, kann sie 2026 grundsätzlich die maximale Vollrente von CHF 2’520 pro Monat erreichen. Liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen dagegen bei beispielsweise rund CHF 60’000, liegt die AHV-Rente trotz vollständiger Beitragsdauer unterhalb der Maximalrente. Das zeigt, warum Begriffe wie „Vollrente“ und „Maximalrente“ nicht verwechselt werden sollten. Eine Vollrente bedeutet, dass die Beitragsdauer vollständig ist. Die Maximalrente bedeutet zusätzlich, dass das für die Rentenberechnung relevante Einkommen hoch genug war. AHV-Maximalrente für Ehepaare 2026 Bei verheirateten Paaren gelten besondere Regeln. Beide Ehepartner erhalten grundsätzlich jeweils eine eigene AHV-Rente. Die Summe beider Renten darf jedoch derzeit maximal 150 Prozent der höchsten Einzelrente betragen. Bei CHF 2’520 maximaler Einzelrente ergibt sich: CHF 2’520 × 150 % = CHF 3’780 pro Monat. Errechnet die AHV beispielsweise für beide Ehepartner individuell jeweils CHF 2’520, würden theoretisch CHF 5’040 entstehen. Tatsächlich werden die beiden Renten jedoch auf insgesamt CHF 3’780 plafoniert. Für verheiratete Paare kann diese Regel einen erheblichen Unterschied gegenüber zwei unverheirateten Personen darstellen. Beispiel: Verheiratet vs. unverheiratet Zwei unverheiratete Personen könnten bei jeweils vollständigem Anspruch theoretisch beide die Maximalrente von CHF 2’520 erhalten. Zusammen wären das: CHF 5’040 pro Monat. Bei einem verheirateten Paar liegt die derzeitige maximale Summe dagegen bei: CHF 3’780 pro Monat. Die Differenz beträgt damit bis zu CHF 1’260 pro Monat. Allerdings sollte die Rentensituation nicht allein anhand dieses Vergleichs beurteilt werden. Bei verheirateten Personen findet zusätzlich das sogenannte Splitting statt. Dabei werden Einkommen, die während der Ehe erzielt wurden, grundsätzlich zusammengerechnet und beiden Ehepartnern jeweils zur Hälfte zugerechnet. Was ist das AHV-Splitting? Das Splitting ist für die Berechnung der individuellen Renten verheirateter, geschiedener und verwitweter Personen relevant. Die während der gemeinsamen Ehejahre erzielten Einkommen werden grundsätzlich zwischen beiden Ehepartnern aufgeteilt. Hat beispielsweise ein Ehepartner CHF 120’000 und der andere CHF 40’000 verdient, werden für die entsprechenden Ehejahre insgesamt CHF 160’000 berücksichtigt. Davon werden jeweils CHF 80’000 den beiden Ehepartnern zugerechnet. Dieses System soll insbesondere berücksichtigen, dass innerhalb einer Ehe Erwerbs- und Familienarbeit unterschiedlich verteilt sein können. AHV-Maximalrente für Singles Alleinstehende Personen sind nicht von der Ehepaar-Plafonierung betroffen. Erfüllt eine alleinstehende Person sämtliche Voraussetzungen, kann sie die maximale Einzelrente von CHF 2’520 pro Monat erhalten. Für die Höhe bleiben jedoch dieselben Faktoren entscheidend: vollständige Beitragsdauer und ausreichend hohes massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen. Was bekommen Zuzügler maximal aus der AHV? Für Menschen, die erst später in die Schweiz ziehen, ist die maximale AHV-Rente besonders interessant. Wer beispielsweise erst mit 35 Jahren in die Schweiz kommt, kann in der Regel keine 44 Schweizer Beitragsjahre mehr erreichen, wenn keine anrechenbaren Versicherungszeiten oder besondere Ausgleichsregeln greifen. Dadurch entsteht grundsätzlich eine Teilrente. Ein hohes Schweizer Einkommen allein kann fehlende Beitragsjahre nicht einfach kompensieren. Wer beispielsweise nach seiner Einreise CHF 150’000 pro Jahr verdient, aber viele Beitragsjahre fehlen, bekommt deshalb nicht automatisch CHF 2’520 monatlich. Die Beitragsdauer bleibt ein eigenständiger Bestandteil der Rentenberechnung. Fehlende Jahre führen grundsätzlich zu einer Kürzung. Gerade Zuzügler sollten deshalb ihre Schweizer AHV nicht isoliert betrachten. Wer zuvor beispielsweise in Deutschland gearbeitet hat, kann zusätzlich Ansprüche gegenüber der deutschen Rentenversicherung aufgebaut haben. Kann man fehlende Jahre für die AHV-Maximalrente nachzahlen? Nur eingeschränkt. Ein beliebiger „Einkauf“ in die AHV ist nicht möglich. Man kann also nicht mit 50 Jahren feststellen, dass mehrere Schweizer Versicherungsjahre fehlen und diese einfach gegen eine einmalige Zahlung kaufen. Echte Beitragslücken können unter bestimmten Voraussetzungen nachträglich korrigiert werden. Dabei gelten jedoch Fristen und es muss überhaupt eine AHV-Beitragspflicht bestanden haben. Für Neuzuzügler ist besonders wichtig: Jahre vor der Unterstellung unter die Schweizer AHV können grundsätzlich nicht einfach gekauft werden. Wer beispielsweise mit 35 Jahren erstmals in die Schweiz zieht, kann die Jahre zwischen 21 und 34 nicht einfach durch eine hohe Einmalzahlung in Schweizer Beitragsjahre verwandeln. Was passiert bei einem fehlenden AHV-Beitragsjahr? Ein fehlendes Jahr führt in der Regel zu einer Rentenkürzung von mindestens rund 2,3 Prozent. Würde eine Person ansonsten beispielsweise Anspruch auf CHF 2’520 monatlich haben, entsprechen 2,3 Prozent davon rechnerisch ungefähr CHF 58 pro Monat. Über viele Rentenjahre summiert sich das erheblich. Zwei fehlende Jahre können grob rund 4,5 Prozent ausmachen, fünf fehlende Jahre bereits ungefähr 11 Prozent. Die tatsächliche Berechnung erfolgt allerdings durch die AHV anhand der individuellen Versicherungsbiografie und sollte nicht nur mit einer einfachen Prozentrechnung geschätzt werden. Wie hoch ist die minimale AHV-Rente 2026? Neben der Maximalrente existiert eine minimale Vollrente. Diese beträgt 2026 CHF 1’260 pro Monat. Wichtig ist wiederum das Wort Vollrente. Auch die Mindestrente von CHF 1’260 setzt eine vollständige Beitragsdauer voraus. Bei Beitragslücken kann die tatsächliche Teilrente noch darunter liegen. Die AHV-Rente bewegt sich bei vollständiger Beitragsdauer somit grundsätzlich zwischen CHF 1’260 und CHF 2’520 pro Monat. Wie hoch ist die AHV-Maximalrente pro Jahr? Ohne die zusätzliche 13. Auszahlung ergibt sich: CHF 2’520 × 12 = CHF 30’240. Seit 2026 wird zusätzlich eine 13. AHV-Altersrente ausbezahlt. Laut BSV entspricht sie einem Zwölftel der jährlich ausbezahlten Summe der Altersrenten. Die bestehenden monatlichen Rentenbeträge wurden für die Einführung nicht verändert. Damit ist es wichtig, ältere Artikel zur AHV-Maximalrente zu prüfen: Eine reine Multiplikation der Monatsrente mit zwölf bildet ab 2026 nicht mehr sämtliche AHV-Altersrentenzahlungen des Jahres ab. Reicht die AHV-Maximalrente zum Leben in der Schweiz? Selbst die maximale AHV-Rente zeigt, warum das Schweizer Vorsorgesystem aus mehreren Säulen besteht. CHF 2’520 monatlich reichen insbesondere in Städten wie Zürich, Basel oder Genf häufig nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard eines Erwerbstätigen zu finanzieren. Deshalb besteht das Schweizer Vorsorgesystem aus drei Säulen. Die AHV bildet die 1. Säule und soll den Existenzbedarf absichern. Die berufliche Vorsorge beziehungsweise Pensionskasse bildet die 2. Säule. Mit der Säule 3a und weiterer privater Vorsorge kann zusätzlich Vermögen aufgebaut werden. Wer im Alter beispielsweise CHF 6’000 monatlich benötigt, kann dieses Ziel deshalb normalerweise nicht allein mit der AHV erreichen. Wie kann ich herausfinden, wie hoch meine AHV-Rente wird? Eine der sinnvollsten Massnahmen ist die Kontrolle des individuellen AHV-Kontos. Dort werden die für die spätere Rentenberechnung relevanten Einkommen und Beitragszeiten erfasst. Besonders wichtig ist die Prüfung auf Beitragslücken. Zusätzlich kann eine Rentenvorausberechnung bei der Ausgleichskasse beziehungsweise über die entsprechenden AHV-Angebote sinnvoll sein. Je früher mögliche Fehler entdeckt werden, desto besser. Wer seine Versicherungsbiografie erst wenige Monate vor der Pensionierung prüft, hat möglicherweise weniger Möglichkeiten, Unstimmigkeiten zu korrigieren. Kann ich durch mehr Einkommen meine AHV-Rente erhöhen? Grundsätzlich ja – allerdings nur bis zur Maximalrente. Wer ein höheres AHV-pflichtiges Einkommen erzielt, verbessert damit grundsätzlich das für die AHV relevante durchschnittliche Einkommen. Sobald jedoch das für die Maximalrente erforderliche durchschnittliche Jahreseinkommen erreicht wurde, steigt die spätere AHV-Rente nicht weiter über CHF 2’520 monatlich. Das ist ein wesentliches Merkmal der AHV. Menschen mit sehr hohen Einkommen zahlen weiterhin AHV-Beiträge, erhalten dadurch aber keine unbegrenzt steigende Altersrente. Die AHV funktioniert deshalb nicht wie ein individuelles Investmentkonto, sondern als Sozialversicherung mit Umverteilungselementen. AHV-Maximalrente 2026: Die wichtigsten Zahlen 2026 beträgt die maximale AHV-Vollrente für eine Einzelperson CHF 2’520 pro Monat. Die minimale Vollrente beträgt CHF 1’260. Bei Ehepaaren werden die beiden Einzelrenten derzeit auf insgesamt CHF 3’780 monatlich begrenzt. Für die maximale Einzelrente benötigt man neben einer vollständigen Beitragsdauer ein massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen von mindestens CHF 90’720. Damit ist auch die häufige Annahme falsch, dass lediglich 44 Beitragsjahre für die AHV-Maximalrente ausreichen. Beides muss zusammenkommen: 44 vollständige Beitragsjahre beziehungsweise die entsprechende vollständige Beitragsdauer und ein ausreichend hohes massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen. Fazit: Wer bekommt die maximale AHV-Rente? Die AHV-Maximalrente 2026 beträgt CHF 2’520 pro Monat für eine Einzelperson. Wer diesen Betrag erreichen möchte, benötigt grundsätzlich eine vollständige Beitragsdauer und ein massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen von mindestens CHF 90’720. Bei Ehepaaren ist die Situation anders: Die beiden Einzelrenten werden derzeit zusammen auf maximal CHF 3’780 pro Monat plafoniert. Gerade für Menschen, die erst später in die Schweiz ziehen, ist die Beitragsdauer ein entscheidender Faktor. Ein hohes Einkommen nach dem Zuzug beseitigt fehlende Schweizer Versicherungsjahre nicht automatisch. Deshalb lohnt es sich, die eigene AHV-Situation frühzeitig zu prüfen und sie gemeinsam mit Pensionskasse, Säule 3a und privatem Vermögensaufbau zu betrachten. Denn selbst die AHV-Maximalrente ist nur ein Baustein der Altersvorsorge in der Schweiz. Für Auswanderer und Zuzügler ist deshalb eine Frage besonders wichtig: Nicht nur „Wie hoch ist die AHV-Maximalrente?“, sondern „Wie viel davon kann ich mit meiner persönlichen Beitragsbiografie tatsächlich erreichen?“ Hast du Fragen zu der Thematik? Dann schreibe uns gern eine Mail an auswandernschweiz.ch@gmail.com Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► auswandernschweiz.ch Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz!
- AHV-Einkauf: Wann lohnt es sich, Beitragslücken zu schliessen – und wann nicht?
Wer in die Schweiz zieht, eine längere Auszeit nimmt oder einige Jahre nicht arbeitet, beschäftigt sich früher oder später mit einer wichtigen Frage: Kann ich fehlende AHV-Beiträge nachzahlen – und lohnt sich das finanziell überhaupt? Dabei muss zuerst ein weit verbreitetes Missverständnis geklärt werden. Einen klassischen „AHV-Einkauf“ wie bei der Pensionskasse gibt es nicht. Man kann also nicht beliebig Geld in die AHV einzahlen, um sich später eine höhere Rente zu kaufen. Möglich ist lediglich, bestimmte tatsächlich entstandene Beitragslücken nachträglich zu schliessen. Und auch das funktioniert nur unter klar definierten Voraussetzungen. Gerade für Zuzügler ist dieser Unterschied entscheidend. Zum Onlinekurs gehts hier. Was ist eine AHV-Beitragslücke? Die Höhe der Schweizer AHV-Altersrente wird unter anderem durch die Beitragsdauer bestimmt. Für eine vollständige Beitragsdauer müssen grundsätzlich ab dem 1. Januar nach dem 20. Geburtstag bis zum Referenzalter lückenlos Beiträge vorhanden sein. Bei einer vollständigen Beitragskarriere sind dies 44 Beitragsjahre. Fehlt ein vollständiges Beitragsjahr, reduziert sich die AHV-Rente grundsätzlich um ungefähr 1/44. Das entspricht rund 2,3 Prozent pro fehlendem Jahr. Wer beispielsweise vier Beitragsjahre verliert, kann deshalb grob mit einer Kürzung von rund neun Prozent gegenüber der entsprechenden Vollrente rechnen. Entscheidend ist aber die Frage, warum die Jahre fehlen. Versicherungslücke oder Beitragslücke: Der entscheidende Unterschied für Zuzügler Besonders häufig werden diese beiden Begriffe verwechselt. Wer beispielsweise mit 35 Jahren aus Deutschland in die Schweiz zieht, war zwischen dem 21. und 34. Lebensjahr normalerweise gar nicht in der Schweizer AHV versichert. Diese Jahre bilden deshalb eine Versicherungslücke. Diese Jahre kann man nicht einfach nachträglich „einkaufen“. Das Bundesamt für Sozialversicherungen erklärt ausdrücklich, dass Personen, die erst nach dem 20. Lebensjahr in die Schweiz einwandern, vor ihrer Einreise keine Schweizer AHV-Beiträge bezahlen konnten. Dadurch entsteht eine kürzere Schweizer Versicherungsdauer und später grundsätzlich eine Teilrente. Das bedeutet beispielsweise: Zuzug mit 25 Jahren: theoretisch fehlen mehrere Schweizer Versicherungsjahre. Zuzug mit 35 Jahren: die Schweizer AHV-Beitragskarriere beginnt entsprechend später. Zuzug mit 45 Jahren: die mögliche Schweizer AHV-Teilrente fällt aufgrund der wesentlich kürzeren Versicherungsdauer entsprechend geringer aus. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Menschen im Alter ohne entsprechende Rentenansprüche dastehen. Wer zuvor beispielsweise in Deutschland gearbeitet hat, hat in der Regel Ansprüche gegenüber der deutschen Rentenversicherung aufgebaut. Die verschiedenen nationalen Rentensysteme werden innerhalb der EU/EFTA beziehungsweise aufgrund bestehender Sozialversicherungsabkommen koordiniert. Man erhält also vereinfacht häufig eine Schweizer Teilrente und zusätzlich die im Ausland erworbenen Rentenansprüche. Ganz anders sieht es bei einer echten Beitragslücke aus. Eine Beitragslücke kann beispielsweise entstehen, wenn jemand bereits in der Schweiz AHV-versichert war, aber während eines bestimmten Jahres keine oder zu geringe Beiträge bezahlt wurden. Genau in solchen Fällen kann eine Nachzahlung möglich sein. Wie lange kann man fehlende AHV-Beiträge nachzahlen? Die wichtigste Frist beträgt fünf Jahre. Fehlende AHV-Beiträge können grundsätzlich nur für die vergangenen fünf Jahre nachbezahlt werden. Zusätzlich muss die Person während des betreffenden Zeitraums überhaupt der Schweizer AHV unterstellt gewesen sein. Das ist für Auswanderer und Zuzügler besonders wichtig. Wer vor zehn Jahren in Deutschland gelebt und gearbeitet hat, kann diese zehn Jahre nicht nachträglich in der Schweizer AHV kaufen. Wer dagegen seit drei Jahren in der Schweiz lebt, AHV-pflichtig gewesen wäre und beispielsweise aufgrund einer längeren Erwerbspause keine Beiträge bezahlt hat, sollte die Situation unbedingt prüfen. Sind mehr als fünf Jahre vergangen, können die geschuldeten Beiträge normalerweise nicht mehr einfach nachbezahlt werden. Wann lohnt es sich, eine AHV-Beitragslücke zu schliessen? Wenn eine echte Beitragslücke besteht und eine Nachzahlung noch möglich ist, kann das Schliessen der Lücke sehr sinnvoll sein. Der wichtigste Grund ist die dauerhafte Wirkung. Ein fehlendes Beitragsjahr reduziert die spätere AHV-Rente grundsätzlich lebenslang. Wer die Lücke rechtzeitig schliessen kann, verhindert diese Kürzung. Nehmen wir stark vereinfacht an, eine Person hätte ohne Beitragslücke Anspruch auf CHF 2’000 AHV-Rente pro Monat. Ein fehlendes Jahr entspricht ungefähr 1/44 der Beitragsdauer. Allein dadurch könnte die monatliche Rente grob um rund CHF 45 sinken. Das klingt zunächst überschaubar. Über 20 Rentenjahre wären daraus jedoch bereits rund CHF 10’800 weniger Renteneinkommen geworden – ohne zukünftige Rentenanpassungen zu berücksichtigen. Bei mehreren fehlenden Jahren wird der Effekt entsprechend grösser. Eine Nachzahlung kann sich deshalb insbesondere dann lohnen, wenn die notwendige Zahlung relativ niedrig ist, die Person noch mit einer langen Rentenbezugsdauer rechnen kann und dadurch tatsächlich eine Beitragslücke vollständig geschlossen wird. AHV nachzahlen oder lieber ETF kaufen? Genau hier wird der Vergleich häufig falsch geführt. Ein ETF und eine AHV-Nachzahlung erfüllen vollkommen unterschiedliche Funktionen. Ein breit diversifiziertes Aktienportfolio dient dem langfristigen Vermögensaufbau. Historische Aktienmarktrenditen können langfristig attraktiv sein, sind aber nicht garantiert. Gleichzeitig bleibt das Vermögen grundsätzlich im Eigentum des Anlegers und kann beispielsweise vererbt werden. Eine AHV-Nachzahlung ist dagegen keine klassische Kapitalanlage. Das eingezahlte Geld landet nicht auf einem persönlichen Konto, das später verzinst ausgezahlt wird. Vielmehr verhindert die Zahlung eine Kürzung des zukünftigen Rentenanspruchs. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Welche Anlage bringt die höhere Rendite?“ Sondern: „Wie viel muss ich heute bezahlen, um wie viel lebenslanges zukünftiges Renteneinkommen zu erhalten beziehungsweise eine Kürzung zu vermeiden?“ Erst anschließend kann man diesen Wert mit einer alternativen Verwendung des Kapitals vergleichen. Wann kann ein ETF finanziell attraktiver sein? Eine freiwillige Kapitalanlage kann insbesondere dann attraktiver sein, wenn überhaupt keine nachzahlbare AHV-Lücke existiert. Das gilt beispielsweise für viele Neuzuzüger. Wer mit 35 Jahren in die Schweiz kommt, kann seine deutschen Jahre nicht einfach nachträglich in die AHV einzahlen. In diesem Fall stellt sich die Frage „AHV-Einkauf oder ETF?“ überhaupt nicht. Die Jahre vor der Einwanderung sind keine frei kaufbaren Schweizer Beitragsjahre. Dann kann zusätzlicher Vermögensaufbau über Pensionskasse, Säule 3a, ETF-Portfolio oder andere Anlagen sinnvoll sein, um die spätere Schweizer Teilrente zu ergänzen. Auch wenn eine Nachzahlung nicht mehr möglich ist, weil die Fünfjahresfrist abgelaufen ist, muss die Rentenlücke auf andere Weise geschlossen werden. Gerade bei einem langen Anlagehorizont von 20, 30 oder sogar 40 Jahren kann ein breit gestreutes Aktienportfolio durch den Zinseszinseffekt erhebliches Vermögen aufbauen. Beispiel: CHF 500 monatlich über 20 Jahre investieren Angenommen, du investierst jeden Monat CHF 500. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 8 Prozent pro Jahr ergibt sich nach 20 Jahren rechnerisch ein Vermögen in der Grössenordnung von etwa CHF 275’000. Selbst eingezahlt wurden lediglich CHF 120’000. Der Rest stammt aus Kapitalerträgen und Zinseszinseffekt. Wichtig ist dabei: Acht Prozent sind keine garantierte zukünftige Rendite. Auch wenn der amerikanische Aktienmarkt langfristig hohe historische Renditen erzielt hat, können einzelne Jahrzehnte deutlich besser oder schlechter ausfallen. Genau deshalb sollte man eine garantierte Sozialversicherungsleistung nicht eins zu eins mit einer erwarteten Aktienmarktrendite vergleichen. Wann lohnt sich die AHV-Nachzahlung besonders? Besonders interessant ist sie grundsätzlich, wenn du tatsächlich während des betreffenden Jahres AHV-versichert warst, die Lücke weniger als fünf Jahre zurückliegt und die Nachzahlung diese Lücke wirksam beseitigt. Auch kurz vor der Pensionierung kann eine Schliessung einer noch nachzahlbaren Lücke sehr wertvoll sein, weil die zusätzliche Rentenleistung unmittelbar danach beginnt. Je länger die spätere Rente bezogen wird, desto grösser wird der kumulierte Vorteil der vermiedenen Rentenkürzung. Die Berechnung sollte jedoch immer individuell erfolgen. Die tatsächliche AHV-Rente hängt nicht nur von der Beitragsdauer ab, sondern ebenfalls vom massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen sowie weiteren Faktoren. Wann lohnt sich ein AHV-„Einkauf“ nicht? In einigen Situationen gibt es gar keine echte Entscheidung. Nicht möglich beziehungsweise nicht sinnvoll ist eine Nachzahlung insbesondere dann, wenn es sich um Jahre vor der Schweizer AHV-Versicherung handelt. Das betrifft viele Einwanderer. Wer beispielsweise mit 40 Jahren erstmals in die Schweiz zieht, kann nicht einfach 19 Schweizer Beitragsjahre kaufen. Auch Beitragslücken, die länger als fünf Jahre zurückliegen, können grundsätzlich nicht mehr durch eine normale rückwirkende Beitragszahlung geschlossen werden. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob überhaupt eine Lücke besteht. Es gibt Konstellationen, in denen Beiträge beispielsweise über einen erwerbstätigen Ehepartner als erfüllt gelten können. Deshalb sollte niemand einfach aufgrund einer eigenen Schätzung davon ausgehen, zehn oder zwanzig AHV-Jahre nachkaufen zu müssen. Es gibt Möglichkeiten, ältere Beitragslücken teilweise auszugleichen Auch wenn eine klassische Nachzahlung nach fünf Jahren nicht mehr möglich ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Lücke endgültig vollständig bestehen bleibt. Unter bestimmten Voraussetzungen können sogenannte Jugendjahre berücksichtigt werden. Dabei handelt es sich um AHV-Beiträge, die bereits vor Beginn der regulären Beitragsperiode bezahlt wurden. Auch Beitragszeiten unmittelbar vor dem Referenzalter beziehungsweise unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge aus einer Erwerbstätigkeit nach dem Referenzalter können bei der Rentenberechnung eine Rolle spielen. Seit der AHV-Reform bestehen zudem Möglichkeiten, durch eine Erwerbstätigkeit über das Referenzalter hinaus bestimmte Lücken auszugleichen. Ob das im individuellen Fall funktioniert, sollte unbedingt direkt mit der zuständigen Ausgleichskasse geklärt werden. AHV-Lücken bei Auswanderern und Expats: Was passiert mit der Rente aus Deutschland? Gerade Deutsche, die in die Schweiz auswandern, machen häufig einen Denkfehler. Sie sehen beispielsweise, dass ihnen aufgrund ihres Zuzugs mit 35 Jahren zahlreiche Schweizer AHV-Jahre fehlen und glauben deshalb, ihre Altersvorsorge sei massiv schlechter geworden. Dabei müssen die Rentensysteme getrennt betrachtet werden. Für die Jahre, in denen Beiträge in Deutschland bezahlt wurden, entstehen grundsätzlich deutsche Rentenansprüche. Für die Jahre in der Schweiz entstehen Schweizer AHV-Ansprüche. Im Alter können deshalb mehrere Renten gleichzeitig ausgezahlt werden. Die Schweizer AHV muss also nicht zwangsläufig 44 Beitragsjahre enthalten, damit die gesamte Altersvorsorge funktioniert. Entscheidend ist vielmehr die Summe aller Ansprüche. Warum Zuzügler trotzdem besonders auf ihre Altersvorsorge achten sollten Trotz ausländischer Rentenansprüche kann eine Vorsorgelücke entstehen. Schweizer Arbeitnehmer bauen ihre Altersvorsorge typischerweise über mehrere Säulen auf: AHV, berufliche Vorsorge und private Vorsorge. Wer erst mit 35 oder 40 Jahren in die Schweiz kommt, baut nicht nur weniger Schweizer AHV-Jahre auf. Häufig fehlen gleichzeitig viele Jahre Schweizer Pensionskassenguthaben. Diese zweite Lücke kann finanziell sogar wesentlich wichtiger sein. Daher sollten Zuzügler nicht nur ihre AHV prüfen, sondern ihre gesamte Altersvorsorge betrachten. Wie hoch ist meine deutsche Rente? Wie hoch wird meine Schweizer AHV-Teilrente? Wie viel Kapital befindet sich in meiner Pensionskasse? Wie hoch ist meine voraussichtliche Pensionskassenrente? Nutze ich die Säule 3a? Wie viel privates Vermögen baue ich zusätzlich auf? Erst daraus entsteht ein realistisches Bild der Altersvorsorge. Hast du Fragen zu der Thematik? Dann schreibe uns gern eine Mail an auswandernschweiz.ch@gmail.com Als Erstes: Individuelles AHV-Konto kontrollieren Wer wissen möchte, ob tatsächlich eine Beitragslücke besteht, sollte seinen individuellen Kontoauszug – den sogenannten IK-Auszug – bestellen. Auf dem individuellen Konto werden unter anderem die beitragspflichtigen Einkommen und Beitragszeiten erfasst. Genau diese Daten bilden später eine wesentliche Grundlage für die Berechnung der AHV-Rente. Der Kontoauszug kann bei einer AHV-Ausgleichskasse angefordert werden. Das sollte nicht erst kurz vor der Pensionierung geschehen. Gerade wegen der fünfjährigen Nachzahlungsfrist ist es sinnvoll, den Auszug regelmässig zu kontrollieren. Wer heute feststellt, dass vor drei Jahren versehentlich keine Beiträge verbucht wurden, kann möglicherweise noch reagieren. Wer dieselbe Lücke erst zehn Jahre später entdeckt, hat diese Möglichkeit möglicherweise nicht mehr. Die sinnvollste Reihenfolge der Altersvorsorge Für viele Menschen ergibt sich deshalb eine recht einfache Reihenfolge. Zunächst sollte geprüft werden, ob echte und noch korrigierbare AHV-Beitragslücken vorhanden sind. Diese sollte man in vielen Fällen zuerst klären beziehungsweise schliessen. Danach lohnt sich der Blick auf die gesamte private Vorsorge. Für Erwerbstätige kann die Säule 3a aufgrund der steuerlichen Abzugsmöglichkeiten interessant sein. Seit 2026 können unter bestimmten Voraussetzungen sogar ab 2025 entstandene Säule-3a-Lücken rückwirkend durch Einkäufe geschlossen werden. Zusätzlich können langfristige ETF-Investitionen eine sinnvolle Ergänzung darstellen, insbesondere für Menschen mit mehreren Jahrzehnten Anlagehorizont. Die drei Systeme sollten dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. AHV bietet eine staatliche lebenslange Altersleistung. Die Säule 3a verbindet private Vorsorge mit steuerlichen Vorteilen. Ein ETF-Portfolio bietet Flexibilität, langfristiges Wachstumspotenzial und eigenes Vermögen. Gemeinsam können diese Komponenten wesentlich stabiler sein als die ausschliessliche Konzentration auf nur eine Säule. Fazit: Wann lohnt sich ein AHV-Einkauf? Die häufig gestellte Frage „AHV oder ETF?“ führt in vielen Fällen in die falsche Richtung. Denn einen frei wählbaren AHV-Einkauf gibt es nicht. Fehlende Beiträge können grundsätzlich nur für die letzten fünf Jahre nachbezahlt werden – und nur dann, wenn während dieser Zeit überhaupt eine Schweizer AHV-Versicherung bestand. Für einen Deutschen, der erst mit 35 Jahren in die Schweiz zieht, bedeutet das beispielsweise: Die Jahre zwischen dem 21. und 34. Lebensjahr lassen sich nicht einfach in der AHV nachkaufen. Stattdessen bestehen für diese Zeit normalerweise Ansprüche im bisherigen Rentensystem. Eine AHV-Nachzahlung lohnt sich dagegen häufig dann, wenn eine echte, noch korrigierbare Beitragslücke besteht. Denn dadurch kann eine lebenslange Kürzung der Schweizer Altersrente verhindert werden. Wer keine solche Möglichkeit hat, sollte die vermeintliche „AHV-Lücke“ nicht einfach ignorieren, sondern seine gesamte Altersvorsorge betrachten. Ausländische Rentenansprüche, Schweizer AHV, Pensionskasse, Säule 3a und langfristiger privater Vermögensaufbau gehören zusammen. Gerade für Zuzügler ist deshalb nicht die Frage entscheidend, wie man möglichst viele Jahre „in die AHV einkauft“. Entscheidend ist vielmehr, frühzeitig zu wissen, welche Ansprüche bereits bestehen – und welche Lücken tatsächlich noch geschlossen werden müssen. Hinweis: Die konkrete AHV-Berechnung hängt von der individuellen Versicherungs- und Erwerbsbiografie ab. Verbindliche Auskünfte zur Beitragsdauer und zu möglichen Nachzahlungen erteilt die zuständige AHV-Ausgleichskasse. Hier findest du mehr über uns und kannst dich vernetzen: YouTube ►► Auswandern Schweiz Instagram ►► @auswandernschweiz TikTok ►► auswandernschweiz.ch Facebook-Gruppe ►► Auswandern Schweiz Podcast ►► Auswandern Schweiz Komm in Deutschlands größte Community zum Thema Auswandern Schweiz!












